MORSBACH

„Hollywood Moments“ in Morsbach

ad; 13.04.2026, 12:00 Uhr
Fotos: Alexander Maier --- Ob kolumbianische, italienische oder amerikanische Rhythmen, die Protagonisten des Musikvereins bewiesen ihr unglaubliches Talent.
MORSBACH

„Hollywood Moments“ in Morsbach

ad; 13.04.2026, 12:00 Uhr
Morsbach - In der Kulturstätte erlebten Hunderte Besucher ein grandioses Frühlingskonzert des Musikvereins Lichtenberg.

Von Astrid Deckers

 

Mit seinem Frühlingskonzert unter dem Motto „Hollywood Moments“ begeisterte der Musikverein Lichtenberg Hunderte Zuschauer in der Kulturstätte Morsbach. In ihren Begrüßungsworten stimmte Flötistin Theresa Jahn die Zuschauer ein. So berichtete sie, dass mit Ausnahme von drei Stücken alle Lieder und Soundtracks von den Musikern vorgeschlagen worden seien. Dabei sei deutlich geworden, dass Musik für Gänsehaut, Spannung und Dramatik beim Zuhörer führe und oftmals auch ohne Worte diese Emotionen auslösen könne. Gleichzeitig kündigte sie eine filmische Premiere an, die zwar kein Hollywood-Blockbuster sei, sondern eher provinzieller Natur.

 

Mit dem voluminösen „Fortuna Imperatrix Mundi“ von Carl Orff begannen drei Stunden Musikgenuss vom Feinsten. Mit einem Medley aus Ennio Morricones Filmmusiken erzeugten die Musiker erstmalig Gänsehaut beim Publikum, als sie seine größten Western-Soundtracks erklingen ließen. Ob „The Good, the Bad and the Ugly“ oder „Spiel mir das Lied vom Tod“ die Zuschauer fühlten förmlich den Wüstenstaub und sahen Clint Eastwood (nicht nur auf den Bildern im Bühnenhintergrund) durch die Prärie reiten. Emotionaler kann man solch dramatische Filmmusik mit einem Musikverein nicht intonieren. Mit vielen enthusiastischen Pfiffen und Beifall wurden die Musiker für ihre Interpretation belohnt.

 

[Das Jugendensemble des Musikvereins sucht weitere Musiker und bewies, dass man auch mit wenigen Musikern fantastische Musik erzeugen kann.]

 

Mit Lina Schlechtingen an der Querflöte folgte ein weiteres Highlight, das die Zuhörer zurück in die Welt von „Schindlers Liste“ versetzte. Hier standen die leisen Töne und die Melodramatik im Vordergrund und zogen auf völlig andere, jedoch ebenso bewegende Art die Anwesenden in ihren Bann.

 

Da sich die Musiker für die Darbietung von Stefan Schwalgins „The Sound of Crime“ entschieden hatten, galt es für sie ein Problem zu lösen. Zum Song gab es keinen Film, also drehten die Musiker des Musikvereins Lichtenberg kurzerhand einen solchen. Unter der Leitung der Musikerinnen Theresa, Merle und Lina entstand ein Kriminalfilm, in dem die Musiker die Darsteller waren und Dirigent Christian Böhmer der Produzent. Als Produktionsort wurde selbstverständlich Lichtenberg gewählt. Da trat die stimmige Musik fast in den Hintergrund, als ein heimtückischer Mord gezeigt wurde, der erfolgreich vom Kommissar und Ermittler Watson aufgeklärt wurde. Zahlreiche Lacher honorierten die Musiker für ihre schauspielerischen Leistungen und als nach rasanter Verfolgungsjagd der Einsatz mit einem blaulichtbestückten Traktor beendet werden konnte, dankte das Publikum den Darstellern und Machern mit tosendem Applaus.

 

Unter der Leitung von Lina Schlechtingen präsentierte das Jugendensemble des Musikvereins mit Adeles „Skyfall“ und der Filmmusik aus „Wicked“ zwei Stücke, die eine bunte Mischung aus romantischer Ballade und fröhlich beschwingten Klängen präsentierten. Als dann als Zugabe noch Coldplays „Viva la vida“ erklang, hatten sie die Herzen der Konzertbesucher endgültig erobert.

 

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Innovativ ging es dann auch nach der Pause weiter. So hielten die Veranstalter für die Zuschauer eine Challenge zum Marsch „The Liberty Bell“ parat. Wer die Anzahl der Friedensglockenschläge richtig benennen würde, sollte zwei Freikarten fürs Frühlingskonzert 2026 erhalten. Eine Dame aus dem Publikum zählte tatsächlich richtig mit, erriet die 25 Glockenschläge und freute sich riesig über die zwei Freikarten fürs nächste Jahr.  

 

Gleich drei Auszeichnungen konnte Felix Buchen, der 1. Vorsitzende des Vereins, im Anschluss verleihen. Annegret Schlechtingen, Martin Zimmermann und Johannes Weschenbach erhielten jeweils eine Ehrenmitgliedschaftsurkunde als Würdigung und aus Dankbarkeit für ihre Dienst im Musikverein Lichtenberg. Über 150 Jahre Musikgeschichte (jeweils über 50 Jahre) und davon 40 Jahre in Lichtenberg können die drei verzeichnen. Laut Laudator, der das Publikum mit launigen Anekdoten über die Geehrten informierte, seien sie ein „Indiz dafür, dass man auch in fortgeschrittenem Alter auf hohem Niveau musizieren kann.“ Für seinen hervorragenden Abschluss des D1 Lehrgangs wurde Justus Schneider ausgezeichnet, da er den Abschluss mit solchen Noten erreichte, „dass selbst Felix vor Neid erblasste.“

 

[Musiker aus dem Musikverein Olpe feierten das Frühlingskonzert mit ihren Freunden aus Lichtenberg.]

 

Musikalisch ging die Reise weiter mit einem Medley aus mit vier Oscars preisgekrönten Stücken von John Barry (Jenseits von Afrika, Der mit dem Wolf tanzt und zwei James Bond-Titelstücke), über Disneys „Encanto“ und Frank-Sinatra-Klassiker. Ein weiteres Highlight stellte das „Best of“ aus den „König der Löwen“-Liedern dar. Auch wenn man „selbst im Kölner Zoo keinen Pavian gefunden habe, der so musikalisch sei, das Intro zu singen und es aus diesem Grund weggelassen habe“, brillierten die Aktiven mit Melodien wie „Circle of Life“ und „Hakuna Matata“.

 

Mit den zwei Zugaben aus TV-Kultmelodien wie Traumschiff, Wetten, dass..?, Sportschau und Lindenstraße sowie dem Marsch „Mir san die Kaiserjäger“ bewiesen die Lichtenberger erneut ihr breites Spektrum und unterstützten den musikalischen Leiter Christian Böhmer mit dieser Performance in seiner Schlussaussage: „Das Leben ist zu kurz für RTL 2.“ Morsbachs Bürgermeister Jan Schumacher fasste das Musikerlebnis mit den Worten „Das war ein großartiges Konzert“ zusammen - damit sprach er sicherlich vielen Morsbachern aus der Seele.

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