LOKALMIX

Neuer „Ankerpunkt“ für Familien

lw; 04.03.2026, 09:15 Uhr
Foto: Lars Weber --- Kreisdezernent Ralf Schmallenbach (v.li.), Kreisjugendamtsleiter Andre Steiniger, Myriam Moro (Kreisjugendamt), IB-Bereichsleiterin Sarah Bayer, der Leiter des Familienbüros Frank Halberstadt, Lotsin Irina Andrusik und Bürgermeisterin Larissa Weber.
LOKALMIX

Neuer „Ankerpunkt“ für Familien

lw; 04.03.2026, 09:15 Uhr
Waldbröl – Familienbüro öffnet in der Vennstraße – Unterstützungsangebote und Beratung sollen präventiv wirken – Weitere Standorte im Kreis kommen.

Von Lars Weber

 

Nachdem bereits die Familienbüros in Morsbach und Hückeswagen (hier in Trägerschaft der Caritas) an den Start gegangen sind, ist nun auch in Waldbröl ein Familienbüro eröffnet worden. In der Vennstraße 4 direkt im Zentrum trafen sich Montag das Team des Trägers, das ist der Internationale Bund (IB) West, des Oberbergischen Kreises als Initiator und Geldgeber und Vertreter unterschiedlicher Einrichtungen und Projekte, um dies zu feiern. Das Familienbüro soll ein klarer Anlaufpunkt für Familien in Waldbröl sein, die Unterstützung benötigen. Im Fokus steht die Prävention.

 

WERBUNG

Das Kreisjugendamt ist seit 2021 Teil der Landesinitiative „kinderstark – NRW schafft Chancen“. Das Land möchte mit diesem Projekt unter anderem den Auf- und Ausbau sogenannter kommunaler Präventionsketten fördern. Kommunale Präventionskette meint in diesem Zusammenhang eine Kette von Angeboten beginnend in der Schwangerschaft bis ins junge Erwachsenenalter. Ziel dieser Präventionskette ist es laut Kreis, altersgerechte Unterstützungsangebote zu schaffen, an denen entlang Kinder- und Jugendliche groß werden können. Diese Angebote sollen niederschwellig in kommunalen Familienbüros zur Verfügung gestellt werden.

 

Für den IB West sei das Thema sofort interessant gewesen, als der Kreis vor drei Jahren die Familienbüros ausgeschrieben hatte, sagte Bereichsleiter Thomas Michalske bei der Eröffnung. Man sei sogleich in die Konzepte eingetaucht, die später gemeinsam mit dem Kreis weiterentwickelt worden seien. „Wir wollen zentrale Anlaufstelle für alle Familien sein.“ Über Lotsen sollen die Menschen ins Netzwerk vermittelt werden, wo sie Unterstützung bekommen.  Darüber hinaus soll ermittelt werden: Wo liegen Bedarfe, wo sind Lücken, die mit eigenen Projekten gefüllt werden sollen? Die Trägerschaft läuft zehn Jahre: Viel Zeit also, um die Entwicklung voranzutreiben. „Wir wollen hier Raum schaffen.“ Auch Vereine können zum Beispiel die Räume in der Vennstraße nutzen, um Projekte vorzustellen. Michalske und die Verantwortlichen dankten in diesem Zusammenhang ihren Vermietern, die den Ausbau der Räume übernommen hatten.

 

[Welcher Verein oder welche Institution kann an welchem Punkt im Leben hilfreich sein? Auf dem Schaubild für die Präventionskette konnten sich die Gäste eintragen.]

 

Kreisdezernent Ralf Schmallenbach nannte die Familienbüros einen „wichtigen Baustein für eine starke und familienfreundliche Infrastruktur“. Sie sollen Orte der Orientierung, Beratung und des Lotsens sein. „Es soll geholfen werden, bevor Probleme größer werden.“ Eltern erhalten dort Antworten bei Fragen zu Erziehung, Schule oder Kita, bekommen Unterstützung bei familiären Herausforderungen, außerdem gibt es Informationen, welche Leistungen oder Hilfen einem zustehen. Es soll aber auch Gruppenangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geben oder auch Eltern-Cafes. Familien sollen begleitet werden, unabhängig von Herkunft, Lebensform oder Lebenslage. Die Uni Siegen begleitet das Projekt, so Schmallenbach weiter.

 

Er betonte, dass das neue Familienbüro nicht der Grund für die Schließung des Nachbarschaftsbüros in Eichen sei, das Ende des vergangenen Jahres seine Türen schließen musste. Das Ende des einen Angebots und der Start des anderen seien zufällig passiert. In Eichen hätten sich schlicht die Rahmenbedingungen für das Nachbarschaftsbüro geändert. Gleichwohl unterstrich Schmallenbach, auch die Menschen in Eichen erreichen zu wollen. In Waldbröl gebe es aber auch Sozialräume darüber hinaus. Daher freut er sich über den zentralen Standort des Familienbüros, wo ein „Ankerpunkt“ für die Waldbröler entstehen solle.

 

[In der Kinderecke kann sich der Nachwuchs amüsieren, während die Eltern beraten werden.]

 

Dies hofft auch Bürgermeisterin Larissa Weber. „Hier gibt es unbürokratisch Hilfe für Familien.“ Dadurch sollen sich die Startchancen für Kinder verbessern. Das Büro sei ein Signal: „In Waldbröl werden Familien aufgefangen“.

 

Bereichsleiterin Sarah Bayer machte auf Nachfrage deutlich, dass die Familienbüros nicht von dem laufenden Insolvenzverfahren der IB West tangiert sind. So werde dementsprechend weiter geplant. Schon in einigen Wochen soll das Familienbüro in Bergneustadt eröffnet werden. Es folgen noch Standorte in Engelskirchen und Nümbrecht. Die Caritas wird zudem nicht nur das Familienbüro in Hückeswagen betreiben, sondern auch in Lindlar und Marienheide. So werden alle Kommunen ohne eigenes Jugendamt abgedeckt sein.

 

Das Familienbüro in Waldbröl, Vennstraße 4, hat geöffnet montags von 13:30 bis 19:30 Uhr, dienstags von 12 bis 18 Uhr, mittwochs bis freitags von 9 bis 15 Uhr sowie jeden ersten Samstag im Monat von 9 bis 12 Uhr. Kontakt ist über Tel.: 0176/72026297 oder per E-Mail möglich.

WERBUNG