LOKALMIX

Vier Monate keine RB25: Welche Problemstellen die Bahn angeht

lw; 22.01.2026, 17:00 Uhr
Foto: Lars Weber --- Der Eisenbahnübergang in Wiehlmünden befindet sich zwischen Gummersbacher Straße und Hammerwiese.
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Vier Monate keine RB25: Welche Problemstellen die Bahn angeht

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lw; 22.01.2026, 17:00 Uhr
Oberberg – Ab Ende März fällt die Regionalbahn wieder über Monate hinweg aus – Neu gemacht wird dabei unter anderen auch eine Brücke in Wiehlmünden – Es wird nicht das letzte Bauwerk sein, das saniert werden muss.

Von Lars Weber

 

Für Pendler und andere Bahnfahrer war es einmal mehr ein Schock, als Ende Oktober die Deutsche Bahn die nächste lange Vollsperrung für die RB25 verkündete (OA berichtete). Bereits in den vergangenen Jahren fielen die Züge vor allem aufgrund von Brückensanierungen monatelang aus, der Schienenersatzverkehr gehörte zum Alltag. Im Oktober dann die Mitteilung über eine sogenannte Korridorsanierung der Oberbergischen Bahn im Jahr 2026. Ins Detail ging die Bahn damals noch nicht, welche Maßnahmen unter diesem Begriff zu erwarten sind. Die Ausfallzeit hat es aber erneut in sich: Vom 27. März bis zum 7. August sollen zwischen Köln-Hansaring und Gummersbach-Dieringhausen keine Züge verkehren, bis Lüdenscheid soll die RB25 aber fahren. Inzwischen hat die Bahn online und auf Nachfrage Stellung bezogen zu den einzelnen Projekten. OA gibt einen Überblick über die aktuellen Planungen.

 

Was soll an der Strecke gemacht werden?

 

Innerhalb der mehr als vier Monate dauernden Sperrung sind laut Bahn mehrere Maßnahmen gebündelt. Streckenarbeiten soll es zwischen Porz-Heumar und Rösrath geben, im Rösrather Bahnhof seien zudem Bahnsteigarbeiten angesetzt, ebenso wie in in Hoffnungsthal. Erneuert werden soll darüber hinaus der Bahnübergang Brünsbacher Weg bei Rösrath. Geplant ist weiter der Neubau des Haltepunkts Overath-Vilkerath. Zweimal muss die Bahn auch an Brückenbauwerke ran. Da ist zum einen die Eisenbahnüberführung Lüghauser Straße in Hoffnungsthal. Sie stammt aus den Jahren 1905/1906 und müsse erneuert werden. „Es handelt sich um aufwendige Arbeiten.“ Das jetzige Bauwerk werde durch ein neues ersetzt. Dabei erhalte das neue Bauwerk einen zweiten Überbau, da die Strecke zukünftig zweigleisig ausgebaut werden soll. „Der zweigleisige Ausbau selbst ist allerdings nicht Gegenstand dieser Maßnahme“, stellt die Bahn klar.

 

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Was passiert im Oberbergischen?

 

Hier befindet sich die zweite Brücke, die die Bahn erneuern möchte. Dabei handelt es sich um ein Bauwerk in Engelskirchen-Wiehlmünden, zwischen Gummersbacher Straße und Hammerwiese. Die Eisenbahnüberführung, Baujahr 1909, über einem reinen Fußweg müsse erneuert werden, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Die vorhandene Eisenbahnüberführung aus Naturstein soll einschließlich der Widerlager vollständig zurückgebaut und im Rahmen einer 1:1 Erneuerung ersetzt werden durch einen Neubau mit Stahlbetonhalbrahmen. Der Bauablauf ist laut eines Bahnsprechers größtenteils mit der Maßnahme Luttersiefen im Jahr 2022 vergleichbar (OA berichtete). Nur rund zwei Monate sollen diese Arbeiten dauern. Die geplanten Baukosten belaufen sich in Wiehlmünden auf knapp 1,5 Millionen Euro.

 

Zweite Maßnahme, die auch im Oberbergischen durchgeführt wird, sind Streckenarbeiten zwischen Porz bis Ründeroth. Dabei handelt es sich laut Bahn um ein Oberbauprojekt zu einer sogenannten Planumsverbesserung. Das gesamte Planum (Untergrund unter dem Gleis) wird ausgetauscht und erneuert, erläutert der Bahnsprecher.

 

[Grafik: Deutsche Bahn. Ein Klick auf die Grafik vergrößert die Karte.]

 

Wie hoch ist die Gesamtinvestition für den Maßnahmenkatalog?

 

Bei einigen wenigen Maßnahmen liefen noch die abschließenden Vorbereitungsschritte. Aufgrund dessen könne die Bahn noch keine „valide Kostenangabe“ machen. Die Zieltermine der einzelnen Projekte und damit ein Ende der Arbeiten am 7. August „bleiben insgesamt unverändert“, die notwendigen Planungsabschlüsse erfolgten fortlaufend.

 

Gibt es Abstimmungen mit der Autobahn GmbH?

 

Auch auf der A4 bei Untereschbach stehen laut Autobahn GmbH im Sommer im Rahmen des Brückenersatzneubaus erste Verkehrsbeeinträchtigungen an. Dann könnte sich dort die Anzahl der Spuren verringern (hier informiert die Autobahn GmbH über den aktuellen Stand). Damit würde sich auch die Autobahn für Pendler als Ausweichmöglichkeit nicht aufdrängen. Angesprochen auf diese Pläne und etwaige Kommunikation mit der Autobahn GmbH schreibt die Bahn: „Sperrpausen werden mehrere Jahre im Voraus geplant und festgelegt. Dabei müssen zahlreiche betriebliche Abhängigkeiten berücksichtigt werden. Externe Baustellen oder auch Veranstaltungen entstehen oft später, ändern sich kurzfristig oder sind nicht frühzeitig verbindlich terminiert. Die erhebliche Anzahl potentieller Akteure macht eine vollständige Vorkoordination bei mehrjährigem Vorlauf sehr schwierig.“

 

Wie viele Bauwerke müssen auf der RB25-Strecke im Anschluss an dieses Maßnahmenpaket noch saniert werden?

 

Wie die Bahn mitteilt, sind in den kommenden Jahrzehnten zum jetzigen Stand auf der Strecke zwischen Köln und Oberberg noch „rund ein Dutzend Brückenbauwerke (und Bahnübergänge) bekannt“, die wegen bevorstehender Abgängigkeiten erneuert werden müssen.

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