LOKALMIX
Mit Universalangebot eine individuelle Marktlücke schließen
Gummersbach – Mit Haarersatz möchte Tim Schulte ein im Oberbergischen einzigartiges Angebot etablieren.
Von Leif Schmittgen
Es ist auf den ersten Blick etwas paradox: Mit einem Komplettangebot für Haarersatz ist Tim Schulte Seit 1. März im Gummersbacher Gründer- und Technologiezentrum (GTC) am Start. Die Floskel „Alles aus einer Hand“ ist im Handwerk weit verbreitet und doch befriedigt der Friseurmeister mit seinem Institut für Haarästhetik „privé“ offensichtlich eine ständig steigende Nachfrage und schließt damit offensichtlich eine Marktlücke. „In der Region ist mir keine zweite Einrichtung mit einem derart umfangreichen Angebot bekannt“, sagt der 37-Jährige. Was wie Werbung klingt, hat jedoch oftmals einen ernsten Hintergrund: Denn die meisten von Schultes Klienten leiden unter Erkrankungen, oftmals Krebs. „Die Überlebensraten steigen glücklicherweise, aber leider auch die Fälle der Erkrankungen“, weiß Schulte.
[ Tim Schulte hat Kühlklappen im Sortiment.]
Und so individuell wie die Krebsdiagnose seien eben die Bedürfnisse der zu 70 Prozent weiblichen Klientel. „Bei Frauen übernimmt die Krankenkasse komplett oder einen Teil der Kosten. Bei Männern gibt es dagegen keine Zuschüsse“, so der Experte. Was gedeckt ist, hänge von der Qualität ab. Bei etwa 400 Euro startet das Angebot mit Kunsthaarperücken, nach oben gibt es – zum Beispiel bei Individualanfertigungen – keine Grenzen. Tim Schultes Angebot reicht von Haarsalz zum Kaschieren über Haarteile bis hin zu Komplettlösungen. Er kenne zwar Friseure, die entweder das eine oder das andere mit im Sortiment hätten, vom Umfang her sei sein Angebot aber in der Region einzigartig. Kunden aus dem Umkreis von bis zu 150 Kilometern besuchen den Experten, der zunächst mit jedem Klienten ein umfangreiches, aber kostenloses Beratungsgespräch führt, und damit auch dem Gefühl der „Massenabfertigung“ entgegenwirkt.
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Damit bei einer Chemotherapie möglichst viele körpereigene Haare erhalten bleiben, bietet der Fachmann sogenannte Kühlklappen an. Diese ist bei der Behandlung aufzusetzen und bei −16 bis −21 Grad Kälte werden die Haarwurzeln „kaltgestellt“, somit bleibt ein Großteil der Haare erhalten. Diese Kosten würden zwar (noch) nicht von der Kasse getragen, der Effekt sei aber verblüffend. „Haarersatz ist salonfähig geworden“, so der in Marienheide lebende Friseurmeister und Betriebswirt des Handwerks. Deshalb habe er immer mehr Zulauf, auch von Kunden, die keine gesundheitlichen Probleme haben.
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[Mit Haarsalz lässt sich vieles verdecken.]
„Noch vor zehn Jahren waren Haarteile oder künstliche Wimpern tabu“, so Schulte. Durch die sozialen Medien sei das Thema massentauglich geworden und auch im TV werde von Moderatorinnen offen über Hair-Extensions gesprochen. Auch eine Tatsache, die Tim Schulte, der jahrelang in einem Lüdenscheider Salon angestellt war und sich beim Thema Zweitfrisuren einschlägig weitergebildet hat, zur Selbstständigkeit bewegt. Er hofft, mit seinem Universalangebot eine individuelle Marktlücke zu schließen.
Kontakt
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„privé“ - Institut für Haarästhetik
Bunsenstraße 5
51647 Gummersbach
Tel.: 0152/02 03 04 99