LOKALMIX
Der Arzt behält die Kontrolle
Engelskirchen - Demonstration von roboterassistiertem Einsetzen eines Knieimplantats – Unterstützung für zukünftige Operationen als Ziel.
Von Leyla Issa
Heute stellte das Medizintechnikunternehmen Smith & Nephew, vertreten durch Thomas Gaedke und Marion Peters, in der GFO Klinik Engelkirchen sein neues Operationssystem in Fachvorträgen vor. Das CORI Surgical System wird für Operationen im Bereich der Endoprothetik - dem Ersatz eines verschlissenen Gelenks durch ein künstliches Implantat - eingesetzt.
Der Mediziner bedient das System, behält jederzeit die volle Kontrolle – und wird von diesem bei der Planung und dem Einsetzen künstlicher Gelenke unterstützt, wobei der Fokus vorerst auf Eingriffen am Kniegelenk liegt. Dabei solle bis auf 0,5 Millimeter und 0,5 Grad genau die Position des Implantats bestimmt werden. „Der Einsatz von Robotik nimmt immer weiter zu.
Von 3.765 Eingriffen pro Jahr 2024 in Deutschland, Österreich und der Schweiz stieg die Zahl auf aktuell 5.038 an“, teilte Gaedke mit. In Engelskirchen ist die einzige in dieser Form auf Endoprothetik spezialisierte Klinik im Oberbergischen Kreis ansässig. Aufgrund seiner wichtigen Stellung in dieser Sparte wird überlegt, das circa 500.000 Euro teure Operationssystem anzuschaffen und somit zukünftig robotisch assistierte Eingriffe durchzuführen. „Dieses System ermöglicht eine individuelle und präzise Ausrichtung des Implantats an die Anatomie des Patienten.“, so Chefarzt Dr. Holger Frackenpohl. Zudem spare diese Methode nach der Einarbeitungsphase Zeit, Instrumente und Geld für jede einzelne Prozedur ein. Somit verfolgt die Klinik bei der möglichen Anschaffung auch wirtschaftliche Interessen neben dem Patientenwohl.
„Das Sprichwort: Alles, was bei drei nicht auf dem Baum ist, wird operiert - trifft hier nicht zu. Jeder Patient wird einem kritischen Indikationsprozess unterzogen“, so der Chefarzt. Man prüfe verschiedene Möglichkeiten der Behandlung - wie Physiotherapie - genau, bevor man sich für eine Operation entscheide, erläuterte Frackenpohl weiter.
Sollte die Klinik sich zum Erwerb des Assistenzsystems entscheiden, kann es in etwa einem halben Jahr vor Ort eingesetzt werden. Die Lebensdauer wird auf etwa 25 Jahre kalkuliert.
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