LOKALMIX
Wiehltalbrücke: Im März beginnen erste Arbeiten
Oberberg – Instandsetzung soll Jahre dauern - Dies geht aus Schreiben an Wiehler Bürgermeister hervor - Projektseite ist online (AKTUALISIERT).
+++Meldung (Mittwoch, 11:20 Uhr)+++
Der Wiehler Bürgermeister Ulrich Stücker möchte die oberbergischen Bürgermeister, den Kreis und auch die IHK mobilisieren, um gemeinsam auf die Autobahn GmbH zuzugehen. Dies hat er gestern nach kurzer Aussprache zur Wiehltalbrücke bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses gesagt. Das Thema betreffe alle, auch die weiteren Nachbarkreise. Es sei wichtig, geschlossen aufzutreten, um die Bedeutung der Brücke zu vermitteln. Die Fragen der Ratsmitglieder, unter anderem von Michael Pfeiffer (CDU) und Dietmar Rekowski (AfD), ob es nicht mehr Sinn mache, sofort einen Neubau zu verfolgen, bevor Flickenschusterei betrieben werde und in wie viel Jahren denn ein Neubau überhaupt kommen könnte, konnte Bürgermeister Stücker freilich nicht beantworten.
Die Autobahn GmbH hat indes die Projektseite für die Wiehltalbrücke freigeschaltet. Dort finden Interessierte einen Überblick über die weitestgehend bekannten Informationen. Neu ist: Die passenden Verstärkungs- und Instandsetzungsarbeiten sollen bereits im März beginnen. „Während der Instandsetzungsarbeiten bleibt die Brücke für den Verkehr befahrbar. Die A4 muss zwischen den Anschlussstellen Wiehl/Bielstein und Gummersbach einspurig geführt werden. Zudem bleibt die Strecke für den genehmigungspflichtigen Schwerverkehr gesperrt, damit die Wiehltalbrücke weiterhin befahren werden kann“, heißt es dort.
Darüber hinaus finden sich keine neuen Details. Wie lange diese Arbeiten dauern werden, schreibt die Autobahn GmbH nicht. Das Unternehmen bestätigt die in dem Schreiben an Bürgermeister Stücker erwähnten drei Jahre nicht. Auch zum Zeitpunkt des „auf lange Sicht“ nötigen Neubaus finden sich keine Informationen auf der Seite. Eine weitere OA-Nachfrage an die Autobahn GmbH ist gestellt.
Hier geht es zur Projektseite.
+++1. Bericht (Dienstag, 15:40 Uhr)+++
Von Lars Weber
Seit November ist die Einspurigkeit auf der Wiehltalbrücke Realität – und Autofahrer müssen sich an den Gedanken gewöhnen, dass dieser Zustand noch einige Jahre anhält. Dies geht aus einem Schreiben hervor, dass den Wiehler Bürgermeister Ulrich Stücker Ende vergangener Woche von der Autobahn GmbH erreicht hat. Demnach müsse die Brücke ertüchtigt werden, auch ein Neubau sei auf lange Sicht nicht zu vermeiden. Die Autobahn GmbH wollte die Informationen aus dem Wiehler Rathaus nicht kommentieren, sondern verwies auf eine Pressemitteilung, die Anfang März veröffentlicht werden soll.
Wie bereits berichtet, wurde im Rahmen einer regelmäßigen Brückenprüfung und vorausgehender Berechnungen festgestellt, dass die in den 1970er-Jahren errichtete Wiehltalbrücke Defizite der Tragfähigkeit aufweist. „Diese Defizite sind auf das gestiegene Verkehrsaufkommen und insbesondere auf den Schwerverkehr zurückzuführen“, teilte die Autobahn GmbH auf eine OA-Anfrage Anfang Februar mit. „Zudem wurden vereinzelte Schäden auf der Fahrbahnplatte identifiziert.“ Diese stünden aber nicht in Verbindung mit dem Lkw-Unfall im Jahr 2004, der sich auch nicht auf die Lebensdauer der Wiehltalbrücke ausgewirkt habe. „Es werden aktuell die erforderlichen Maßnahmen ergriffen, um eine dauerhafte Sperrung des Bauwerks zu vermeiden“, hieß es Anfang Februar.
Weitere Aussagen waren noch nicht möglich mit Verweis auf die Ergebnisse weiterer Untersuchungen. Diese liegen nun offenbar vor. Gemäß des Schreibens der Autobahn GmbH sei die Einspurigkeit „zwingend zum Schutz des Bauwerks“ nötig. Die Verkehrslast müsse reduziert werden, so die Aussage der Statiker. Neben der Einspurigkeit in beiden Fahrtrichtungen auf der inneren Spur bliebe auch die Sperrung für den genehmigungspflichtigen Schwerlastverkehr mit mehr als 44 Tonnen Gesamtgewicht bestehen – und zwar bis eine Ertüchtigung erfolgt sei.
Die Vorplanung für diese Instandsetzung sei angelaufen. Die Umsetzungszeit laut des Schreibens: drei Jahre. „Auf lange Sicht wird ein Neubau nötig sein.“ Auch dafür seien die Planungen aufgenommen worden. Ein Zeithorizont wird in dem Schreiben nicht genannt.
