OBERBERGISCHER KREIS

Konjunkturumfrage: Weniger Pessimismus, aber keine Entwarnung

Red; 03.11.2026, 14:31 Uhr
Symbolfoto: jannonivergall auf Pixabay.
OBERBERGISCHER KREIS

Konjunkturumfrage: Weniger Pessimismus, aber keine Entwarnung

Red; 03.11.2026, 14:31 Uhr
Oberberg – Wie Befragung durch die Industrie- und Handelskammer Köln zeigt, bleiben die Situation für die hiesigen Unternehmen angespannt.

Die Unternehmen in der Region Köln blicken weniger pessimistisch auf die kommenden Monate, von einer Entwarnung kann jedoch keine Rede sein: Der Konjunkturklimaindikator der IHK Köln steigt von 85,2 auf 91,3 Punkte. Er bleibt damit zum 10. Mal in Folge unter 100 Punkten, der Schwelle, ab der die Wirtschaft wieder wächst. 25 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer weiteren Verschlechterung der Lage, das sind einige weniger als noch im Frühjahr. Aber nur 13 Prozent glauben, dass die Geschäfte in den nächsten zwölf Monaten besser laufen als zuletzt. Auch die aktuelle Lage bleibt schwierig: Nur jedes fünfte der befragten Unternehmen beurteilt sie als gut.

 

„Die Befragungsergebnisse sind kein Anlass für Entwarnung oder für ein Nachlassen bei den politischen Reformen“, sagt Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der IHK Köln. „Bis zu einer echten Erholung ist noch ein weiter Weg. Es gilt weiterhin: Die Unternehmen brauchen niedrigere Energiekosten, niedrigere Arbeitskosten und vor allem einen wirksamen Bürokratieabbau, der sie wieder handlungsfähiger macht. Und zwar jetzt!“

 

Die Unternehmen in Oberberg beurteilen ihre Lage etwas besser und blicken mit etwas weniger Sorge in die Zukunft als bei der letzten Befragung, die negativen Einschätzungen überwiegen aber weiterhin. Ein Drittel der Betriebe bewertet seine Geschäftslage als schlecht, nur knapp ein Viertel als gut. 40 Prozent wollen weniger investieren (Frühjahr: 54 Prozent). Mehr als jeder vierte Betrieb plant weiterhin einen Stellenabbau.

 

In der Industrie, und besonders bei den energieintensiven Unternehmen in der Region, bleibt die Situation laut Mitteilung der IHK sehr angespannt. 46 Prozent der Unternehmen melden sinkende Auftragseingänge. Beim für die Industrie so wichtigen Exportgeschäft erwarten nur 8 Prozent eine Erholung, während 30 Prozent von einem weiteren Rückgang ausgehen. Ein Drittel der Unternehmen bewertet demzufolge die Geschäftslage als schlecht, nur 17 Prozent als gut. Positive Erwartungen für die nächsten zwölf Monate haben gerade einmal zehn Prozent der Industrieunternehmen.

 

Auch im Baugewerbe und im Einzelhandel verschlechtere sich die Geschäftslage weiter, so die IHK weiter. Im Großhandel haben sich dagegen die aktuelle Situation und auch die Erwartungen verbessert. Die Dienstleistungen können sich insgesamt weiterhin besser behaupten als Industrie und Handel, auch wenn sie auf Aufträge aus diesen Wirtschaftsbereichen angewiesen sind.

 

Die schwierige Lage wirke sich zunehmend auf die Beschäftigung aus: 28 Prozent der Unternehmen werden Stellen abbauen, nur 13 Prozent zusätzliche Beschäftigte einstellen. Bei den Investitionen planen immerhin 28 Prozent der Betriebe höhere Ausgaben, fünf Prozentpunkte mehr als im Frühjahr. Gleichzeitig werden aber 32 Prozent weniger investieren. Vorrang hat der Ersatz vorhandener Anlagen und Ausstattung, der Ausbau von Kapazitäten spielt kaum eine Rolle.

 

Das größte Geschäftsrisiko sehen die Unternehmen weiterhin in der schwachen Inlandsnachfrage: 61 Prozent nennen sie als Gefahr für ihre wirtschaftliche Entwicklung. Fast ebenso viele sorgen sich wegen hoher Energiepreise. Auch die Arbeitskosten und schließlich die Politik werden von mehr als der Hälfte der Unternehmen als Risiko gesehen. „Die Nachfrage bleibt schwach, Risiken und Kosten bleiben hoch. Jetzt gilt es, mit beherzten Reformen das Vertrauen in den Standort zu stärken und den Unternehmen eine verlässliche Perspektive zu geben“, so Vetterlein.

 

Die IHK Köln befragt die Unternehmen ihres Bezirks dreimal im Jahr zur wirtschaftlichen Lage und ihren Erwartungen. Die Herbstumfrage 2026 lief vom 7. September bis zum 2. Oktober. Rund 2.300 Unternehmen wurden angeschrieben, 464 Antworten wurden ausgewertet.

 

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