OBERBERGISCHER KREIS

Da sein, wo sonst keiner ist: SKFM feiert 50. Jubiläum

us; 12.10.2026, 08:31 Uhr
Fotos: Alexander Maier --- Anette Heider und Joachim Stötzel (vorne, 2. u. 3. v. li.) zusammen mit ihren Helfern und den Ehrengästen der Jubiläumsfeier.
OBERBERGISCHER KREIS

Da sein, wo sonst keiner ist: SKFM feiert 50. Jubiläum

us; 12.10.2026, 08:31 Uhr
Gummersbach - Mit einer Jubiläumsmesse in der Gummersbacher Kirche St. Franziskus beging der Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer (SKFM) sein 50-jähriges Bestehen.

Von Ute Sommer

 

Nicht umsonst stieg die „Geburtstagsfeier“ im Rahmen eines Gottesdienstes, denn das sozial, wohltätige Engagement der Menschen, die sich seit 50 Jahren ehrenamtlich im SKFM einbringen dient laut Selbstauskunft allein dem Zweck, „unsere Gesellschaft im Sinne der christlichen Nächstenliebe menschlicher zu gestalten“. So freuten sich Diakon Norbert Kriesten und Kaplan Nelse Thomas über eine große Gottesdienstgemeinde, die beim Jubiläum heute mit dabei sein wollte. Als SKFM-Repräsentanten stellten dessen Geschäftsführerin Anette Heider und der Vorsitzende des ehrenamtlichen Vorstandes Joachim Stötzel Aufgaben in Inhalte ihres gemeinnützigen Vereins vor, der 1976 aus der Taufe gehoben wurde und seit 1992 auch anerkannter Bereuungsverein im Oberbergischen ist. Die rund 300 Ehrenamtlichen sind derzeit kreisweit in 19 Mitarbeitergruppen organisiert, denen neun hauptamtliche Fachkräfte (in Teilzeit) zur Seite stehen.

 

[Für Gummersbachs Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit war es eine Premiere, ein  Grußwort im Rahmen einer Messe zu sprechen.]

 

Die wesentlichen drei  Arbeitsbereiche der „Freizeit-Kümmerer“ setzen sich zusammen aus dem Besuchsdienst, der Hilfe für Familien oder Einzelpersonen, sowie der Unterstützung ehrenamtlicher, gesetzlicher Betreuungspersonen. Egal ob einsame, alte oder psychisch erkrankte Menschen aufgesucht werden, ob Familien, Alleinerziehende oder Schwangere Begleitung und Hilfe benötigen oder ob ein ehrenamtlich tätiger gesetzlicher Betreuer gesucht ist, im Vordergrund steht stets der einzelne Mensch und seine Bedürfnisse, ungeachtet seiner Nationalität oder Konfession. „Wir wollen da sein, wo sonst keiner ist“, unterstrich Anette Heider. „Einer für einen, lautet unsere Maxime“, betonte Joachim Stötzel, der als positive „SKFM- Nebeneffekte“, Gemeinschaft, Horizonterweiterung und Sinnhaftigkeit aufzählte. In seiner Predigt bezog sich Diakon Kriesten auf das Gleichnis des „Barmherzigen Samariters“, der gleichsam als „erste Ortsgruppe des SKFM“ tätig geworden sei.

 

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Damals wie heute gelte es mit offenen Augen unterwegs zu sein, die Not anderer wahrzunehmen und daraus helfendes Handeln und Beistand abzuleiten. Wenn Jesus seine bildhafte Rede mit den Worten „Dann geh und handle du genauso“, schließe, ergebe sich daraus die künftige Marschrichtung. Gummersbachs Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit skizzierte die Tendenzen hin zu einer zunehmend individualisierten, Ich-bezogenen Gesellschaft ohne Lebensqualität. „So will doch keiner leben, die Gesellschaft braucht Nächstenliebe“, würdigte er das selbstlose Engagement der 300 SKFM-Freiwilligen und erntete wertschätzenden Applaus von den Gottesdienstbesuchern.

 

[Als wichtiger denn je bewertete der stellvertretende Landrat Harald Langusch die Arbeit des Sozialdienstes katholischer Frauen und Männer im Oberbergischen Kreis.]

 

Im Namen von 280.000 Oberbergern gratulierte der stellvertretende Landrat Harald Langusch zum 50-jährigen Jubiläum, bei dem man mit Stolz auf das Erreichte blicken könne. Weil aber die Zivilgesellschaft nur über ein grobes soziales Netz verfüge, globale Krisen und die gesellschaftliche Spaltung im Wachsen begriffen seien, sei die christliche Handlungsgrundlage des SKFM in Zukunft unerlässlicher denn je. „Sie schließen die Lücken, die viele nicht sehen“, sagte er ideelle und finanzielle Rückendeckung von Kreisseite zu, dankte und wünschte Gottes Segen.

 

Der eigens gegründete Familien-Projektchor, unter Leitung von Susanne Kriesten, begleitete die Messe mit modernen geistlichen Liedern, bevor alle Gäste im Anschluss an den Gottesdienst zu einem Treffen ins Gemeindehaus geladen waren.

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