LOKALMIX
Richtfest im Herzen von Strombach
Gummersbach – An der neuen Lilli-Henoch-Sporthalle wurde heute Richtfest gefeiert – Bau soll in diesem Jahr fertig werden.
Eigentlich wird ein Richtfest gefeiert, wenn der Rohbau eines Gebäudes steht und auch die Dachkonstruktion fertiggestellt worden ist. Im Gummersbacher Ortsteil Strombach war heute aber schon deutlich mehr zu sehen. Am Mittag wurde oberhalb vom Fußballplatz Richtfest gefeiert. Dort, wo einst die 1960 erbaute Hauptschule Strombach samt Turnhalle stand, wird aktuell eine neue Sporthalle gebaut. Der Rohbau steht, das Dach ist fertig, ein Teil der Holzfassade bereits montiert. Sogar die Fensterfronten sind schon eingebaut. Höchste Zeit also, um gemeinsam auf den Baufortschritt anzustoßen.
Ob aus Rat und Verwaltung, der Nachbarschaft oder auch ansässigen Vereinen: viele waren heute zum Richtfest gekommen – „einem Richtfest im Herzen von Strombach“, wie Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit zu Beginn sagte. Die Planung der neuen Halle ist angelehnt an die alte Halle. Mit einer Fläche von etwa 15 m x 24 m ist sie für Volleyball-Wettkampfbedingungen geeignet. Vier Umkleidekabinen soll es geben, eine Tribüne mit Blick auf das Sportfeld, WCs, eine Küche und ein Foyer, das auch unabhängig von der Sporthalle als Bürgertreffpunkt dienen soll. „Das ist keine reine Sportstätte, sondern ein Ort der Begegnung“, sagte Halding-Hoppenheit.
Die neue Sporthalle sei dem Bürgermeister zufolge ein Zeichen für drei Aspekte. Erstens: Dass die Halle mit Lilli Henoch nach einer jüdischen Sportlerin benannt wird, sei „ein starkes Signal dafür, dass in Gummersbach Haltung zählt“. Zweitens würde Gummersbach trotz der finanziellen Lage investieren. „Gummersbach ist finanziell notleidend. Die strukturelle Unterfinanzierung lässt sich bei uns nicht mehr verbergen; wir nähern uns dem Haushaltssicherungskonzept“, sagte der Bürgermeister. Und drittens lege die Stadt darauf Wert, den Sport und das Ehrenamt zu unterstützen und zu fördern. Für all das stehe die Lilli-Henoch-Sporthalle symbolisch.
In diesem Jahr möchte die Stadt laut Halding-Hoppenheit insgesamt über 19 Millionen Euro investieren. Der Bau der neuen Sporthalle soll 4,5 Millionen Euro kosten. Davon kommen 2,6 Millionen Euro vom Bund aus dem Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“. Nicht zuletzt geht es bei dem Projekt um Nachhaltigkeit. Auf dem Dach der Halle soll eine großflächige Photovoltaikanlage montiert werden, die nicht nur den Eigenstrombedarf decken, sondern auch Strom für das Wohnquartier liefern soll. Außerdem soll das Gebäude den Effizienzhausstandard 40 erreichen, was für einen besonders niedrigen Energiebedarf steht. Und mit Blick auf die Umwelt werden für den Bau möglichst natürliche, recycelte oder gut recycelbare Materialien genutzt.
Neben der Halle soll noch einer neuer Spielpatz gebaut werden. Oberhalb von der Halle soll das neue Wohnquartier entstehen. Eigentlich sei geplant gewesen, dass das Areal von einem Investor entwickelt wird. Das hat laut Jürgen Hefner, Erster und Technischer Beigeordneter der Stadt, aber nicht geklappt. Ergänzend zu sechs Doppelhäusern und einem Grundstück mit zwei Mehrfamilienhäusern sollen dort auch freistehende Einfamilienhäuser gebaut werden. Obwohl „der Markt zurückhaltender geworden ist“, wie Hefner sagte, sei das Interesse an den Grundstücken trotzdem hoch.
Umgesetzt wird der Bau von der Firma Otto Quast aus Siegen. Sebastian Quast war derjenige, der unter der Richtkrone den Richtspruch auf den neuen Bewegungs- und Begegnungsraum lieferte. Die Halle soll noch in diesem Jahr vollendet werden.
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