MEINUNG

Zeit für ein VfL-Resümee

bv; 29.06.2021, 06:00 Uhr
MEINUNG

Zeit für ein VfL-Resümee

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bv; 29.06.2021, 06:00 Uhr
Gummersbach – Den Aufstieg verpasst – zum Glück, denn eine Rückkehr in die Erste Liga wäre für den oberbergischen Zweitligisten alles andere als lustig geworden.

Seit wenigen Tagen ist die Spielzeit 20/21 in der Zweiten Bundesliga Geschichte, die letzten Tore sind erzielt, Spieler wurden verabschiedet und tabellarische Unklarheiten beseitigt. Welches Fazit ist aus oberbergischer Sicht zu ziehen? Der VfL Gummersbach belegte mit einem Punkt Rückstand auf Hamburg und N-Lübbecke den dritten Platz. Damit hat man einerseits das selbst gesteckte Saisonziel, den Aufstieg in die Erste Liga verpasst. Auch mit dem Abstand von Wochen und Monaten bleiben Niederlagen in Fürstenfeldbruck, Ferndorf und Aue unerklärlich. Andererseits „bewahrt“ der dritte Rang den VfL vor einem Aufstieg, der zu einem Tanz auf der Rasierklinge geworden wäre.

 

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Bei allem Verständnis für die Wünsche der Fans, ihren Herzensverein gerne in der Beletage des deutschen Handballs sehen zu wollen, wäre das Team trotz einiger neuer Akteure nur sehr bedingt Erstliga-tauglich gewesen und hätte viel Lehrgeld zahlen müssen – vielleicht sogar zu viel. Der Kauf weiterer Spieler mit Erfahrung wäre unabdingbar gewesen, und das, wo derzeit der Markt geradezu abgegrast ist. Und bei den finanziellen Rahmenbedingungen wären manche Gedankenspiele sowieso nur eine Illusion geblieben. Insofern ist es vernünftiger, weiterhin im Unterhaus auf Torejagd zu gehen. Die sportliche Leitung muss jetzt zeigen, dass sie ihre Ankündigung auch umsetzt, künftig vor allem auf hungrige, talentierte, junge Spieler setzen zu wollen. Für einen VfL 2.0 braucht es aber Zeit – und Glück.

 

Niemand sollte nämlich von jungen Spielern Wunderdinge erwarten. Qualität muss sich entwickeln, Nachwuchshoffnungen brauchen Spielzeit und Vertrauen. Deshalb wäre es sinnvoll, in der näheren Zukunft keine Ziele festzulegen, die Druck aufbauen. Von Aufstieg sollte man nicht sprechen; lieber von einem Plan, den man in den kommenden Jahren verfolgt. Und natürlich braucht man Glück, dass einige hoffnungsvolle Talente künftig unter dem Radar von weitaus finanzkräftigeren Vereinen bleiben. Denn darüber sollte man sich keine Illusionen machen: Die Zeit, in denen Spieler aufgrund der Tradition des Gummersbacher Vereinsnamens geradezu automatisch das blau-weiße Trikot tragen wollten, sind längst vorbei.

KOMMENTARE

1

Bei allem Verständnis für die Wünsche der Fans? Lieber Herr Vorländer, meines Wissens kam die Mission Aufstieg von der Vereinsführung und nicht von den Fans. Und das Team soll froh sein, dass sie nicht aufgestiegen sind, weil nicht erstligatauglich? Matze Puhle, Tobi Schrõter, Alex Hermann, Tim Schneider, Raul Santos u.a. nicht erstlugatauglich? Wer denn sonst, wenn nicht die? Mir fehlen an dieser Stelle Fragen wie, warum zieht sich ein Matze Puhle in dieser Verfassung wirklich zurück? Was hindert einen Tim Schneider und einen Raul Santos wirklich daran, ihr Potenzial zu entfalten? Wer Zukunft gestalten will, muss die Realität begreifen, heisst es. Wegschauen war noch nie ein guter Begleiter.

Axel, 29.06.2021, 10:02 Uhr
2

"Bei allem Verständnis für die Wünsche der Fans,....." , Das Ziel Aufstieg wurde aber doch von der Vereinsführung , Herrn Schindler ausgegeben!!!!

OA Fan, 29.06.2021, 15:47 Uhr
3

Was soll man dazu sagen!!!
Für uns Fans!!!
Vielleicht sollte sich der VFL mal überlegen , ein Paar Menschen mit Handballverstand einzustellen.

, 29.06.2021, 17:09 Uhr
4

Guter Kommentar, der es auf den Punkt bringt. Wir haben gute und talentierte Spieler, auf die aus meiner Sicht viel zu spät gesetzt wurde. Ich fand z. B einen Fanger wesentlich erfrischender und effektiver als einen Schneider. Mit Sicherheit macht es die Mischung, und einen Santos sehe ich gar nicht so schlecht. Nochmal : es wird kein Fan weniger in die Halle gehen, wenn die Mannschaft Feuer entfacht.

, 29.06.2021, 17:23 Uhr
5

Ohne hier Jemandem auf die Füße treten zu wollen. Aber zum wiederholten Male die Niederlagen in Fürstenfeldbruck, Ferndorf und Aue anzuführen, ist meines Erachtens nach höchst respektlos den genannten Teams gegenüber. Gerade Aue - die beenden, allen Widrigkeiten zum Trotz, die Saison auf Platz FÜNF !! Da muss auch der (selbsternannt) große VfL nicht gewinnen. Denn auch außerhalb der "Heimat des Handballs" wird attraktiver Handballsport geboten. Zum Beispiel 40 Kilometer weiter östlich !!

André, 30.06.2021, 11:13 Uhr
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