LOKALMIX

Moscheeverein vereint Christen und Muslime beim Fastenbrechen an einem Tisch

pn; 14.03.2026, 10:30 Uhr
Fotos: Michael Kleinjung ---- Der Moscheeverein aus Bergneustadt organisierte diese Woche ein gemeinsames Iftar-Essen für die Stadtgesellschaft im Krawinkelsaal.
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Moscheeverein vereint Christen und Muslime beim Fastenbrechen an einem Tisch

pn; 14.03.2026, 10:30 Uhr
Bergneustadt - Beim Fastenbrechen des Moscheevereins wird der interreligiöse Zusammenhalt beschworen - Viele Gäste aus der Stadtgesellschaft feierten mit.

Von Peter Notbohm

 

Es ist eine Besonderheit in diesem Jahr: Die christliche Fastenzeit und der muslimische Fastenmonat Ramadan begannen am selben Tag. Mit dem Ende des Karnevals am Aschermittwoch startet für Christen der Auftakt der 40-tägigen Vorbereitungszeit auf Ostern; für Muslime begann der Ramadan, eine Zeit des Fastens, des Gebets und der geistlichen Erneuerung, ebenfalls am 18. Februar mit Erscheinen der Neumond-Sichel. Für Gläubige beider Religionen der Aufbruch in Wochen des Verzichts und der Besinnung und in diesem Jahr aufgrund des parallelen Starts für viele ein guter Moment des interreligiösen Dialogs.

 

[Semanur Kayisi hatte mit den Mitgliedern der Frauen- und Jugendgruppe des Moscheevereins das Iftar-Essen organisiert.]

 

Am Donnerstag hatte die Türkisch-Islamische Gemeinde zu Bergneustadt zum gemeinsamen Fastenbrechen, dem sogenannten Iftar-Essen, in den Krawinkelsaal eingeladen. Das Ziel: Die Stärkung von Gemeinschaft und Beziehungen in der Gesellschaft. Christen und Muslime aus der Bergneustädter Stadtgesellschaft saßen gemeinsam am Tisch, pflegten den Dialog und setzten ein Zeichen der Positivität und Besinnlichkeit. Eine der fünf Säulen des Islams, wie Moderator Mustafa Özgül erklärte: „Der Ramadan ist eine Zeit des Innehaltens und der inneren Einkehr. Wir wollen das friedliche Miteinander und die Versöhnung feiern. Wir Muslime sind Bürger aus der Mitte der Gesellschaft.“

 

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Auch der Vorsitzende des Moscheevereins Fetin Karaca (Foto) betonte die Kraft, die dem Fastenbrechen innewohnt: „Solche Begegnungen stärken gegenseitiges Vertrauen sowie den Respekt voreinander und tragen zum Zusammenhalt in der Gesellschaft bei.“ Für Muslime sei es auch eine Zeit, in der man an Menschen denke, die unter Armut und Leid leiden, besonders an Kinder. Das Iftar-Essen war von der Frauen- und Jugendgruppe des Moscheevereins organisiert worden. Semanur Kayisi (Frauenvorstand) und Tuana Tasdemir (Jugendvorstand) betonten ebenfalls, dass solche Veranstaltungen über Glaubensgrenzen hinweg das Rückgrat einer Gemeinde bilden. Stolz berichteten sie, dass der Moscheeverein im vergangenen Jahr mit Spenden die Tafel, die Feuerwehr oder auch die Ursula Barth-Stiftung unterstützt habe.

 

Grußworte entrichteten außerdem Fatih Sayin (Generalkonsulat Köln), Bürgermeister Matthias Thul und der stellvertretende Landrat Harald Langusch. Thul sprach von einem besonderen Brauch und vielen Gemeinsamkeiten trotz unterschiedlicher Traditionen zwischen den beiden Weltreligionen: „Es ist eine Zeit, in der nicht nur der Essensverzicht im Vordergrund steht, sondern es ist auch eine Zeit der inneren Einkehr, um aus dem hektischen Alltag zurückzutreten. Diese Phase hilft vielen ihren Glauben zu stärken.“ Auch Langusch betonte, dass das gemeinsame Fasten „ein Element ist, um unsere vielfältige Gemeinschaft im Oberbergischen zu stärken“. Bevor pünktlich zum Sonnenuntergang um 18:35 Uhr das reichhaltige Büffet eröffnet wurde, rezitierte Mohammed Köksal noch die erste Sure des Korans Al-Fātiḥa sowie den im Islam wichtigen Thronvers Âyat-Al Kursî.

 

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