LOKALMIX

Die Tür bleibt (noch symbolisch) geschlossen

ls; 12.06.2026, 16:00 Uhr
Foto: Iva Pflitsch --- Zahlreiche Mitarbeiter versammelten sich vor dem Eingang.
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Die Tür bleibt (noch symbolisch) geschlossen

ls; 12.06.2026, 16:00 Uhr
Engelskirchen – Mitarbeiter der GFO-Klinik machen am Vormittag auf Missstände im Gesundheitssystem aufmerksam – auch für den Erhalt des Standortes.

Von Leif Schmittgen

 

Es ist ein ungewöhnliches Bild, das sich heute Vormittag für einen Patienten vor dem Krankenhaus in Engelskirchen darstellt. Der sonst stets offene Eingang wurde von Flatterband und etlichen Mitarbeitern der GFO-Klinik in Engelskirchen flankiert. „Was ist das denn für ein Volksauflauf?“, fragt der verärgert wirkende Mann, der im Dauerregen schnell das Gebäude erreichen möchte. Selbstverständlich lassen die Demonstranten den Mann passieren. „Wenn sich nichts ändert, könnte diese Tür bald für immer geschlossen bleiben“, ruft eine Mitarbeiterin in die Menge. Und genau aus diesem Grund – um auf die Missstände im Klinikwesen und drohende Standortschließungen aufmerksam zu machen – werden die Plakate heute öffentlich hochgehalten. „Kein Geld. Keine Versorgung“, ist dort unter anderem zu lesen.

 

Der Träger GFO verfolgt einen gemeinnützigen Zweck und der Klinik ist es deshalb nicht erlaubt, größere Gewinne zu erwirtschaften. Es können somit keine Rücklagen gebildet werden. „Kliniken in öffentlicher Trägerschaft sind sicherlich auch betroffen, allerdings vermutlich nicht so stark wie unsere Einrichtungen“, vermutet Pflegedirektorin Martina Kropp. Zehn GFO-Kliniken an 19 Standorten werden landesweit betrieben. Insbesondere das von der Bundesregierung geplante GKV-Sparpaket (Krankenkassen) und die dadurch zu erwartenden Kürzungen in der Klinikfinanzierung bereiten Sorgen.

 

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„Künftig müssen Patienten womöglich weitere Wege in Kauf nehmen“, sagt die Kaufmännische Direktorin Silvia Klein. „Schon heute kommt die Patientenversorgung auch aufgrund von Personalmangel und wachsender bürokratischer Aufgaben immer kürzer“, ergänzt Chefarzt Dr. Roland Hutzschenreuter. Er spüre die Einsparungen bereits jetzt an vielen Stellen, angefangen bei seiner Dienstkleidung. Laut Kropp werden die Pflegeberufe für junge Menschen immer unattraktiver, da die Bezahlung bei immer höherem Aufwand stagniere. Auch darauf machen speziell die Pflegekräfte heute aufmerksam und werben für eine aus ihrer Sicht ausgeglichene und faire Bezahlung in allen Bereichen.

 

Klinikum Oberberg

 

Das Klinikum Oberberg ist in kommunaler Trägerschaft und wäre von den geplanten Sparmaßnahmen ebenfalls betroffen, wie Kliniksprecherin Dr. Anja Dohrmann auf OA-Nachfrage berichtet. Öffentliche Protestaktionen wie in Engelskirchen seien laut Dohrmann bislang nicht geplant. Allerdings sensibilisiert das Unternehmen die Mitarbeiter über das hauseigene Intranet und macht in sozialen Netzwerken sowie auf der Internetpräsenz öffentlich auf die Missstände aufmerksam.

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