LOKALMIX

„Es passt einfach nicht“

ls; 09.05.2026, 14:00 Uhr
Fotos: Leif Schmittgen --- Etwa 100 Radfahrer machen sich gestern auf den Weg.
LOKALMIX

„Es passt einfach nicht“

ls; 09.05.2026, 14:00 Uhr
Engelskirchen – Gestern rief die örtliche ADFC-Gruppe zur Fahrraddemo auf – Grund war die aus Clubsicht teils lebensgefährliche Verkehrsanbindung.

Von Leif Schmittgen

 

Die Ortsgruppe Engelskirchen des ADFC Oberberg (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) hatte gestern Nachmittag zur Fahrraddemonstration aufgerufen. Anlass ist die aus Clubsicht unsägliche Radwegsituation zwischen Engelskirchen-Hardt und – Büchlerhausen. „Ein sicheres Radfahren zwischen Engelskirchen und Ründeroth ist hier nicht gegeben", betonte der Ortsgruppenvorsitzende Ludger Sändker. Der Radweg sei viel zu schmal. „Es passt einfach nicht bei Gegenverkehr“, so Sändker weiter, die Situation sei teils lebensgefährlich, zumal direkt neben dem Weg Fahrzeuge mit 70 km/h vorbeifahren dürfen.

 

[Ortsgruppenvorsitzende Ludger Sändker mit der Skizze des für den ADFC favorisierten Streckenverlauf.]

 

Unter anderem mit am Start war der Wiehlmündener Dirk Tißen: „Ich halte oft an und lasse den Gegenverkehr passieren“, weiß er aus täglicher Erfahrung. Viele Kinder seien auf der Trasse unterwegs, die besonders gefährdet seien. Seit Jahren gibt es Bemühungen vieler Akteure, die Situation zu entschärfen. Die Gemeinde Engelskirchen hatte seinerzeit eine Verwaltungsvereinbarung mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW als Baulastträger und zuständiger Behörde getroffen und damit Planungen für eine Alternativroute bzw. den Ausbau des vorhandenen Radwegs auf die jetzt gesetzlich vorgeschriebene Breite von 2,50 Metern beauftragt. Nach Prüfung durch den Landesbetrieb Straßen.NRW seien laut ADFC alle sechs erarbeiteten Optionen verworfen worden. Die Machbarkeitsstudien – zum Beispiel zur Radwegverbreiterung – waren aus Platz- oder Kostengründen gescheitert.

 

[Dirk Tißen ist fast täglich auf der Strecke unterwegs.]

 

„Kurzfristig können wir nichts erreichen, müssen den Druck aber aufrechterhalten“, sagte Engelskirchens Bürgermeister Lukas Miebach. Er war zum Startpunkt im Ortsteil Unterkaltenbach und hatte dort die etwa 100 mobilisierten Teilnehmer begrüßt. Der ADFC favorisiert eine Streckenführung rechts abseits der Straße. Dort ist das Befahren derzeit nur in eine Richtung erlaubt, zudem müsse laut Sändker eine Brücke über die Agger in Höhe von Haus Ley gebaut werden. Die Gemeinde hat eine Lösung links der Bahngleise im Auge, dort könnte ein Feldweg radtauglich gemacht werden. Beide Lösungen sind mit hohen Kosten verbunden, denn Teile des Felsens müssten abgetragen werden. Miebach möchte in Rat und Ausschüssen verschiedene Lösungen unterbreiten. Ein politisch gewollter Favorit könnte das zur Beseitigung des seit vielen Jahren diskutierten Problems werden. 

 

WERBUNG

„Die Fahrraddemonstration richtet sich an den Landesbetrieb Straßen.NRW, der nach den jahrelangen Bemühungen der Gemeinde Engelskirchen aufgefordert wird, selbst für eine einvernehmliche Lösung des Radwegproblems an dieser Stelle zu sorgen", betonte der Sprecher. Die Radler machten sich anschließend auf den etwa zwei Kilometer langen Weg in Richtung Ründeroth. Geschlossen und begleitet durch Ordner und Polizei ging es auf der gesperrten Straße laut klingelnd bis zur Tankstelle in Büchlerhausen und auf der anderen Seite zurück zum Startpunkt.

BILDERGALERIE

WERBUNG