OBERBERGISCHER KREIS

„KIRa-Berg“ soll den Überflutungsschutz im Bergischen Land verbessern

Red; 06.02.2026, 13:26 Uhr
Archivfoto: OA --- Im Sommer 2021 war auch das Oberbergische von dem Starkregenereignis massiv betroffen.
OBERBERGISCHER KREIS

„KIRa-Berg“ soll den Überflutungsschutz im Bergischen Land verbessern

Red; 06.02.2026, 13:26 Uhr
Oberberg - Überflutungsmanagementsystem unterstützt Echtzeit-Planung von Schutzmaßnahmen – Projekt verschiedener Partner soll finanziell gefördert werden.

Die „Kooperation Überflutungsvorsorge an Agger und Wupper (ÜVAW)“ wurde im Januar 2023 als Zusammenschluss der Kreise Ennepe-Ruhr-Kreis, Oberbergischer Kreis, Rhein-Sieg-Kreis und Rheinisch-Bergischer Kreis, der Städte Leverkusen, Remscheid, Solingen und Wuppertal mit den Wasserverbänden Aggerverband und Wupperverband gegründet. Das Kooperationsgebiet umfasst die Gewässereinzugsgebiete von Agger und Wupper. Die Kooperation ÜVAW soll vor allem zu einer verbesserten Information der Bevölkerung und einer intensiveren Zusammenarbeit der Gebietskörperschaften und Wasserverbände führen. Darüber hinaus ist geplant, mit einem innovativen Projekt in akuten Einsatzlagen die Vorwarnzeit zu erhöhen und damit die Einsatzfähigkeit des Bevölkerungsschutzes erheblich zu verbessern.

 

Federführend für die Kooperation ÜVAW wird der Oberbergische Kreis gemeinsam mit den Projektpartnern TH Köln und Universität Bonn deshalb das Projekt „KIRa-Berg“ beantragen. Ziel ist die Entwicklung eines integrierten Überflutungsmanagementsystems, das Fachbehörden, Leitstellen, Feuerwehr-Einsatzleitungen und Krisenstäbe bei der frühzeitigen Erkennung von Überflutungsgefahren unterstützt und die Planung sowie Umsetzung wirksamer Schutzmaßnahmen fördert. Der Oberbergische Kreis koordiniert dabei die Zusammenarbeit der Projektpartner sowie der beteiligten Kommunen und Verbände.

 

Das Projekt besteht aus mehreren Teilprojekten. Technisches Kernstück ist die Installation zweier X-Band-Radargeräte, die das bestehende Radarsystem des Deutschen Wetterdienstes für das Bergische Land ergänzen sollen. Der DWD deckt zwar das gesamte Bundesgebiet systematisch ab und kann für größere Teilgebiete zuverlässige Warn- und Vorhersagendaten liefern. In Gebieten wie dem Bergischen Land kommt das C-Band-Radarsystem des DWD aber an technische Grenzen.

 

Die zusätzlichen geplanten X-Band-Radarsysteme sind dagegen in der Lage, auch in niedrigerer Höhe und mit deutlich häufigeren Messungen hochaufgelöste Radardaten für Niederschlagsvorhersagemodelle zur Verfügung zu stellen. Das geplante System kombiniert die hochauflösenden X-Band-Radardaten mit einem KI-Modell, das sowohl Hochwasserberechnungen aus Niederschlägen als auch durch bestehende Flusshochwasser kombinieren kann. In einem Echtzeit-Entscheidungsmodul können darüber hinaus sekundenschnelle Simulationen von Überflutungsszenarien durchgeführt und die Wirkung von Schutzmaßnahmen bewertet werden.

 

Die Arbeitsgruppe für Radarpolarimetrie der Universität Bonn soll die Radardaten so aufbereiten, dass sie in die bestehenden Warnsysteme des Deutschen Wetterdienstes für Kurzfristvorhersagen integriert werden können, und damit als rechtliche Basis für Warnungen des Katastrophenschutzes dienen können. Damit diese neuen Daten auch für den akuten Bevölkerungsschutz angewendet werden können, ist die TH Köln mit dem Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr (IRG) als dritter Projektpartner im Verbundprojekt. Das IRG wird die Kommunikation und das Informationsmanagement erarbeiten und die Entwicklung der geplanten digitalen Informationsplattform begleiten, um einen Echtzeitinformationsfluss im Einsatzfall sowohl für die Bevölkerung als auch für den Katastrophenschutz sicherzustellen.

 

Das Projekt erhielt im Rahmen der REGIONALE 2025 Bergisches RheinLand den A-Status und wurde vom EFRE-Begutachtungsausschusses des Landes NRW zur Förderung empfohlen. Nach einer ersten Förderberatung wird der Oberbergische Kreis in Kürze von der Bezirksregierung Köln zur Antragseinreichung aufgefordert werden. Der geplante Projektzeitraum erstreckt sich voraussichtlich von Juli 2026 bis Dezember 2028. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1,83 Millionen.

WERBUNG

WERBUNG