LOKALMIX

Dirk „Adi“ Adolphs ist verstorben

ls; 06.03.2026, 21:45 Uhr
Foto/Repro: Knut Jähnert --- Die Kamera und der Landrover gehörten schon in den frühen 2000er Jahren zu den Markenzeichen von „Adi“.
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Dirk „Adi“ Adolphs ist verstorben

ls; 06.03.2026, 21:45 Uhr
Oberberg – Der bekannte Fotograf und Kulturpreisträger verstarb am 22. Februar nach kurzer schwerer Krankheit (AKTUALISIERT).

Der Fotograf Dirk Adolphs ist am 22. Februar nach kurzer schwerer Krankheit verstorben. Die Beisetzung fand heute im engsten Kreis statt. „Adi“, so nannten ihn seine Freunde, wurde 64 Jahre alt und hinterlässt drei Söhne. Geboren am 6. April 1961 in Gummersbach, wuchs er als Einzelkind im Stadtteil Windhagen auf und machte sich bereits als Jugendlicher im Handballsport einen Namen. Unter anderem stand er für den VfL Gummersbach und den TV Rodt-Müllenbach auf dem Feld.

 

Bei der Firma Steinmüller begann er eine Lehre zum Schlosser. Dem Gummersbacher Unternehmen widmete er auch in seinem späteren Leben große Aufmerksamkeit, betrieb auf der ehemaligen Industriebrache in den frühen 2000er Jahren ein Fotostudio und sammelte mit großer Leidenschaft Artefakte aus der Unternehmensgeschichte, die er später der Stadt Gummersbach überließ. Unter dem Titel „Fünf nach Zwölf“ veröffentlichte er 2010 sein „Lebenswerk“, ein Buch mit zahlreichen Fotografien und Zeitzeugenberichten zur 125-jährigen Firmengeschichte und dem Untergang Steinmüllers Ende der 1990er Jahre.

 

Schon früh war Adolphs von der Fotografie begeistert und bildete sich auf diesem Gebiet autodidaktisch weiter. Seit Mitte der 1990er Jahre war er für regionale Medien aktiv, unter anderem auch für Oberberg-Aktuell. Er hatte sein Hobby zum Beruf gemacht. Auch fing er über viele Jahre die Geschehnisse auf dem Gummersbacher Schützenfest im Foto ein - zuletzt noch im vergangenen Jahr am neuen Veranstaltungsort, dem Stadtgarten. Überregional fotografierte er regelmäßig mit Leidenschaft die legendären „24-Stunden-Rennen“ auf dem Nürburgring und bekam auch den einen oder anderen Formel 1-Fahrer vor die Linse.

 

Sein „scharfer Blick“ für das passende Motiv sprach sich schnell herum, sodass „Adi“ und seine einzigartige Bildsprache auch in der Künstlerszene schnell bekannt wurden. Neben den Steinmüller-Fotos fertigte er auch großformatige Landschaftsaufnahmen seiner oberbergischen Heimat, die auch in zahlreichen Jahreskalendern der damaligen Zeit publiziert wurden. Adolphs liebte die Natur, genoss lange Spaziergänge an der Bruchertalsperre und bildete mit seinem legendären Landrover ein Markenzeichen mit enormen Wiederekennungswert auf den Straßen der Umgebung.

 

Im November 2003 erhielt er aus den Händen des damaligen Landrats Hans-Leo Kausemann den Kulturförderpreis des Oberbergischen Kreises. Kausemann nannte „Adi“ damals einen „Visionär und Einzelkämpfer“. Und genau so werden ihn viele seiner Wegbegleiter in Erinnerung behalten.

 

Nachruf von Frank Helmenstein

 

Der ehemalige Gummersbacher Bürgermeister Frank Helmenstein schrieb am Abend folgende Worte per E-Mail an die OA-Redaktion.

 

Der Tod des Gummersbacher Fotografen Dirk Adolphs erfüllt mich mit tiefer Trauer. 

 

„Adi“ war im besten Sinne eine außergewöhnliche Persönlichkeit - sensibel und introvertiert -, die ich sehr geschätzt und gemocht habe. In über 20 Jahren hatte ich mit „Adi“ unzählige Fototermine - zwei Begebenheiten bleiben mir unvergessen: Da war der 19.10.2004, der zweite Tag meiner Amtszeit als Bürgermeister. Dirk Adolphs nahm mein erstes offizielles Porträtfoto auf.

 

Danach bot er mir an, mich über das Steinmüllergelände zu führen, wo er damals sein Atelier hatte. Seine eindringlichen Schilderungen über den unverschuldeten Niedergang der Firma L. & C. Steinmüller bewegten mich sehr und 2010 habe ich dann über den Zusammenbruch von Steinmüller in Dirk Adolphs großartigem Bildband „Fünf nach Zwölf“ ein Vorwort geschrieben.

 

Als ich 2012 Gummersbacher Schützenkönig wurde, begleitete „Adi“ mein Hofjahr. Hier habe ich einmal mehr unglaublich schätzen gelernt, wie vorzüglich er es verstand, Menschen authentisch zu fotografieren - gerade auch, wenn es um unseren geliebten Gummersbacher Schützenverein ging. 

 

Ich verneige mich vor einem bedeutenden Fotografen und liebenswerten Menschen, den ich in dankbarer Erinnerung behalten werde. Mein aufrichtiges Mitgefühl gilt seiner Familie.

 

In stillem Gedenken

 

Frank Helmenstein

Bürgermeister a. D.

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