OBERBERGISCHER KREIS

Immobilienmarkt: Sinkende Umsatzzahlen und schwankende Preise

Red; 27.07.2026, 12:18 Uhr
Symbolfoto: Oleksandr Pidvalnyi from Pixabay
OBERBERGISCHER KREIS

Immobilienmarkt: Sinkende Umsatzzahlen und schwankende Preise

Red; 27.07.2026, 12:18 Uhr
Oberberg - Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Oberbergischen Kreis hat den Immobilienmarkt im ersten Halbjahr 2026 analysiert.

Die Anzahl der getätigten Käufe lag im ersten Halbjahr 2026 unter dem Vorjahresniveau. Bis Ende Juni wurden dem Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Oberbergischen Kreis 1366 Notarverträge zur Auswertung übermittelt, 6 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Geldumsatz dieser ausgewerteten Kaufverträge betrug rund 278 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einer Abnahme von rund 8 Prozent. Die Preise für Bauland (Euro pro Quadratmeter) mit Flächen zwischen 300 und 1.300 Quadratmeter sind im ersten Halbjahr 2026 um durchschnittlich zehn Prozent gefallen.

 

Die durchschnittliche Bauplatzgröße in Oberbergischen Kreis betrug rund 670 Quadratmeter (-7 Prozent). Im Kreisnorden (Radevormwald, Hückeswagen, Wipperfürth, Lindlar) wurden durchschnittlich 120.000 Euro (180 €/m²) für einen Bauplatz gezahlt. In der Kreismitte (Marienheide, Gummersbach, Engelskirchen, Wiehl) waren es rund 105.000 Euro (155 €/m²) und im Kreissüden (Bergneustadt, Reichshof, Nümbrecht, Morsbach, Waldbröl) rund 85.000 Euro (125 €/m²).

 

Der Durchschnittswert für landwirtschaftlich genutzte Flächen ist zum Vorjahr mit 1,65 Euro/m² rund zehn Prozent über dem Niveau des aktuellen Bodenrichtwerts. Die Preise von Waldflächen variieren. Im ersten Halbjahr wurden durchschnittlich 1,05 Euro/m² für Laubwald (-19 Prozent) und 1,10 Euro/m² für Mischwald (-4 Prozent) gezahlt. Im Bereich des Nadelwaldes lagen im ersten Halbjahr nur neun Kaufverträge vor (Durchschnittswert 1,05 €/m², -19 Prozent). Der Wert für Flächen ohne Aufwuchs liegt mit 0,50 Euro/m² auf dem Vorjahresniveau.

 

Bei freistehenden Ein- und Zweifamilienhäusern mit Grundstücksgrößen zwischen 350 und 800 Quadratmetern lag der Durchschnittswert im Kreisnorden bei rund 350.000 Euro (+3 Prozent), in der Kreismitte bei etwa 285.000 Euro (-2 Prozent) und im Kreissüden bei circa 250.000 Euro (-4 Prozent). Im Durchschnitt ergibt der einfache Kaufpreisvergleich einen Abschwung von rd. 1 Prozent. Je nach Baujahr, Lage, Ausstattung und Beschaffenheit variieren die Kaufpreise stark.

 

Mit dem Immobilienpreiskalkulator unter Boris.NRW können die einzelnen Merkmale eines konkreten Gebäudes berücksichtigt werden. Der Kalkulator ist für die Teilmärkte Ein- und Zweifamilienhäuser und Eigentumswohnungen verfügbar und wird jährlich aktualisiert. Hierzu erhebt der Gutachterausschuss zu verkauften Immobilien weitere Informationen und veröffentlicht diese im Grundstücksmarktbericht.

 

Der Durchschnittswert einer Neubaueigentumswohnung liegt mit 4.270 Euro/m² über dem Vorjahresniveau (+12 Prozent). Die Preise von gebrauchten Eigentumswohnungen (ETW) differieren je nach Baujahrsgruppe. In der Baujahresgruppe 1950 bis 1974 wurden durchschnittlich 1.520 Euro/m² Wohnfläche (-2 Prozent) gezahlt, für die ETW der Baujahresgruppe 1975 bis 1995 rd. 2.110 Euro/m² Wohnfläche (+13 Prozent) und rund 2.900 Euro/m² Wohnfläche (+8 Prozent) für die Baujahresgruppe 1996 bis 2021.

 

Im ersten Halbjahr wurden im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 rund 11 Prozent weniger bebaute Kauffälle registriert, die Anzahl der Kauffälle von Wohnungen liegt ebenfalls unter dem Vorjahresniveau (-9 Prozent). Es wurden 14 Prozent mehr Bauplätze und 2 Prozent weniger land- und forstwirtschaftliche Flächen veräußert.

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