LOKALMIX

Gartenschätze ausgiebig getauscht

vma; 26.04.2026, 14:25 Uhr
Fotos: Vera Marzinski --- Früher wurden Ableger und Saatgut aus dem eigenen Garten meist übern Zaun gereicht und an die Nachbarn weitergegeben – heute geht man zur Pflanzentauschbörse.
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Gartenschätze ausgiebig getauscht

vma; 26.04.2026, 14:25 Uhr
Nümbrecht – Die jährliche Pflanzentauschbörse auf Schloss Homburg lockte wieder viele Gartenfreunde und Hobbygärtner an, die bei angenehmen Temperaturen fachsimpelten und nicht nur bei der Biologischen Station Oberberg Informationen erhielten.

Von Vera Marzinski

 

Ob Gemüsesorten – bei der Gartenarche, die dieses Jahr ihr 25. Jubiläum feiert, auch alte Sorten -, Stauden oder andere Pflanzen, auf der Pflanzentauschbörse auf Schloss Homburg, am Europäischen Tag der Streuobstwiesen, war wieder viel zu finden und entdecken. Das Informationsangebot der Veranstalter Rheinischer Landfrauenverband, NABU Oberberg mit der Bergischen Gartenarche, Biologische Station Oberberg und die Regionalgruppe Bergisches Land des NaturGartens wurde intensiv genutzt.

 

Schon kurz nach 10:30 Uhr parkten die Autos auf dem Parkstreifen Richtung Nümbrecht bis zur Einfahrt zum Schloss. Der Schlossberg konnte nur als Einbahnstraße genutzt werden und der linke Fahrstreifen diente als Parkfläche. Felix Rustemeier, derzeit im Bundesfreiwilligendienst bei der Biologischen Station und einer der Parkplatzanweiser, war beeindruckt: „Das ist Eskalation“, fand er sichtlich erstaunt.

 

[Fragen rund um Naturgarten und Co. konnten am Gartentisch der Biologischen Station Oberberg besprochen werden, was auch rege genutzt wurde.]

 

Kein Regen und nicht zu viel Sonne – perfektes Wetter für die Veranstaltung. Andrea aus Hamm an der Sieg war nicht zum ersten Mal hier und hatte ein Bollerwagen dabei, „damit viel reinpasst, alles gut Platz hat und sich nicht gegenseitig erdrückt.“ Kurz vor 11 Uhr hatte sie sich schon mit Waldmeister, Lungenkraut, Tomaten und einer Nachtkerze eingedeckt. Kiana entdeckte einen 20 Jahre alten Riesenkaktus, auch „Schwiegermuttersitz“ genannt.  „Den wollte sie unbedingt haben“, so Vater Markus. Das Gewächs wird nun in Breunfeld einen neuen Standort finden.

 

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Unzählige kleine Stände verteilten sich auf dem Gelände. Manche waren mit Tapeziertischen gekommen und drapierten ihre Pflanzen dort. Andere kamen mit Weidenkörben, in denen Borretsch oder weiße Melisse auf neue Gartenfreunde wartete. Eine Beratung der Vorbesitzer gab es kostenlos dazu. Mancher suchte nach etwas Speziellem, andere tätigten Spontankäufe, wie Maria aus Wiehl, die am Stand der Gartenarche Butterkohl entdeckte. Eigentlich wollte sie sich hier nur den neuen Saison- und Aussaatkalender für das Bergische Land (OA berichtete) besorgen.

 

[Kiana hatte den „Schwiegermuttersitz“-Kaktus und wollte ihn unbedingt mitnehmen.]

 

Im Landschaftshaus konnten die Gäste Vorträgen lauschen. Unter anderem stellte Carola Hoppen Streuobstwiesen näher vor und erklärte deren Bedeutung für die Biodiversität. Die Fruchtsaftkelterei Weber bot Köstlichkeiten an und informierte zur Artenvielfalt alter Obstbaumsorten. Die Landfrauen hatten nicht nur wieder ihre köstlichen Waffeln und Kaffee im Angebot, sondern auch Schätze aus ihren Gärten dabei.

 

Zum dritten Mal war Katja aus Morsbach mit selbst vorgezogenen Tomaten und anderen Pflänzchen aus dem eigenen Garten bei der Pflanzentauschbörse. Gerne schlug sie bei Rückfragen ihr Gartenbuch auf mit Bildern, wie die Pflanze später aussieht, und hatte dazu informative Erklärungen. Sie ist am 9. Mai beim Pflanzen-Garten-Flohmarkt in Altwindeck auf dem Platz vor dem Museumsdorf zu Gast – ein weiterer Pflichttermin für Hobbygärtner. Vielleicht finden sie dort dann das, was in Nümbrecht nicht im Angebot war oder schon jemand anderes ertauscht hatte.

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