MARIENHEIDE
„Die Räuber“ wärmten die Herzen der Zuschauer
Marienheide - Das Weihnachtskonzert des Quartettvereins „Die Räuber“ unter dem Motto „Happy Christmas“ war ein voller Erfolg und der Kammerchor „Stimmt so!“ debütierte erfolgreich.
Von Astrid Deckers
Mit einem kurzen Rückblick auf die Konzerte der Räuber im Jahr 2025 begrüßte der 1. Vorsitzende Bernd Tokarski-Himmel die Gäste beim Weihnachtskonzert in der Marienheider Montfortkirche. Besonders dankte er den Mitgliedern des Freundeskreises der Räuber, ohne deren finanzielle Unterstützung so manches Konzert nicht möglich gewesen wäre. Verbunden mit einem Dank für ihre Treue wünschte er allen Zuschauern eine besinnliche Weihnachtsvorfreude beim Zuhören und Mitsingen.
[Maurizio Quaremba stellte erneut sein Können und die Riesenbandbreite der von ihm geleiteten Chöre unter Beweis.]
Bereits in ihren ersten Liedern stellten die Räuber unter Beweis, warum sie bis weit über die Grenzen Oberbergs hinaus bekannt sind. Mit Franz Xaver Engelharts „Ave Maria (Wenn ich ein Glöcklein wäre)“ sorgten sie für den ersten Gänsehautmoment des Abends und brillierten mit ihrem mehrstimmigen Gesang. Mit einem zwinkernden Auge und leicht humoristischem Einschlag trug Harald Stein die Astrid Lindgren Geschichte von „Pelle zieht aus“ vor und erzeugte so manch verständnisvolles Lächeln in den Gesichtern der Gäste.
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[Frank Hasch an der Orgel stimmte die Zuhörer mit drei Orgelstücken musikalisch in die Weihnachtszeit ein und Harald Stein las eine Weihnachtsgeschichte von Astrid Lindgren vor.]
Vier Herren und sieben Damen des erst in diesem Jahr gegründeten Chores „Stimmt so!“ fieberten im Anschluss ihrem ersten Auftritt entgegen. Ihr musikalischer Leiter Maurizio Quaremba hatte aus den hochmotivierten Stimmen einen vorzeigbaren und hörenswerten Chor gebildet, der auf Einladung der Räuber nun auch die Öffentlichkeit von seinem Können überzeugen wollte. Mit den vorgetragenen sechs Weihnachtsliedern eroberten die „Stimmt so!“-Mitglieder die Herzen der Zuschauer im Sturm und die glockenklaren, hohen Sopranstimmen bei „Übers Gebirg Maria geht“ von Johann Eccard führten ebenso wie ihre Darbietung des Sheldon Curry Songs „Africal Angel Carol“ zu tosendem Applaus und Beifallsrufen. Mit Paul Hagemeyer wurden sie teilweise von einem Pianisten begleitet, der bereits beim Sommerkonzert der Räuber die Zuschauer begeistert hatte.
Steffen Glaubitz, genau wie Harald Stein aktives Mitglied der Räuber, widmete sich in seiner Lesung der Frage, wann denn Weihnachten eigentlich beginne? Er trug eine Geschichte vor, in welcher sich ein alter, einsamer Mann an die Weihnachten mit seiner Familie früher erinnerte und nunmehr nur noch Stille um sich hatte, bis ihm ein kleines Mädchen ein Teelicht in einem Marmeladenglas an Weihnachten schenkte, das Licht und Wärme in seine Einsamkeit brachte. Mit dem Resümee, dass Weihnachten beginnt, wenn „schneller, höher, weiter“ aufhört und menschliche Begegnungen im Mittelpunkt stehen, läutete Glaubitz das fulminante Ende des Weihnachtskonzerts ein.
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[Eine gelungene Premiere feierten die Sängerinnen und Sänger des gemischten Kammerchors „Stimmt so!“]
Mit dem englischen „Deck the Hall“, das viele aus dem Weihnachtsfilmklassiker „Schöne Bescherung“ mit Chevy Chase kennen dürften, über John Lennons „War is over“ und dem beliebten deutschen Weihnachtslied „Stille Nacht“ beendeten die Räuber ihr diesjähriges Weihnachtsspecial begeisternd und mitreißend, bevor von allen Beteiligten und dem Publikum gemeinsam „O du fröhliche“ gesungen wurde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war auch die letzte von daheim mitgebrachte Wolldecke weggepackt und der Reißverschluss der Steppjacke aufgemacht worden, denn mit derart warmen und gefühlvollen Klängen vergaß man die wirklich wenig beheizte Kirche, in der man saß.


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