LOKALMIX
Hundesportverein musste Domizil räumen
Marienheide – Aufgabe des Vereinsgeländes wegen Gewerbegebiet-Erweiterung – Suche nach neuer Heimstätte gestaltet sich schwierig.
Von Leif Schmittgen
Der Hundeverein GHSV Wildbahn ist dringend auf der Suche nach einem Vereinsgelände. Das bisherige Areal „Zum Schlahn“ musste wegen der Erweiterung des Gewerbegebietes Griemeringhausen an den Eigentümer, die Gemeinde Marienheide, zurückgegeben werden. „Wir haben uns ordentlich voneinander verabschiedet“, erinnert sich die Vorsitzende Sabine Schroer an die kürzlich stattgefundene Schlüsselübergabe. Bauschmerzen bleiben bei der Vereinschefin aber trotzdem. Seit Jahren hatten sich die Wildbahn-Mitglieder nach Alternativen umgeschaut, bislang ohne Erfolg. „Die Gemeinde hat uns seinerzeit nur einen einzigen Vorschlag unterbreitet, der für uns aber nicht infrage kam“, so Schroer. Sie hätte sich schon damals mehr Unterstützung von der Verwaltung erhofft.
Die ganz speziellen Anforderungen machen die Suche nach einem Grundstück kompliziert. Es müsse laut der Vorsitzenden über Unterstellmöglichkeiten für Trainingsgeräte verfügen und eine Mindestgröße haben, um auch Turniersport zu ermöglichen. Noch dazu gilt es die passende Topografie und den Lärmschutz zu beachten. „Ideal wäre eine Fläche mit angrenzender Scheune“, meint Schrier. Anfragen bei anderen Hundesportvereinen scheiterten bislang, da diese ebenfalls nur über Zeitverträge verfügten. Ein anderes Mal war die verlangte Pacht zu hoch.
Marienheides Bürgermeister Sebastian Heimes, der die Problematik von seinem Amtsvorgänger Stefan Meisenberg übernommen hat, bedauert die Umstände: „Wir mussten leider eine Änderung des Flächennutzungsplanes beschließen, weil wir keine weiteren Erweiterungsmöglichkeiten für Gewerbe haben“, so Heimes. Juristisch ist somit alles in trockenen Tüchern, moralisch aber zeigt er Verständnis für die Situation des über 60 Jahre alten Traditionsvereins. Er verspricht auf OA-Nachfrage, Augen und Ohren offen zu halten. Vor etlichen Jahren hatten die Wildbahn-Mitglieder schon einmal ein Pachtgelände wegen Eigennutzung aufgeben müssen und waren dankbar für die idealen Bedingungen, die ihnen seinerzeit die Gemeinde bot. Diese hatte dem Verein damals auch ehemalige Flüchlingsunterkünfte zur Verfügung gestellt, die als Vereinsheim und Abstellbereich genutzt wurden.
Sabine Schroer und ihren Mitstreitern läuft derweil die Zeit davon. Derzeit halten noch rund 20 Menschen dem Verein die Treue, Tendenz sinkend. „Die Menschen brauchen eine Perspektive“, zeigt die Vorsitzende durchaus Verständnis für Abwanderungsgedanken. Denn Hundetrainings seien ein kontinuierlicher Prozess, weshalb sich viele der Hundesportler langsam, aber sicher nach Alternativen in der Region umsehen. Sollte sich keine Lösung finden, werden die Mitglieder im kommenden Jahr wohl über eine Liquidation des Vereins nachdenken müssen.
Weitere Informationen und Kontakt: ghsv-wildbahn.de