Oberberg – Beim „Marktplatz für gute Geschäfte" sollen sich Unternehmen und gemeinnützige Organisationen auf dem „kurzen Dienstweg“ austauschen.
Geld ist tabu ist auf dem "Marktplatz für gute Geschäfte", vielmehr werden Sach- und Arbeitsmittel getauscht. Das Konzept: Um etwas zu erledigen, schließen Unternehmen und gemeinnützige Organisationen unbürokratische Kooperationen. Fachwissen und Know-how werden eingesetzt, um im Gegenzug ehrenamtliche Arbeitskraft und engagierte Netzwerke zu nutzen. "Dieses für Oberberg neue Format bringt Wirtschaft, Zivilgesellschaft und bürgerschaftliches Engagement zusammen. Gerade in herausfordernden Zeiten ist es wichtig, neue Wege zu gehen, Verantwortung zu teilen und gemeinsam innovative Lösungen für unsere Region zu entwickeln", sagt Landrat Klaus Grootens.
Beispiele für erfolgreiche Kooperationen: Ein Unternehmen hat Büromöbel ausrangiert, ein Verein suchte dringend Möbelspenden. Ein IT-Unternehmen hilft einer Bürgerinitiative bei der Gestaltung der Website - im Gegenzug backen Ehrenamtliche Waffeln auf deren Sommerfest. Elke Bergmann von der „OASe“ (Offene Arbeit für Senioren) der Stadt Wiehl hatte gleich eine Idee, was sie Unternehmen anbieten möchte: „Ich kann Unternehmen beim 'Offboarding' unterstützen, das heißt, ich kann Angestellte, die zeitnah in Rente gehen, informieren und beraten. Auch bezüglich eines plötzlichen Pflegefalles in der Familie wäre ich ansprechbar.“
"Seit Einführung der Marktplatz-Methode in den frühen 2000ern, wurden in mehr als 100 Kommunen über 25.000 Kooperationen realisiert. Ob durch Pro-Bono-Leistungen, Social Days oder der Zurverfügungstellung von Räumen oder Fuhrpark – jedes Engagement trägt zur Stärkung unserer Region bei", sagt Sylvia Asmussen, die Leiterin der Fachstelle für bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt des Oberbergischen Kreises.
Einen ersten "Marktplatz für gute Geschäfte" im Oberbergischen Kreis wird es am Donnerstag, 2. Juli, im Stadtteilhaus Wiehl-Drabenderhöhe geben. Hierbei werden Vereine, Non-Profit-Institutionen und Unternehmen zusammenkommen. Nach Anmeldung und Vorbereitung haben die Teilnehmer am Veranstaltungstag eine Stunde Zeit, um Kooperationen aufzubauen und Vereinbarungen zu schließen. Um vorbereitet zu sein, nehmen die Akteure einige Tage vor der Veranstaltung an einem kostenlosen Workshop teil.
Die Teilnahme ist für alle Beteiligten kostenfrei. Bei Erfolg sollen kreisweit weitere Marktplätze folgen.