LOKALMIX

Zauberkräfte, Trost und der Brief eines 100-Jährigen

lw; 22.12.2025, 14:49 Uhr
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Fotos: Lars Weber.
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Zauberkräfte, Trost und der Brief eines 100-Jährigen

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lw; 22.12.2025, 14:49 Uhr
Engelskirchen – Letzter Arbeitstag für das Christkind in seiner Postfiliale – 117.800 Wunschzettel aus 48 Ländern kamen im Oberbergischen an, etwas weniger als im Vorjahr.

Von Lars Weber

 

Betriebsame Wochen liegen hinter dem Christkind und seinen rund 20 Helferinnen und Helfern. Offiziell eröffnet wurde die weihnachtliche Postfiliale am 12. November von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, am heutigen Montag hatte das Christkind seinen letzten Arbeitstag dort, bevor es sich nun auf Heiligabend vorbereitet. Dies hat die Post für eine Bilanz genutzt. Demnach seien bislang rund 117.800 Briefe, insgesamt 2,5 Tonnen, beantwortet worden. Die Anzahl hat sich im Vergleich zum Vorjahr etwas verringert, damals waren es am Ende 132.000 gewesen.

 

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Kinder und teils auch Erwachsene aus 48 Ländern hätten laut Postsprecherin Britta Töllner ihre Wünsche ans Christkind in Engelskirchen adressiert.  So kamen nicht nur Zuschriften aus Europa, sondern auch aus Bolivien, Namibia, Venezuela oder Indien. Die weiteste Reise legten Briefe aus Neuseeland zurück – stolze 18.300 Kilometer, gefolgt von Australien (16.000 Kilometer) und Japan (13.000 Kilometer). Sieben der vielen Briefe wurden sogar in Brailleschrift, also Blindenschrift, verfasst. Die meisten Zusendungen kamen aus Deutschland, auf Platz zwei folgt Taiwan mit rund 3.000 Briefen. Dort ist das Christkind offenbar sehr beliebt.

 

Das Christkind zeigte sich gerührt von den vielen Nachrichten. „Ich bin beeindruckt, wenn die Kinder zuerst an andere denken.“ Gerade der Wunsch nach Frieden in der Welt sei präsent. „Die eigenen Wünsche werden hintangestellt.“ Dabei beliebt gewesen sei neben Spielzeug besonders alles, was man zum Basteln braucht. Das passt, schließlich war die Gestaltung der Briefe ebenso fantasievoll wie der Inhalt. So wünschte sich ein Mädchen Zauberkräfte, um ihre Stofftiere zum Leben zu erwecken – und zwar an Dienstagen. Ein anderes Mädchen hatte genau nachgerechnet und wünschte sich 15.000 Euro für ein Pony. „Das kann ich zwar nicht erfüllen, aber ich werde mal mit Mama und Papa sprechen“, antwortet das Christkind in solchen Fällen.

 

[Manche Wünsche brauchen eben ein paar Meter.]

 

Es freut das Christkind, dass auch Erwachsene und Senioren zum Stift greifen. So schrieb ein 100-jähriger Engelskirchener, dass er sich einfach auch einmal Post vom Christkind wünsche. Die bekam er natürlich, und sogar noch einen Adventskalender obendrauf. „Es ist toll, dass der Glaube generationsübergreifend ist“, so das Christkind. So manche Post sei aber auch sehr aufwühlend und emotional, wenn die Kinder von ihren verstorbenen Großeltern oder auch Geschwistern berichten. „Ich möge doch Grüße an die geliebten Menschen ausrichten. Das übernehme ich natürlich gerne.“

 

[Jennifer Schulz ist das erste Mal teil des Helferteams und hat die Zeit sehr genossen.]

 

Ohne seine Helferinnen und Helfer wäre das Christkind aber aufgeschmissen. Dienstälteste Helferin ist Birgit Müller, die schon seit 35 Jahren mitmacht. „Jeder Brief erzählt seine eigene Geschichte. Ich bin stolz und froh, diese Briefe beantworten zu dürfen.“ Ganz neu in der Christkindpostfiliale ist Jennifer Schulz. Es sei eine schöne Arbeit und durch ihre Bekanntschaft zum Christkind ist besonders ihr vierjähriger Sohn stolz auf seine Mama.

 

Wer seinen Wunschzettel vielleicht erst nach dem Stichtag am 18. Dezember losgeschickt hat oder der Brief länger unterwegs sein sollte, braucht nicht zu verzagen. Das Team des Christkinds wird auch noch die nächsten Tage und auch nach Weihnachten noch fleißig sein, so Postsprecherin Britta Töllner. Noch am heutigen Morgen waren Kistenweise Wünsche eingetroffen. Es ist dementsprechend auch zu erwarten, dass die offizielle Anzahl an angekommenen Wunschzetteln noch etwas steigen wird.

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