POLITIK
16 Hektar großes PV-Freiflächen-Projekt vorgestellt
Nümbrecht – Zwischen Grunewald, Niederelben und Lindscheid möchte die Enerpark gerne ihre Photovoltaik-Pläne realisieren – Politik wird die Optionen diskutieren.
Von Lars Weber
Die Enerpark aus Hamburg betreibt bereits rund 750 Photovoltaik-Freiflächen-Parks in Deutschland und Europa. Nun möchte das Unternehmen auch in der Gemeinde Nümbrecht Fuß fassen. Auf zwei Abschnitten und insgesamt 16 Hektar zwischen Grunewald, Niederelben und Lindscheid könnte eine Anlage mit 20,5 Megawatt Peak (MWp) entstehen, die Strom für 9.000 Zwei-Personen-Haushalte jährlich erzeugen soll. Die Idee hat Leon Heuel von Enerpark im Entwicklungsausschuss der Gemeinde vorgestellt. Nun ist die Politik am Zug, die entscheiden muss, wie sie mit den Plänen umgeht.
Bürgermeister Thomas Hellbusch führte ein, dass der Rat bereits den Leitfaden des Oberbergischen Kreises beschlossen hat und damit ein Werk, das den Kommunen eine Grundlage für weitergehende Entscheidungen bieten soll. Er betonte, dass die Vorstellung des Projekts durch Enerpark noch keinen Startschuss für eine Umsetzung darstelle. Diesen müsse die Politik geben und dafür seien ausführliche Diskussionen nötig. Zugleich machte Hellbusch klar, dass sich bereits auch andere Projektierer neben Enerpark in Stellung brächten und Grundstückseigentümer in der Landwirtschaft kontaktierten.
Genau das hat die Enerpark ebenso getan, wie Leon Heuel ausführte, der den Weg vom Kölner Standort seiner Firma nach Nümbrecht gefunden hatte. Das Besondere an der Firma Enerpark sei, dass bei den Projekten alles aus einer Hand komme. Von der Vorbereitung der Fläche über den Bau und die Installation bis hin zu Service, Stromvermarktung und Rückbau.
Zwei Abschnitte hat der Projektierer in Nümbrecht nach den Gesprächen mit den Grundstückseigentümern ins Auge gefasst. Die eine befindet sich unterhalb Grunewalds, eingefasst von der K 55 und der Niederelbener Straße (zwölf Hektar, entspricht etwa 17 Fußballfelder). Die andere befindet sich an der Niederelbener Straße auf der Höhe Harscheids (4,5 Hektar, sechs bis sieben Fußballfelder). Technisch gesehen würde es sich um eine Anlage handeln, so Heuel, die zunächst mit Grünstromspeicher geplant werde.
Er betonte, dass für die Anlagen nichts fundamentiert werden müsse und der Boden nicht versiegelt werde. Stattdessen werden die Vorrichtungen für die Tische mit den Solarmodulen (Höhe etwa drei Meter) in den Boden gerammt. Dies ermögliche, bei einem Rückbau der Anlagen nach 20 bis 30 Jahren wieder den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen. Dafür werde im Pachtvertrag eine Rückbaubürgschaft festgeschrieben. Der Aufbau selbst sei schnell erledigt. Für zehn Hektar würden etwa vier Wochen benötigt – und ähnlich schnell laufe auch der Rückbau. Das mache diese „Übergangstechnologie“ attraktiv für das Unternehmen.
Aufgrund Starkstroms würden die Anlagen beide komplett eingezäunt und – für den Sichtschutz – mit heimischen Pflanzen eingegrünt. Für Wildtiere könnten Möglichkeiten geschaffen werden, dass sie passieren können. Etwaige Aus- und Eingänge würden tatsächlich auch von Tieren genutzt, sagte Heuel. Möglich sei es, dass Schafe oder auch Rinder innerhalb der Bezäunung gehalten werden. Etwa die Hälfte der bestehenden Enerpark-Anlagen würden von Schafen beweidet. Die Feuerwehr allerdings, dies wurde betont, hätte jederzeit Zugang und würde auch extra geschult für Einsätze auf dem Gelände.
Für die Gemeinde entstehen keine Kosten. Dafür, so Heuel, könne die Gemeinde von dem Park profitieren. So würde Enerparc für den Betrieb eine eigene Projektgesellschaft mit Sitz in Nümbrecht gründen – dies garantiere schonmal Gewerbesteuereinnahmen. Darüber hinaus gebe es weitere Beteiligungsmöglichkeiten. So sei eine kommunale Abgabe möglich, die in Nümbrecht rund 41.000 Euro jährlich in die Kasse spülen könnte. Auch Bürger könnten ins Boot geholt werden, zum Beispiel mit einem „Crowdinvestment“ mit fester Verzinsung oder einer Bürgerenergiegenossenschaft. Für die lokale Wirtschaft seien kostengünstige Stromdirektverträge denkbar, vielleicht auch ein Direktanschluss.
Nach einer Fragerunde nahmen die Gremiumsmitglieder nun alle Informationen mit in die Fraktionen. Bei der nächsten Sitzung des Entwicklungsausschusses soll dann diskutiert werden, wie die Gemeinde mit dem Projekt umgehen möchte. Falls sich die Politik dafür entscheidet, müsse Planungsrecht geschaffen werden. In diesem Zuge wird es dann auch eine Beteiligung der Öffentlichkeit geben.
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