LOKALMIX

Feuerverbot am Silbersee ein „Zeichen entgegensetzen"

Red; 07.04.2026, 14:36 Uhr
Foto: Seeger-Hellweg, DSGE --- Kerzenlicht statt Osterfeuer: Mit einer Mahnwache wurde in Erbland an die Bedeutung der der Brauchtumsfeuer erinnert.
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Feuerverbot am Silbersee ein „Zeichen entgegensetzen"

Red; 07.04.2026, 14:36 Uhr
Gummersbach - In Erbland fand eine „Mahnwache für die Brauchtumsfeuer“ statt.

Im historischen Ortskern von Gummersbach-Erbland hat am Abend des Ostersamstags eine „Mahnwache für die Brauchtumsfeuer“ stattgefunden. Anwohner hatten die Veranstaltung als Reaktion auf die Absage des von der Dorf- und Sportgemeinschaft Erbland (DSGE) für denselben Abend geplanten traditionellen Osterfeuers am Silbersee organisiert (OA berichtete). Der Landesbetrieb Holz & Wald hatte aufgrund zu geringen Abstands zur an den Festplatz angrenzenden Bewaldung keine Genehmigung für das Feuer ausgesprochen. Auch die Bemühungen um eine Ausnahmegenehmigung sei laut Mitteilung erfolglos geblieben. Von der Entscheidung des Landesbetriebes ist auch das für November geplante Martinsfeuer betroffen. "Nach Dekaden unfallfreier Brauchtumsfeuer am Silbersee" hatten die beiden Veranstaltungen bereits im Vorjahr nur mit mehreren kleinen Feuerschalen stattfinden können, so die Mitteilung.


Mahnwachen-Initiator Eberhard Maldfeld wollte bewusst keine Alternativ-Veranstaltung organisieren, sondern „Interessierten einen Raum zum gemütlichen Austausch über die aktuelle Lage und mögliche Lösungen bieten“ und zugleich dem Feuerverbot am Silbersee ein „medienwirksames Zeichen entgegensetzen“. Mit der Resonanz war man sehr zufrieden. Neben einem knappen Dutzend interessierter Dorfbewohner folgte auch der DSGE-Vorstand der Einladung. Um die fast leere, nur mit einer symbolischen Gedenkkerze bestückte Feuerschale, habe sich eine lebhafte Gesprächsrunde entwickelt, in der verschiedene Herangehensweisen zur Wiederauferstehung der Brauchtumsfeuer diskutiert wurden.

 

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Maldfeld sei es wichtig, dass Traditionen wie die Brauchtumsfeuer im Frühjahr und Herbst nicht als reines Konsumgut begriffen würden, sondern als wichtige Jahresfeste, die den sozialen Zusammenhalt der Menschen, den Gemeinschaftssinn und den Meinungsaustausch analog und präsent stärken. 

 

DSGE-Vorstand Michael Rüberg zeigte sich im Anschluss an die Mahnwache zuversichtlich, eine Lösung für die kommenden Jahre zu erreichen. So prüfe man nun beispielsweise die Möglichkeit der Umwidmung eines Teils der an den Hallenvorplatz angrenzenden und aktuell ungeachtet des Bewuchses als Wald deklarierten Fläche, um einen ausreichenden Abstand zur Erteilung einer Ausnahmegenehmigung zu erreichen. „Zusätzlich müssten wir Ausgleichsflächen schaffen, was hieße, andere Flächen in Wald umzuwidmen und aufzuforsten – knifflig, aber nicht unmöglich“, so der Vereinsvorsitzende. 

 

Im Gegensatz zu den Brauchtumsfeuern zwar nicht in seiner Existenz bedroht, so wird doch auch das geplante jährliche Sommerfest von den Einschränkungen betroffen sein, denn das vom Landesbetrieb Holz und Wald ausgesprochene Feuerverbot schließt sogar das Betreiben eines Grills mit ein, schreibt der DSGE.

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