LOKALMIX
Goldener Herbst fürs Obstwiesenfest
Lindlar – Der Herbst zeigte sich am Wochenende von seiner besten Seite und so nutzten auch viele den „Goldenen Herbst“ am Sonntag für einen Besuch beim Obstwiesenfest im LVR-Freilichtmuseum.
Von Vera Marzinski
Der Herbst ist die Zeit der Bauernmärkte, Erntedankfeste und Herbstmärkte. Einer davon ist das Obstwiesenfest in Lindlar. Hier ging es am Wochenende rund ums Obst – vom Baum über die Ernte bis zum Obsterzeugnis – mit einer Obstsortenschau, dem Verkauf von Produkten aus der Region und zahlreichen Handwerksvorführungen. An dem sonnigen Herbstsonntag war der Parkplatz am Museum schon vormittags proppenvoll.
Eine unendliche Anzahl von Äpfeln und Birnen erwartete die Besucher in der Eckenhagener Scheune – auf Tellern drapiert mit Schildern zur Sorte, wie der Paafenapfel, das Rheinische Seidenhemdchen, der Bergische Herrenapfel oder ein Prinzenapfel. Hier konnten die interessierten Gartenliebhaber so manche Sorte entdecken. Davon hatten sicherlich einige auch im eigenen Garten entsprechende Obstbäume.
Und Pomologe Olaf Schriever wurde vielfach an seinem Stand vor der Scheune aufgesucht, wo so mancher ein paar der Äpfel aus dem heimischen Garten abgab, um sie von ihm bestimmen zu lassen. Ab und zu wurde das Treiben an der Scheune von zischenden Geräuschen übertönt, denn daneben stand die neue Dampfmaschine des Museums, die viele Leute anzog.
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[Geschmacklich sind viele alte Apfelsorten bis heute einzigartig und unerreicht. Einige Sorten konnten die Besucher in der Eckenhagener Scheune entdecken.]
Im Freilichtmuseum gibt es immer viel zu sehen und immer wieder mal Neues. Aber auch Altes, wie der Dörrofen in der Scheune aus Rösrath-Großhecken. Gedörrt wurden früher vor allem Äpfel und Birnen, außerdem Zwetschgen, Pflaumen und Kirschen, aber auch Gemüse. Alles im Dörrofen - haltbar gemacht bei Temperaturen um die 50 Grad Celsius. In den einzelnen Häusern und Scheunen des Freilichtmuseums des Landschaftsverbands Rheinland in Lindlar schlummern unzählige Alltagsgegenstände aus vergangener Zeit, die heute fast vergessen sind.
Heimische Äpfel zum Probieren und mitnehmen boten auch Sigrid Fröhling und ihre Tochter Lena an. Schön leuchtete der Danziger Kantapfel, der nicht so süß und nicht zu sauer ist. Auch Bäumchenäpfel und Quitten hatten sie dabei sowie selbst gemachte Marmelade und Liköre, wie den Hexenschreck, für den man unter anderem Schlehen benötigt.
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[Alte Apfelsorten hatten Sigrid Fröhling und ihre Tochter Lena auch dabei. Schon am Tag zuvor waren sie beim Obstwiesenfest in Ödinghausen.]
Gleich zwei Saftpressen gab es beim Obstwiesenfest – vorm Museum und in der Zehntscheune im Hof zum Eigen. Hier gab es auch reichlich Angebote für Kinder, wie Basteln mit Naturmaterialien. Die Besucher konnten natürlich noch viel mehr bestaunen: Leckere Speisen wie Flammkuchen oder frisch zubereitetes Brot und Mandeln standen im Angebot. Aber auch Pralinen oder Reibekuchen, Pizza und anderes für das leibliche Wohl sowie beim Imker Honig.
Zudem ein großer Stand mit massenhaft Kürbissen. Wie beispielsweise ein „Bratkartoffel“-Kürbis, für den auch ein Rezept zum Abfotografieren dabei lag. Natürlich fehlten auch weitere dekorativen Produkte passend zur Herbstzeit nicht. Beate aus Waldbröl hatte einen schönen Trockenkranz aus lila-rosa farbenen Hortensien entdeckt und nahm ihn mit für ihre Herbstdeko. Und für das Nachmittagskaffee hatten sie und ihr Mann noch ein paar Stücke Kuchen vom Stand des Fördervereins mitgenommen – natürlich frischen Obstkuchen.
Ein tolles Fest an diesem sonnigen Herbsttag. Schon bald geht es wieder um die Ernte im Freilichtmuseum: beim jährlichen Kartoffelfest am 18. Oktober.
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