OBERBERGISCHER KREIS

Altkleider: AWO beendet Sammlung in Containern

Red; 09.12.2025, 15:35 Uhr
Symbolfoto: Pixabay.
OBERBERGISCHER KREIS

Altkleider: AWO beendet Sammlung in Containern

Red; 09.12.2025, 15:35 Uhr
Oberberg – Unter anderem sorgen Vandalismus und eine missverstandene EU-Richtlinie für nicht mehr finanzierbare Kosten – Second-Hand-Läden werden weiterhin betrieben.

„Die Belastungen, die die Altkleider-Sammlung seit Langem für unsere gemeinnützige Arbeit mit sich bringt, sind immens und viel größer als ihr Nutzen“, sagt Vorstandsvorsitzende Evelyn Timm vom Kreisverband Rhein-Oberberg der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Der Kreisverband beendet daher ab 18. Dezember das Sammeln der Altkleider mit den 120 im Rheinisch-Bergischen und Oberbergischen Kreis aufgestellten Kleidercontainern.

 

Bisher waren diese Container im Auftrag der AWO von einer Firma mit Sitz im Sauerland entleert und die Inhalte zur Weiterverwertung verbracht worden. Die Container unterstehen nun mit Kündigung des Vertrags durch die AWO der alleinigen rechtlichen Verfügungsbefugnis durch das Verwertungsunternehmen, das diese neu vergibt oder abholt, teilte die AWO mit.

 

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Vor allem der aufgrund rasant zunehmender Fast-Fashion gesättigte Altkleider-Markt sowie ein oft Vandalismus ähnlicher Umgang mit den Containern habe den Kreisverband zur Aufgabe gezwungen. Aufgrund berechtigter Beschwerden der Kommunen oder direkt von Bürgern musste der neben den Containern gelagerte Abfall wie Matratzen, beschmutzte Windeln, Elektroschrott oder nasse Kleidung immer wieder mit erheblichem Kostenaufwand entsorgt werden. Doch schon ein bis zwei Tage später bot sich meist am selben Ort dasselbe Bild.

 

Zudem sorgt die am 1. Januar 2025 in Kraft getretene Änderung der EU-Abfallrahmenrichtlinie für Missverständnisse. Diese richtet sich an Länder, in denen es bisher gar keine Wiederverwertung gab und daher zu dieser aufforderte. In Deutschland gilt aber nach wie vor: Kaputte oder beschmutze Kleidung gehört weiterhin in den Restmüll. Dennoch findet sie sich leider meistens in den Containern wieder.

 

Die Second-Hand-Läden der AWO werden derweil weiterbetrieben. So gibt es seit mehr als 40 Jahren die „Fundgrube“ des Ortsvereins Engelskirchen-Overath. Die rund 20 Ehrenamtlichen sortieren die abgegebenen Kleidungsstücke und bieten sie im Laden günstig an.

 

Die Erlöse gehen als Spenden unter anderem an Senioren- und Jugendangebote oder an Projekte gemeinnütziger regionaler Vereine, darunter Hilfen für Obdachlose, Trikots für junge Fußballspieler, hospizliche Begleitung oder Requisiten für die Theatergruppe. Doch die ehrenamtliche Arbeit wird auch hier durch verschmutzte, zerrissene und beschädigte Ware erschwert. „Derzeit sind weit mehr als drei Viertel der abgegebenen Kleidungsstücke nicht zur Weitergabe geeignet“; sagt Beate Ruland, Vorsitzende des AWO-Ortsvereins Engelskirchen-Overath.

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