LOKALMIX
Geflüchtete Frauen: Mit Mentoring-Programm zum Job
Oberberg - Kommunales Integrationszentrum des Kreises unterstützt Projekt Mentegra für mehr Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt.
Zugewanderten Frauen Kontakt zu Unternehmen zu ermöglichen und in der neuen Berufswelt zu begleiten: das ist das Konzept des Projekts Mentegra. Eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter dort begleitet sie als ehrenamtliche Mentorin oder ehrenamtlicher Mentor. Ein Durchlauf umfasst zwölf Monate und soll die Frauen auf ihrem eigenen Weg stärken. Im Oberbergischen Kreis ist das möglich über das Kompetenzzentrum Competentia in Kooperation mit dem Kommunalen Integrationszentrum des Oberbergischen Kreises (KI).
Mentegra ist eine Begriffskombination aus Mentoring und Integration. Bisher umfasst die Förderung fünf Mentegra-Zyklen über jeweils zwölf Monate bis einschließlich 2027. Im März 2026 ist der aktuelle Durchlauf gestartet, hierbei gibt es erneut ein Oberberger Tandem.
Von dem Projekt Mentegra überzeugt ist laut Mitteilung die Lang AG in Lindlar, Dienstleister für professionelle Videoanwendungen. Die Unternehmensführung sehe in diesen neuen Impulsen unter anderem konkrete Ansätze für Kooperationen oder Weiterentwicklungen im eigenen Unternehmen. „So wird es auch möglich, aktiv zur Entwicklung von Frauen beizutragen und Erfahrungen weiterzugeben“, sagt Kamilla Wysocki, Director Operations bei Lang.
Sie hat die Ukrainerin Olha Leksau als Mentorin im Rahmen des Projekts Mentegra auf ihrem Weg in die deutsche Arbeitswelt begleitet. Die beiden Frauen haben sich im vergangenen Jahr regelmäßig getroffen und ausgetauscht: „Teils strukturiert mit konkreten Zielen, teils auch ganz offen, ja nachdem, was gerade relevant war.“, berichtet Kamilla Wysocki. „Besonders wertvoll war die Kombination aus strategischen Gesprächen, zum Beispiel Karriereplanung und sehr praktischen Themen aus dem Alltag. Dieses Mentoring-Tandem hat meinen Blick nochmal deutlich erweitert, insbesondere für die Hürden, mit denen geflüchtete Frauen beim Einstieg in den Arbeitsmarkt konfrontiert sind.“
Für Kamilla Wysocki ist in dieser 1:1-Begleitung der größte Vorteil die Tiefe. „Hier können auch sensible Themen offen angesprochen werden, sei es Unsicherheit, Karriereentscheidungen oder persönliche Hürden.“
Die gelernte Projektplanungsingenieurin Olha Leksau ist ihr dafür sehr dankbar: im vergangenen Durchlauf, von April 2025 bis März 2026, wurde die Ukrainerin im Rahmen des Programms Mentegra beim Ankommen in der Lang AG begleitet und unterstützt. „Das Schöne an dem Projekt ist, dass es nicht nur um klassische Karrierefragen ging, sondern oft um ganz grundlegende Themen wie Orientierung, Selbstvertrauen und das Ankommen in einem neuen Umfeld“. Die Zugewanderte hat nach ihrer
Ankunft in Deutschland bereits als Energieberaterin gearbeitet. „Eine Tätigkeit, die ich auch weiterhin ausüben möchte.“
Für den 2027 beginnenden Durchlauf ist die Bewerbung ab Herbst 2026 möglich. Für Nachfragen wenden sich Interessierte an das Kommunale Integrationszentrum des Oberbergischen Kreises, Julius Zentz, Tel.: 02261/ 88 12 47 und an Larissa Busch, Tel.: 02261/88 12 56.
Wer sich als Mentor oder Mentee direkt bewerben möchten, wendet sich an die Projektkoordinatorin Kübra Yilmaz unter Tel.: 0152/57 97 22 10 oder per E-Mail an kuebra.yilmaz@stadt-koeln.de.