LOKALMIX

Falke büxt aus: Wildpark Wiehl feiert 60. Geburtstag

mkj; 28.06.2026, 17:35 Uhr
Fotos: Michael Kleinjung --- Die Flugshows der Greifvogelstation Hellenthal gehörten zu den Höhepunkten des Jubiläumsfestes. Vor allem die beeindruckenden Flugmanöver der Adler und Falken begeisterten die zahlreichen Besucher.
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Falke büxt aus: Wildpark Wiehl feiert 60. Geburtstag

mkj; 28.06.2026, 17:35 Uhr
Wiehl - Mit zahlreichen Besuchern feierte der Wildpark Wiehl sein 60-jähriges Bestehen - Bürgermeister Ulrich Stücker würdigte die Bedeutung des Parks als Ort der Erholung, Naturerfahrung und Umweltbildung.

Ein kurzer Moment der Überraschung gleich zu Beginn der Jubiläumsfeier: Kaum hatte die erste Flugshow der Greifvogelstation Hellenthal begonnen, entschied sich der Falke kurzerhand für einen eigenen Ausflug. Statt auf seinen Falkner zurückzukehren, verschwand er über Bäume, Felder und Wiesen in Richtung Hübender.

 

[Wiehls Bürgermeister Ulrich Stücker (l.) und Wildparkleiter Michael Schweers eröffneten die Jubiläumsfeier.]

 

Während die Besucher dem Greifvogel hinterherschauten, fragten sich vor allem die vielen Kinder besorgt, ob er wohl wieder zurückkehren würde. Nach der Vorführung machten sich die Falkner mithilfe eines Peilsenders auf die Suche – mit Erfolg. Der kleine Ausreißer konnte später wohlbehalten wieder eingefangen werden. Dass Greifvögel ihren ganz eigenen Charakter haben, erlebten die Besucher anschließend dennoch aus nächster Nähe. Die Adler flogen mit beeindruckender Präzision zwischen ihren Betreuern am Spalier der Zuschauer entlang und sorgten immer wieder für staunende Gesichter. Die Flugvorführungen gehörten zu den Höhepunkten des Jubiläumsfestes.

 

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Bereits bei der Eröffnung machte Wiehls Bürgermeister Ulrich Stücker deutlich, welchen Stellenwert der Wildpark seit sechs Jahrzehnten für die Stadt besitzt. „60 Jahre Wildpark Wiehl bedeuten 60 Jahre Treffpunkt für Jung und Alt, 60 Jahre Natur erleben und 60 Jahre Naherholung“, sagte er. Gerade in einer Zeit, in der vieles immer schneller werde, biete der Wildpark einen Ort der Entschleunigung. „Hier hat man die Möglichkeit, im Einklang mit der Natur zur Ruhe zu kommen“, betonte Stücker.

 

[Auf Tuchfühlung mit einem Andenadler: Marleen Diederichs, stellvertretende Fachbereichsleiterin für Schule, Kultur, Sport und Tourismus der Stadt Wiehl, zeigte sich beeindruckt von dem majestätischen Greifvogel.]

 

Der Bürgermeister erinnerte daran, dass sich der Wildpark in den vergangenen Jahrzehnten stetig weiterentwickelt habe. Neben der Haltung heimischer Wildtiere seien vor allem Umweltbildungsangebote hinzugekommen. Das Waldpädagogische Zentrum und der modernisierte Waldklimapfad vermittelten Kindern und Jugendlichen Wissen über Natur und Klimaschutz. „Unsere Jugend lernt hier, Natur zu schätzen“, sagte Stücker und verwies auf das Projekt, bei dem alle Wiehler Erstklässler Eicheln pflanzen und die Entwicklung ihrer Bäume in den folgenden Schuljahren begleiten.

 

Dass der Wildpark Menschen über Generationen hinweg verbindet, bestätigt auch Wildparkleiter Michael Schweers. Immer wieder höre er von Besuchern denselben Satz: „Hier war ich schon als Kind.“ Genau das mache den besonderen Reiz des Parks aus. „Wenn man sich die Zeit nimmt und den Tieren zuschaut, merkt man wirklich, wie man innerlich herunterkommt und Ruhe findet“, sagte Schweers. Während sich die Welt immer schneller drehe, könnten Besucher hier beobachten, wie Tiere in ihrem eigenen Rhythmus leben – eine Erfahrung, die heute für viele Menschen wertvoller denn je sei.

 

[Vertreter der Stadt Wiehl, der rumänischen Partnerstadt Bistritz, des Freundeskreises Wiehl–Bistritz sowie der Freizeit- und Sportstätten Wiehl eröffneten gemeinsam die Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen des Wildparks.]

 

Neben den Flugshows lockte das Jubiläumsfest mit einem abwechslungsreichen Programm. Kräuterwanderungen, Kreativangebote für Kinder, Vorführungen von Jagd- und Rettungshunden sowie zahlreiche Informationsstände verschiedener Natur- und Umweltschutzorganisationen machten den Wildpark an diesem Sonntag zu einem beliebten Ausflugsziel für die ganze Familie. Auch für das leibliche Wohl war mit Wildspezialitäten und vegetarischen Angeboten gesorgt.

 

Für die Organisation des Festes zeichnete sich auch Anne Bange verantwortlich. Sie freute sich über die große Resonanz und betonte, dass der Wildpark längst Besucher weit über die Region hinaus anziehe. „Im Wiehler Bereich sind wir schon ziemlich gut bekannt. Hier ist eigentlich immer richtig viel los“, sagte sie. Selbst Anfragen von Gästen aus Frankfurt oder anderen weiter entfernten Regionen seien keine Seltenheit.

 

[Am Stand der BWO (Bilden. Wirken. Oberberg.) und HBW (Heimat. Begleitung. Wohnen.) konnte man sich über das gemeinsame Projekt "Bilden Wirken Oberberg" informieren.]

 

Auch Claudia Hartl von der Greifvogelstation Hellenthal brachte faszinierende Tiere mit nach Wiehl. Neben einem jungen Weißkopfseeadler präsentierte sie unter anderem einen Andenadler, einen Lannerfalken und einen Wüstenbussard. Mit viel Fachwissen erklärte sie den Besuchern die Besonderheiten der einzelnen Arten und machte deutlich, wie wichtig der Schutz dieser beeindruckenden Greifvögel ist.

 

Vor 60 Jahren wurde der Wildpark gegründet. Heute ist er weit mehr als ein Ort, an dem heimische Tiere beobachtet werden können. Er verbindet Naturerlebnis, Umweltbildung und Erholung miteinander und weckt bei vielen Besuchern Erinnerungen an die eigene Kindheit. Die Hoffnung der Verantwortlichen ist, dass auch die Kinder von heute eines Tages mit einem Lächeln sagen werden: „Hier war ich schon als Kind.“

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