NüMBRECHT

Hier war der Apfel der große Star

kp; 04.10.2026, 11:00 Uhr
Fotos: Alexander Maier --- Falk Donath und Sohn Justus sorgten mit ihrer Apfelernte nicht nur für frischen Saft, sondern auch für einen tollen Duft rund um die Presse.
NüMBRECHT

Hier war der Apfel der große Star

kp; 04.10.2026, 11:00 Uhr
Nümbrecht - Der Streuobsthof Thönes lud gemeinsam mit der Fruchtsaftkelterei Weber und dem Netzwerk streuobstBERG der Biologischen Station zum ersten Obstwiesenfest nach Ödinghausen ein.

Von Katja Pohl 

 

Dieser Duft ist unverkennbar. Wer seiner Nase folgt, findet ganz schnell die mobile Saftpresse der Nümbrechter Obstsaftkelterei Weber und kann dort genießerisch den Duft frischen Apfelsafts erschnuppern. Während die einen sich daran erfreuen, kippen Falk Kunadt und seine Söhne Justus (11) und Leo (8) fleißig Kiste um Kiste der rotbackigen Früchte in die Presse. Früh am Morgen haben sie die Äpfel auf ihrer Streuobstwiese bei Ödinghausen gesammelt, nun werden sie knackfrisch zu Saft verarbeitet. Falk Donath ist überzeugt: „Den Unterschied schmeckt man!“

 

[Martin und Mauela Thönes luden zu ihrem ersten Obstwiesenfest rund um ihren Hof in Ödinghausen ein und freuten sich über zahlreiche Besucherinnen und Besucher.]

 

Die mobile Saftpresse ist nur einer der vielen Anziehungspunkte des ersten Obstwiesenfestes von Manuela und Martin Thönes, für das das Paar aus Ödinghausen seinen großen Hof für die vielen Besuchenden öffnete, die Nachbarn, so wie die Donaths, dazu holte und zudem als Partner für das Fest, neben der Firma Weber aus Lindscheid, auch das Netzwerk streuobstBERG der Biologischen Station in Nümbrecht gewinnen konnte. Martin Thönes erzählt gerne vom traditionsreichen Hof, der seit Mitte des 18. Jahrhunderts im Familienbesitz ist und immer über Streuobstwiesen verfügte. „Friedrich Wilhelm und Amalie Thönes haben zunächst im 19. Jahrhundert Apfelkraut produziert, mein Großvater dann später Apfelsaft. Und wir sind nun die neunte Generation, die den Hof betreibt.“

 

WERBUNG

Manuela und Martin Thönes erhalten ihre Streuobstwiesen mit rund 200 Obstbäumen mit großem Engagement, sorgen so für unglaublich artenreiche Biotope und nach der Ernte gemeinsam mit dem Team von Weber für köstlichen Saft. Da der Hof Mitglied der SoLawi Oberberg ist, war auch diese mit einem Stand vertreten. „Wir versorgen die SoLawi ab dem Frühjahr wöchentlich mit Frischobst“, erläutert Martin Thönes.

Und da gerade Erntezeit ist, konnten die Besuchenden gleich vor Ort mitanpacken und viel über das Thema Streuobstwiese erfahren. Corinna Klein vom Netzwerk streuobstBERG gab Kurzkurse im Obstbaumschnitt und erläuterte welcher Obstbaum sich welchen Standort wünscht. „Das Interesse war groß“, sagt sie begeistert.

 

[Marco Thönes sorgte mit Stefan Theis (li.) und weiteren fleißigen Helfenden für steten Nachschub an frischem Kuchen aus dem Backes.]

 

Lino Kämmerle, Mitarbeiter des LEADER-Projekt streuobstBERG in der Biostation, blickt ebenfalls erfreut in die Runde: „Das Echo auf unsere Bemühungen, wieder ein Bewusstsein für den Erhalt der Streuobstwiesen zu schaffen, ist sehr positiv. Vor allem bei jungen Familien.“ Das bestätigen Carl und Janine aus Nümbrecht-Haan, die mit Sohn Noah (3) zum Fest gekommen sind. So sagt Janine: „Zu Noahs Geburt haben wir einen Apfelbaum gepflanzt. Wir lieben Äpfel.“ Derweil knabbert Noah gleich an zwei Äpfeln gleichzeitig, die er aus der Krone eines großen Baumes stibitzt hat. Denn mit seinem Papa Carl durfte er mit dem Hubsteiger der Firma Stemmler in luftige Höhen schweben und fand sich plötzlich auf Augenhöhe mit den Früchten wieder. „Das fand er toll“, berichtet sein Vater lachend.

 

[Kuchen, Gespräche und viele spannende Informationen rund um das Thema Streuobstwiesen begeisterten die Gäste des Festes.]

 

Ein Stückchen weiter konnten die kleinen und großen Besuchenden basteln, beim Wiehler Imkerverein Bienen bestaunen, das Angebot der Buchhandlung Lesezeichen und des Eine Weltladens Nümbrecht entdecken. Sie konnten den Vertretern des NABU Fragen stellen, sich am Stand der Wiehler Bio-Schäferei Eichenhof von Tina und Hagen Fach zur Schafhaltung informieren, eine Insektensafari erleben und schließlich, den liebevoll auf den Boden gemalten Kreidemarkierungen folgend, am Backes eine Pause machen, um Kuchen zu essen. Dort entkernten Marco Thönes und Stefan Theis unermüdlich Pflaumen und plauderten. Stefan Theis, Ofenbauer aus Wiehl-Faulmert, berichtet, der Backes der Familie Thönes sei 1912 neu gebaut worden, habe aber dann gute 50 Jahre, bis Mitte der 1980er, vor sich hin geschlummert. Ihn für das Fest in Betrieb zu nehmen, sei Martin Thönes Idee gewesen. Eine gute, wie sich herausstellte, denn der große Andrang erzählte davon, wie sehr der frische Kuchen allen schmeckte.

 

Und wer statt Festrubel Ruhe suchte, war auf einer der Wiesen willkommen, denn dort bot die Waldbröler Waldyogalehrerin Anne Heitmann „Yoga auf der Streuobstwiese“ an. Mit Atemübungen und Meditation konnten die Teilnehmenden der Natur nachspüren und sie intensiv wahrnehmen.

BILDERGALERIE

WERBUNG