LOKALMIX

Mehr Bewegung gegen Defizite

pra; 15.07.2026, 12:30 Uhr
Fotos: Leif Schmittgen --- Die KSB-Vetreter und Friedhelm Julius Beucher (li. ) warben gestern für mehr Bewegung.
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Mehr Bewegung gegen Defizite

pra; 15.07.2026, 12:30 Uhr
Oberberg – Immer mehr Kinder mit Auffälligkeiten – Initiative der „Bewegungskindergärten“ soll dem entgegenwirken.

Von Josephine Tscheliesnigg

 

Trotz 154 Kitas im Oberbergischen Kreis gibt es nur 14 „Bewegte Kitas“. Um diese Situation zu verändern, fand gestern in der Gummersbacher Halle 32 ein Workshop für Vertreter von oberbergischen Kitas statt. Die Idee für den Workshop stammt von Anja Lepperhoff, Geschäftsführerin des Kreissportbundes Oberberg. Einige Erzieher und Pädagogen sind der Einladung gefolgt. Die landesweite Initiative der „Bewegungskindergärten“ wurde den Vertretern vor Ort anhand von Fachvorträgen erläutert. Vor allem, welche Wichtigkeit dem Projekt zugrunde liegt und wie man zur „Bewegungs-Kita“ wird, spielten eine große Rolle.

 

 

„Früher war die Altstadt in Bergneustadt unser Spielplatz und als der Bach zu tief wurde, hat man schwimmen gelernt“, erinnerte sich Friedhelm Julius Beucher, Vorsitzender des Vereins für Soziale Dienste, der ebenfalls als Kita-Träger fungiert. Heute sei das grundlegend anders. „Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang, den es zu unterstützen gilt“, merkte er an. Ein Zusammenhang bestünde vor allem zwischen dem Lernen im Kopf und der Bewegung im Körper, weshalb Bewegung zur Pflicht gemacht werden müsse.

 

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Weder rückwärtslaufen noch auf einem Bein hüpfen: Die Defizite der Kinder werden immer größer. Dies zeigen die Daten der Schuleingangsuntersuchungen. Natalia Jörg (Foto), Sachgebietsleiterin Kinder- und Jugendärztlicher Dienst beim Gesundheitsamt des Oberbergischen Kreises, machte den Vertretern deutlich, dass Defizite neben der Körperkoordination auch die Sprachentwicklung betreffen. Auffällig sei, dass allein durch die Länge der Kita-Besuche bereits Unterschiede deutlich würden. „Die Kitas setzen einen Impuls im Leben der Kinder“, so Natalia Jörg. Je länger ein Kind die Kita besucht, umso besser sei die Entwicklung. Auch die Mediennutzung wurde thematisiert. So verbringen bereits zehn Prozent der Kindergartenkinder über zwei Stunden vor den digitalen Medien. Infolgedessen kann eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine beeinträchtigte Körperkoordination und Adipositas beobachtet werden.

 

Für Hagen Jobi, Vorsitzender des Kreissportbundes Oberberg, hat das Programm eine hohe Wichtigkeit. „Bewegung ist keine Nebensache. Sie ist die Grundlage für gesundes Aufwachsen“, so Jobi. Er sieht in den Kitas einen Ort, der viele Chancen bietet, um Kinder in Bewegung zu bringen. Die Anleitungen in den „Bewegungs-Kitas“ sollen von qualifizierten Erziehern kommen. Diese können eine Ausbildung in 90 Lerneinheiten absolvieren. Die regelmäßige Fortbildung ist dabei entscheidend. Um eine Bewegungs-Kita zu werden, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Entscheidend ist, dass die Kitas mit einem regionalen Sportverein kooperieren.

 

 

Der Kontakt zum Verein ist notwendig, damit die Möglichkeiten wahrgenommen werden und vor Ort nutzbar sind. Auch die Eltern würden dadurch Bewegungsangebote kennenlernen und aktiv werden. Nach dem Motto „Jedes Kind soll sich jeden Tag bewegen“ haben Lepperhoff und Jobi den Wunsch, dass jede Kita eine „Bewegungs-Kita“ wird.

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