POLITIK

Aus Windkraft: Über 1,3 Millionen Euro für Vereine

ks; 03.07.2026, 13:30 Uhr
Symbolfoto: Simon auf Pixabay --- Nördlich von Brochhagen sollen drei Windräder gebaut werden.
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Aus Windkraft: Über 1,3 Millionen Euro für Vereine

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ks; 03.07.2026, 13:30 Uhr
Lindlar – Am Vogelberg baut Abo Energy einen Windpark – Vereine im Umkreis von 2.500 Metern sollen aus den Beteiligungserträgen jährlich rund 65.600 Euro erhalten.

Lange wurde vergangene Woche in einer Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses darüber diskutiert, nun ist die Entscheidung in trockenen Tüchern. Der Rat der Gemeinde Lindlar hat am Mittwoch entschieden, dass die Verwaltung auf Grundlage eines bereits erarbeiteten Entwurfes eine Vereinbarung mit den Vereinen abschließen soll, die in einem Radius von 2.500 Metern um die entstehenden Windkraftanlagen am Vogelberg wirken. In der Vereinbarung geht es um die Verwendung von Beteiligungserträgen aus dem Windpark Lindlar-Vogelberg. Für die Verwaltung und die Politik war das echtes Neuland.

 

80 Prozent der jährlichen Beteiligungserträge sollen den Vereinen zur Verfügung gestellt werden – und das zu gleichen Teilen, also unabhängig von der Größe des Vereins. Diskutiert wurde dabei auch über eine projektbezogene Verteilung, was aber nicht zuletzt mit Blick auf damit einhergehenden bürokratischen Aufwand verworfen wurde. Die übrigen 20 Prozent der Mittel sollen der Gemeinde für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung stehen. Diese können dann Kinder- und Jugendprojekten, Maßnahmen der Jugendwohlfahrtspflege, gemeinnützigen Initiativen und Einrichtungen im Gemeindegebiet sowie dem Klimaschutz zugutekommen.

 

Diskutiert wurde im Ausschuss vor allem darüber, wie lange der Vertrag laufen soll. Während sich Bürgermeister, CDU, Grüne, BSW, Linke und FDP letztlich für eine Laufzeit von 20 Jahren entschieden haben, sprach sich die SPD für eine Laufzeit von zehn Jahren aus, um so flexibler zu sein. Die Mehrheit hat sich dafür entschieden, dass nach zehn Jahren gemeinsam mit den Vereinen eine Evaluierung stattfinden soll. Außerdem steht der Vertrag unter dem Vorbehalt gesetzlicher Änderungen. Führt eine Gesetzesänderung dazu, dass die Durchführung des Vertrags wesentlich beeinträchtigt oder unzulässig wird, besteht für beide Parteien ein Sonderkündigungsrecht.

 

Grundlage ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz 2021

 

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz 2021 (EEG 2021) bietet die Möglichkeit, dass Kommunen im 2.500-Meter-Radius um einen Windpark entsprechend ihres Flächenanteils mit 0,2 Cent für jede produzierte Kilowattstunde finanziell beteiligt werden. Wofür das Geld verwendet werden soll, entscheiden die Kommunen. Bei Abo Energy geht man davon aus, dass der Gemeinde Lindlar dadurch pro Jahr rund 82.000 Euro und der Stadt Wipperfürth rund 18.000 Euro zukommen werden. Über die 20 Jahre währende Zeit der EEG-Vergütung sollen so aus der Zuwendung der drei Windenergieanlagen rund zwei Millionen Euro zusammenkommen. Darüber hinaus sind Pachtzahlungen für die Nutzung von privaten und kommunalen Flächen sowie Einnahmen aus der Gewerbesteuer zu erwarten.

 

Im Januar dieses Jahres wurde im Bereich der geplanten Anlagenstandorte und der Zuwegung mit den Rodungsarbeiten begonnen. Mitte Februar wurden die Arbeiten abgeschlossen. In Zusammenarbeit mit dem lokalen Forstbetrieb Ralf Abraham seien die Flächen für die anschließenden Tiefbauarbeiten vorbereitet worden. Wie Abo Energy auf seiner Website mitgeteilt hat, wurde bereits am 8. Juni planmäßig mit den Bauarbeiten für die drei Windenergieanlagen begonnen. Die Arning Bauunternehmung aus Steinfurt soll zunächst die Wegeinfrastruktur ausbauen und die Standorte der Windenergieanlagen für den Fundamentbau vorbereiten. Bis Ende 2027 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen werden und der Windpark in Betrieb gehen.

 

Stillstand bei weiteren angedachten Windparks?

 

In den vergangenen Jahren war in Lindlar aber nicht nur der Windpark Vogelberg Thema. Gesprochen wurde auch über Windenergieanlagen im Peffeköver Holz, wo kommunalgrenzübergreifend der Windpark „Lindlar-Wipperfürth“ entstehen sollte – geplant von der EnBW. Darüber hinaus stand auch der Windpark „Lindlar-Marienheide“ am Steinberg im Raum, an dem das Unternehmen „ERG Development Germany“ mit Sitz in Hamburg als Projektentwickler gearbeitet hat. Doch im Rathaus habe man schon länger nichts mehr zu den beiden Projekten gehört. Da scheint für den Moment Stillstand zu herrschen, vermutet Engelmann. Weitere Interessenten gebe des dem Bürgermeister zufolge derzeit wohl auch nicht.

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