LOKALMIX
Weniger Absagen als erwartet
Nümbrecht – Am Pfingstsonntag gingen bei der Oldtimer-Rallye des MSC Nümbrecht 108 Teilnehmer an den Start – Es gab einige Besonderheiten.
Von Leif Schmittgen
Zum 17. Mal hatte der MSC Nümbrecht an Pfingstsonntag zur Oldtimer-Rallye „Rund um Nümbrecht“ geladen. Und der Vereinsvorsitzende Jürgen Kohlmann hatte einige besondere Zahlen parat. 108 – anstatt der sonst üblichen 100 – Teilnehmer zählte der Veranstalter. „Es gab einfach weniger Absagen als sonst üblich. Das war dem guten Wetter geschuldet“, sagte Kohlmann. Die 40 Helfer stoßen bei noch mehr Anmeldungen an ihre Kapazitätsgrenzen, nahmen die Rekordteilnehmerzahl aber gelassen hin. Dass die Rennveranstaltung längst zum Selbstläufer geworden ist, belegt die rasche Meldezeit. „Mitte März starten wir mit den Anmeldungen, nach wenigen Wochen ist die Liste voll.“
![]()
[Jürgen Kohlmann organisierte das Rennen bereits zum 17. Mal.]
Und unter den Protagonisten waren einige echte „Schätzchen“ zum morgendlichen Schaulaufen am Parkhotel angetreten. Vor dem Start konnte unter anderem ein Unic-Simca 6CV F Berline, Baujahr 1934, bestaunt werden. Ebenfalls fast vollständig aus dem Straßenbild verschwunden ist der Citroën 2CV: „Schön, dass wir gleich fünf Enten am Start hatten“, freute sich Kohlmann. Dass die 23-PS-Fahrzeuge in Reihe an den Start gingen, war obligatorisch. Ebenso dabei: Klassiker von Mercedes, Porsche und VW. Ein 1302er-Käfer durfte nicht fehlen. „Zum allerersten Mal war heute auch ein Trabant dabei“, freute sich der Vorsitzende. Beim Anblick des Audi TT musste Kohlmann kurz schlucken: „Man merkt eben, dass man älter wird“, sagte er mit einem Schmunzeln. Der Wagen lief 2004 vom Band und war somit in der Klasse „Youngtimer“ (Autos ab 20 Jahren) startberechtigt.
In drei Klassen gingen die Piloten zur Orientierungsfahrt auf die Strecke. Teilsport und Sport für ambitioniertere Fahrer. „Sie unterscheiden sich in der Schwierigkeit der Orientierungsfahrt und fließen in verschiedene Meisterschaften mit ein“, erklärte Kohlmann für die Laien. En gros allerdings startete „touristisch“. Dabei galt es während der beiden Etappen, verschiedene Jux-Geschicklichkeitsprüfungen zu meistern – wie möglichst nach acht Metern anzuhalten oder mittig zwischen zwei Markierungen einzuparken. „Echte Hindernisse gab es natürlich nicht, sondern es wurde gemessen“, sagte der Rennleiter. Denn jeder Kratzer am Auto wäre nicht zu verantworten gewesen.
Je genauer das Resultat, desto mehr Punkte für die Gesamtwertung, bei der die Zeit ebenfalls eine Rolle spielte. Vormittags ging es von Nümbrecht über Orte wie Eiershagen, Brüchermühle und Wildberg bis an die Landesgrenze von Rheinland-Pfalz, ehe sich der Tross mittags wieder am Parkhotel einfand. Nach der Pause ging es weiter in das Waldbröler Stadtgebiet bis nach Rossenbach und zurück zum Ausgangspunkt.
![]()
![]()
[Erstmalig war ein Trabant in Nümbrecht am Sart und gleich mehrere Enten.]
„Erstmalig hat ein Bürgermeister seinem Amtsvorgänger einen Pokal überreicht“, berichete Kohlmann. Wie kam es zu der ungewöhnlichen Konstellation? Nach der Premierenfahrt hatte der 2025 aus dem Amt geschiedene Hilko Redenius mit seinem Bruder an der Traditionsveranstaltung teilgenommen. Beide hatten offenbar so viel (Benzin-)Luft geschnuppert, dass sie am Sonntag erneut im Starterfeld auftauchten und sich mit dem fünften Platz in ihrer Klasse belohnten. Traditionsgemäß war es also der neue Rathauschef Thomas Hellbusch, der den erfolgreichsten 30 Prozent aller Starter einen Pokal überreichte. Der MSC-Vorsitzende war glücklich, dass es die allermeisten Protagonisten pannenfrei ins Ziel geschafft haben. „Manchen Oldtimern geht einfach mal die Puste aus, das ist völlig normal“, zog Kohlmann ein durchweg positives Fazit.

BILDERGALERIE