OBERBERGISCHER KREIS
Gesundheitsreport: Atemwegserkrankungen sorgen für viele Krankschreibungen
Oberberg - Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung der AOK Rheinland/Hamburg veröffentlicht Rheinlandbericht - Beschäftigte fallen häufig wegen Erkältung, Bronchitis oder grippalen Infekten aus.
Erkältungen, Bronchitis oder grippale Infekte sorgen weiterhin für viele krankheitsbedingte Ausfälle im Arbeitsalltag. Das zeigt der aktuelle Rheinlandbericht des Instituts für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF-Institut) der AOK Rheinland/Hamburg. Insgesamt ist der Krankenstand im Rheinland im Jahr 2025 erstmals seit 2021 wieder leicht gesunken – von 7,18 auf 7,01 Prozent. Auch die Arbeitsunfähigkeitsquote ging erneut leicht zurück: 63,4 Prozent der Beschäftigten waren im vergangenen Jahr mindestens einmal krankgeschrieben. Die durchschnittliche Dauer einer Erkrankung lag bei 10,6 Kalendertagen.
In diesem Jahr wurden Atemwegserkrankungen erstmals gesondert als Schwerpunkt ausgewertet – unter anderem, weil sie für mehr als ein Viertel aller Arbeitsunfähigkeitsfälle im Rheinland verantwortlich sind. Für den Oberbergischen Kreis wurden im Jahr 2025 je 100 Versicherte insgesamt 84,4 Arbeitsunfähigkeitsfälle aufgrund von Atemwegserkrankungen registriert. Damit liegt der Kreis leicht über dem Rheinland-Durchschnitt von 84,1 Fällen. Bei den Fehltagen erreichte der Oberbergische Kreis 489,5 AU-Tage je 100 Versicherte.
„Die häufigsten Ursachen waren klassische Infekte der oberen Atemwege. Laut Bericht erhielt rechnerisch jede zweite beschäftigte Person mindestens einmal im Jahr eine Krankschreibung wegen einer akuten Atemwegsinfektion“, sagt Frank Mäuer, Regionaldirektor der AOK Regionaldirektion Oberbergisches Land.
Auffällig sei außerdem, dass sich vor allem jüngere Beschäftigte häufiger wegen Atemwegserkrankungen krankmelden, während ältere Beschäftigte seltener betroffen seien, dafür aber im Durchschnitt länger ausfallen.
Atemwegserkrankungen werden oft als einfache Erkältung wahrgenommen, verursachen aber weiterhin einen großen Teil der krankheitsbedingten Ausfälle im Berufsalltag.
Gerade in Berufen mit viel Kontakt zu anderen Menschen ist das Infektionsrisiko besonders hoch. Den höchsten Krankenstand verzeichnete 2025 erneut die Pflegebranche mit 9,13 Prozent, gefolgt von der Metallerzeugung mit 9,06 Prozent. Ebenfalls hohe Werte zeigten sich in der Ver- und Entsorgung sowie in der Metallwarenherstellung. Die niedrigsten Krankenstände wurden dagegen in der Informations- und Kommunikationsbranche, im Gastgewerbe sowie im Finanz- und Versicherungswesen registriert.
Parallel dazu setzt sich ein anderer Trend weiter fort: Die Zahl psychischer Erkrankungen ist in den vergangenen 20 Jahren kontinuierlich gestiegen und bleibt weiterhin auf hohem Niveau.
Die Zahlen basieren auf einer Analyse von Daten zur Arbeitsunfähigkeit von rund 1,15 Millionen erwerbstätigen Versicherten der AOK Rheinland/Hamburg. Der vollständige Bericht ist unter https://www.bgf-institut.de/wir-ueber-uns/service/gesundheitsberichte/ zu finden.