LOKALMIX

Übernahme des Wasserverbands Rhein-Sieg-Kreis noch dieses Jahr?

lw; 15.07.2026, 12:01 Uhr
Archivfoto: OA.
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Übernahme des Wasserverbands Rhein-Sieg-Kreis noch dieses Jahr?

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lw; 15.07.2026, 12:01 Uhr
Oberberg – Fahrplan wurde bei der Aggerverbandsversammlung vorgestellt – Verbandschef Dr. Uwe Moshage informierte auch über den aktuellen Stand beim Stauweiher Osberghausen.

Von Lars Weber

 

Schon seit Jahren führen der Aggerverband und der Wasserverband Rhein-Sieg-Kreis Gespräche über eine mögliche Übernahme. Nun könnte der Schritt tatsächlich kurz bevorstehen, wie Verbandschef Dr. Uwe Moshage bei der Verbandsversammlung am Montag in der Eventscheune der Holsteins Mühle in Nümbrecht den Aggerverbandsmitgliedern sagte. Ende des Jahres sollen die entscheidenden Abstimmungen stattfinden. Moshage ging bei der Versammlung zudem ein auf den Stand beim Thema Stauweiher Osberghausen. Zudem beschloss die Versammlung den Jahresabschluss für das vergangene Jahr, den Verbandsvize Thorsten Falk präsentiert hatte. Der Abschluss wies mit 475.000 Euro einen rund eine Million Euro geringeren Fehlbetrag aus als im Planentwurf kalkuliert (-1,5 Millionen Euro.)  

 

Vom Wasserverband Rhein-Sieg-Kreis werden insgesamt etwa 1.300 Kilometer Fließgewässer in den Kommunen Siegburg, Sankt Augustin, Hennef, Königswinter, Bad Honnef, Eitorf, Windeck, Ruppichteroth, Neunkirchen-Seelscheid und Much sowie Waldbröl im Oberbergischen Kreis bewirtschaftet. Schon seit einigen Jahren läuft nun der Austausch zwischen den Verbänden, der eine Übernahme der Aufgaben durch den Aggerverband zum Ziel hat. Dr. Uwe Moshage betonte nochmals, dass er die Übernahme als sinnvoll erachtet. „Wir sind fachlich und technisch in der Lage dazu.“ Zudem würden die Kosten für die Bewirtschaftung dann auf noch mehr Köpfe verteilt. Einen großen Vorteil für die Personalgewinnung sieht der Verbandschef weiter darin, dass mit dem Standort Siegburg und der Nähe zu Köln und Bonn auch Fachkräfte gewonnen werden könnten, bei denen sie aktuell „keine Chance“ hätten.

 

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Sinn mache der Deal aber auch für den Gewässerschutz selbst, der mit dem größeren Gebiet besser umgesetzt werden könne. Moshage glaubt zudem, dass dies auch die Förderchancen für Projekte erhöhe. Der Aggerverband werde sich den potenziellen neuen Mitgliedern nun vorstellen. Klar sei: Nur, wenn alle Mitglieder des Wasserverbandes zustimmen, komme eine Übernahme zustande. „Einen Flickenteppich wollen wir nicht.“ Anvisiert wird eine Entscheidung noch dieses Jahr, sodass die Aufgabenübernahme ab Januar 2027 beginnen kann. „Es gibt einen Vereinbarungsentwurf, der eine gute Basis darstellt.“ Auch die Aggerverbandsmitglieder müssten für einen erfolgreichen Abschluss zustimmen.

 

Ein kurzes Update gab Dr. Moshage zur Situation des Stauweihers Osberghausen (OA berichtet unter anderem hier). Bekanntlich hat die Bezirksregierung Köln gegen den Aggerverband eine Ordnungsverfügung erlassen, nachdem Ende des vergangenen Jahres die Nutzungserlaubnis der Wasserkraft ausgelaufen war, da die Auflagen dafür nicht erfüllt worden waren. Unter anderem wurde die lange geplante Fischtreppe nicht gebaut. Einer der wesentlichen Forderungen der Bezirksregierung ist nun die Anordnung zum Rückbau der Stauanlage, beginnend mit dem Abstau des Gewässers. Dieser soll nun im Herbst zwischen September und Ende November erfolgen. Der Aggerverband als Eigentümer der Anlage hat nun 30 Monate Zeit, eine Planung zum Rückbau zur Prüfung und Genehmigung vorzulegen.

 

Moshage informierte, dass der Betreiber der Wasserkraftanlage, die Auer Holding aus Bayern, eine Klage gegen den Vorgang inzwischen zurückgezogen habe. Über die Gründe dafür sei er nicht in Kenntnis gesetzt worden. Für den Rückbau solle laut Falk zunächst eine Rückstellung über 340.000 Euro gebildet werden. Gerechnet werde mit 790.000 Euro und einer 60-prozentigen Förderung. Allerdings machte Falk zugleich klar, dass aufgrund der noch unklaren Situation um die genaue Zukunft rund um den Stauweiher geschaut werden müsse, wie sich die Pläne und auch die Zahlen tatsächlich entwickelten. Die Bezirksregierung Köln hatte zuletzt auf Anfrage der FDP-Fraktion im Regionalrat die Inhalte der Verfügung bekräftigt und schriftlich unter anderem geantwortet, dass es eine „Generationenaufgabe“ sei, die Agger wieder durchgängig zu machen. „Sie kann nur Stück für Stück gelingen.“ Die ganze Antwort der Bezirksregierung, in der sie sich auch zu den Themen Sedimente und Hochwasserschutz äußert, gibt es hier

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