Rathauschef Stücker spricht von einer „extremen Belastung“ für das Stadtgebiet – zum einen durch die Schwerlasttransporte, zum anderen durch den Vermeidungsverkehr (siehe Kasten). Trotzdem: „Es ist gut, dass etwas passiert und die Dringlichkeit einer Sanierung durch die Autobahn GmbH erkannt wurde.“ Die Gelegenheit wolle er nutzen, um die in der Bevölkerung und Politik schon lange diskutierten Lärmschutzmaßnahmen mit der GmbH zu besprechen. „Jetzt ist die Gelegenheit da.“
Zahl der genehmigungspflichtigen Schwertransporte enorm erhöht
Verkehrszählungen, die den Individualverkehr und damit auch die Stauvermeider erfassen, gibt es keine, teilt das Rathaus auf Nachfrage mit. „Aus der Beobachtung heraus lässt sich aber feststellen, dass zu den Stoßzeiten morgens und abends mehr Fahrzeuge auf den üblichen Umfahrungen unterwegs sind.“
Die Zahl der Anträge für genehmigungspflichtige Schwertransporte sei indes explodiert. Vor der Brückensperrung gab es 15 bis 20 Anträge je Woche. „Jetzt kommt diese Zahl pro Tag“, auch wenn es natürlich Schwankungen gebe. Die Genehmigungen gelten von 22 bis 6 Uhr. „Viele Unternehmen beantragen gleich für drei Monate mit zehn Fahrten hin und zurück.“
Zirka 60 Prozent nutzten die Umfahrung über die Abfahrt Bielstein, Weiershagen, Bielstein, Westtangente, Anschlussstelle Gummersbach – und umgekehrt. Rund 40 Prozent fahren in Bielstein ab, ab Weiershagen über Wiehlmünden, durchs Aggertal Richtung Gummersbach und dann wieder hoch zur A4-Anschlussstelle Gummersbach.
KOMMENTARE
1
Was die Autobahn GmbH völlig ausser Acht läßt, das die A4 die Umleitungsstrecke für die A 45 ist und keinerlei Vorschläge für eine andere Umleitung gemacht werden.
, 25.02.2025, 16:02 Uhr2
Da frag ich mich was dann in den letzten 20 Jahren saniert wurde? Die Brücke ist doch erst seit paar Jahren vollständig freigegeben.
Alperen, 25.02.2025, 17:25 Uhr3
Schwuppdiwupp ist die Brücke marode. Komisch, oder?
Markus, 26.02.2025, 08:12 Uhr4
Irgenwie seltsam, dass trotz regelmässiger Inspektionen der Autobahn GmbH erst nach 50 Jahren plötzlich auffällt, dass das Bauwerk der aktuellen Verkehrsbelastung nicht mehr standhalten kann. Bedeutet ja nur, dass es jetzt einspurig bleibt bis ein Neubau in X Jahren kommt.
Werner Leichelt, 26.02.2025, 09:23 Uhr5
Wer trägt die Verantwortung, wenn es aufgrund von Fehlplanungen oder mangelhafter Ausführung zu weiteren Schäden an den Brücken kommt?
6
Hört sich alles etwas nach Geldmacherei an. Oder hat ein neuer Statiker jetzt erst wirklich angefangen zu rechnen? Die wichtigste Frage ist über Kosten in Zahlen Redet keiner.
THOMA , 26.02.2025, 11:41 Uhr7
Diese Brücke (mit nur einem Überbau aus Stahl) und extrem schlanken Stützen war von Anfang an eine folgenschwere Fehlkonstruktion in dem Versuch, mit der A 4 eine besonders kostengünstige Autobahn zu bauen.
Man hat damals viel es versucht bzw.finanziell optimiert und vieles ist im Ergebnis sehr schlecht geworden.
Die unerwartete starke Verkehrszunahme ist nur ein Teil der Wahrheit.
Neben der Brücke fehlt der unbebaute Raum, ein neues Bauwerk (parallel) zu errichten. Es ist eine ähnliche Katastrophe wie in Lüdenscheid zu erwarten. Die kann man jetzt jedoch nicht starten, weil durch den A45 - Brückenbau ausgelösten Umleitungsverkehr noch eine Mehrbelastungen auf der A 4 liegen.
Also hampelt man erstmal irgendwie weiter.
8
Wenn die Brücke so marode ist, brauchen wir keine Flickschusterei. Da muß dringend neu gebaut werden. Im Ausland klappt das sehr gut. Lehrfilm Brückenbau in China. Deutschland baut zu Kompliziert. Zu teuer. und es dauert ewig.
Uwe Märtens, 27.02.2025, 10:42 Uhr9
Ich hoffe doch das Bauvorhaben Europa Weit ausgeschrieben wird. Was ja auch laut Gesetz erfolgen muß. Ich werde das weiter verfolgt.
THOMA , 07.03.2025, 11:35 UhrLinks zu fremden Internetseiten werden nicht veröffentlicht. Die Verantwortung für die eingestellten Inhalte sowie mögliche Konsequenzen tragen die User bzw. deren gesetzliche Vertreter selbst. OA kann nicht für den Inhalt der jeweiligen Beiträge verantwortlich gemacht werden. Wir behalten uns vor, Beiträge zu kürzen oder nicht zu veröffentlichen.
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