LOKALMIX

Starke Zahlen und ein deutliches Bekenntnis zur Region

lw; 17.02.2022, 17:30 Uhr
Grafiken: Ingenieurbüro Lang & Stranzenbach, Foto: Lars Weber --- Flach- statt Spitzdach und eine moderne Optik: So soll die Volksbank Oberberg nach dem Umbau aussehen.
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Starke Zahlen und ein deutliches Bekenntnis zur Region

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lw; 17.02.2022, 17:30 Uhr
Wiehl – Volksbank Oberberg wächst der Pandemie zum Trotz weiter – Bilanzsumme nun bei 4,3 Milliarden Euro – Hauptsitz wird für fünf Millionen Euro modernisiert – Jörn Richling wird neues Vorstandsmitglied.

Von Lars Weber

 

Die vergangenen Jahre sind gesellschaftlich und finanzpolitisch von viel Unruhe geprägt gewesen. Dazu trug natürlich die Pandemie bei, es gab aber auch geopolitische Faktoren, die für viel Dynamik gesorgt haben an den Märkten. Die Volksbank Oberberg hat auf ihre Art und Weise reagiert – „mit viel Ruhe nach innen und nach außen“, sagte Vorstandsvorsitzender Ingo Stockhausen bei der heutigen Bilanzpressekonferenz. Diese Strategie war erfolgreich. Die Pfeile zeigen fast durchgängig nach oben. Die Genossenschaftsbank wähnt sich auf dem richtigen Weg: Und investiert deshalb weiter. Dieses Jahr soll der Hauptsitz in Wiehl für fünf Millionen Euro modernisiert werden. Es soll ein klares Statement sein für die Kunden und die Mitarbeiter, und ein deutliches Bekenntnis zur Region.

 

Gerade dann, wenn sich viele Banken zurückziehen, möchte die Volksbank Oberberg in der Fläche präsent bleiben. Diese Vorgehensweise verfolgen Stockhausen und sein Vorstandsteam schon die vergangenen Jahre über. Die Mitarbeiterzahlen – für das Personal gab es ein Sonderlob für die Pandemiejahre – sollen konstant bleiben. Schließungen von Filialen waren kein Thema. Stattdessen wurde im vergangenen September in den ehemaligen Räumen der Commerzbank in Wiehl das neue Immobilien-Beratungszentrum in Betrieb genommen.

 

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Und die Investition ins eigene Netz geht dieses Jahr weiter. So soll der Hauptsitz in Wiehl direkt an der Bahnhofstraße modernisiert und aufgestockt werden. „Wir mussten zum einen energetisch was tun, der älteste Teil des Gebäudes ist von 1984“, so Stockhausen. Zum anderen solle der Bau ebenso wie die Bahnhofstraße aktuell optisch aufgewertet werden. Zudem werde es mit dem Ausbau des Dachgeschosses mehr Platz geben – statt 1.330 etwa 1.500 Quadratmeter. So wird zum Beispiel Raum geschaffen für moderne Tagungsflächen für die Akademie. Und auch der Filialbereich wird natürlich generalüberholt. Der Bauantrag ist schon eingereicht. Läuft alles glatt, könne es im Mai losgehen. Der Betrieb laufe während des Umbaus weiter. Dieser soll bis zum Ende des Jahres fertig sein.

 

 

Das zeigt: Ausruhen möchte sich die Volksbank nicht auf den guten Zahlen, die sie heute präsentierte. Die Bilanzsumme der Bank erhöhte sich um 4,6 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Das Privat- und Firmenkundengeschäft habe man weiter ausbauen können: Das betreute Kundenvolumen stieg um 7,8 Prozent oder 515 Millionen Euro auf 7,1 Milliarden Euro kräftig an. Der Erfolg ist auch neuen Mitgliedern (+2,7 Prozent, mehr als 42.000 Teilhaber) und 3,5 Prozent mehr Kunden zu verdanken. Gerade die letzte Zahl nannte Stockhausen außergewöhnlich und ein Zeichen dafür, dass die Bürger ihre Berater persönlich erreichen wollen – zusätzlich zum digitalen Weg.

 

Wechsel im Vorstandsteam

 

Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Udo Meyer kündigte an, dass Manfred Schneider zum Ende des Jahres in den Ruhestand gehen wird. „Er wird dann 48 Jahre lang im Dienst der Volksbank gewesen sein, davon 24 Jahre im Vorstand.“ An der guten Entwicklung der Volksbank Oberberg habe der stellvertretende Vorstandsvorsitzende großen Anteil.

 

Der Nachfolger steht bereits fest. Der Aufsichtsrat hat Jörn Richling (43) zum 1. Januar 2023 in den Vorstand berufen. Das Eigengewächs wird wie Schneider das Privat- und Firmenkundengeschäft verantworten. Der Gummersbacher schloss seine Ausbildung zum Bankkaufmann 1992 ab. Seine erste Filialleitung übernahm er in Dieringhausen 1998. Ab 2003 bekam er die Geschäftsleitung der Niederlassung Engelskirchen und Prokura. 2018 wechselte der Gummersbacher als Bereichsleiter für das gesamte Privat- und Gewerbekundengeschäft in die Hauptstelle nach Wiehl.

 

[Das Vorstandsteam der Volksbank Oberberg (v.l.): Ingo Stockhausen, Manfred Schneider, Dr. Udo Meyer, Frank Dabringhausen und das designierte Mitglied Jörn Richling.]

 

In Folge der Niedrigzinspolitik setzte sich 2021 der Trend fort, im Rahmen einer Liquiditäts-  und Vermögensplanung in Aktien und Fonds zu investieren. Dort gab es einen Anstieg um 24 Prozent. „Die Menschen werden immer offener für diesen Weg“, so Stockhausen. Ein „unpopuläres“ Thema blieben auch Negativzinsen und Verwahrentgelte, zu denen mit Kunden weiterhin individuelle Vereinbarungen getroffen würden.

 

689 Millionen Euro an Gesamtkreditzusagen gab es 2021. Wie in den Vorjahren seien langfristige Immobilien- und Projektfinanzierungen die Treiber des dynamischen Kreditwachstums gewesen. Das Portfolio stieg um 198 Millionen Euro oder 6,1 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Der Bilanzgewinn betrug 10,4 Millionen Euro. Als Dividendenzahlung an die Mitglieder sollen bei der Vertreterversammlung im Juni 2,5 Prozent vorgeschlagen werden. Wenn es nach Stockhausen geht, soll es ähnlich weitergehen. „Wir befinden uns schon im vollen Galopp dieses Jahr.“

 

Für die Region gespendet

 

Das gesellschaftliche Engagement wurde erneut von der Pandemie bestimmt. Eine halbe Million Euro wurde allein Vereinen und Einrichtungen zur Verfügung gestellt, deren Aktivitäten von Corona erneut eingeschränkt waren. „Das Vereinsleben ist elementar für unsere ländliche Struktur“, sagte Stockhausen. Unterstützt wurden 2021 unter anderem das Eckenhääner Lädchen in Eckenhagen. Im Rahmen der „Zukunftsinitiative für Oberberg“ wurden acht Ladestationen für E-Bikes am Wander- und Erholungsgebiet Reichshof-Blockhaus installiert sowie die Jugendfeuerwehren unterstützt. Auch das Crowdfunding-Projekt läuft weiter. Aktuell haben fast 6.500 Unterstützer 72 Projekte mit insgesamt rund 425.000 Euro ermöglicht.

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