POLITIK
Eine Nummer kleiner als erhofft: Lüftung in GWN-Arena wird getauscht
Nümbrecht – Angebote für die Optimallösung, mit der auch Großveranstaltungen möglich gewesen wären, waren zu teuer – Rat entscheidet sich für Alternative.
Von Lars Weber
Die Luft in den Mehrzweckhallen der GWN-Arena ist schon seit Jahren Thema. Gerade im Sommer, wenn die Sonne auf das Dach knallt, ist die Situation in den Hallen schwer erträglich. Egal, ob es um große Veranstaltungen geht wie das Frühlingskonzert des Musikvereins Heddinghausen oder um den Schulsport oder um die Heimspiele der Handballer. Die Realisierung einer neuen Lüftungsanlage mithilfe von Fördermitteln wurde bereits im Sommer vor zwei Jahren auf den Weg gebracht (OA berichtete). Nun musste der Plan durch den Rat aber noch einmal angepasst werden.
Was war passiert? Wie bei der Sitzung des Rats vor zwei Jahren beschlossen, hatte die Verwaltung die Fördermittel über rund 260.000 Euro beantragt, die inzwischen auch bewilligt seien. 850.000 Euro waren für die Maßnahme im Haushalt eingeplant. Die Angebote der Ausschreibung überstiegen diese jedoch, eine Deckungslücke von fast 407.000 Euro wäre die Folge gewesen. Dabei handelte es sich um die Königslösung, da bei einer Leistung des Lüftungsgeräts von 32.000 m3/h (zehn Wärmepumpen waren geplant) gemäß der Ansicht der Bauaufsichtsbehörde auch bis zu vier Großveranstaltungen mit 1.100 (bestuhlt) bis 1.350 (stehend) Personen möglich gewesen wären.
Doch die Gemeinde muss bekanntlich sparen, also wurde sich mit dem Fachplaner ausgetauscht. Über drei Varianten sei laut Verwaltung diskutiert worden. Erstens: die Königslösung trotz der Mehrkosten umsetzen. Zweitens: Nichts an der Lüftung zu verändern und die Situation so zu belassen, wie sie gerade ist. Beides wurde von der Verwaltung nicht als zielführend angesehen. Nichts zu tun, sei keine Option bei den aktuellen Zuständen, außerdem bestehe das unkalkulierbare Risiko eines irreparablen Defekts der in die Jahre gekommenen Anlage. Was die Königslösung angeht, so hält die Verwaltung das Kosten-Nutzen-Verhältnis für nicht angemessen, da man für maximal vier zulässige Veranstaltungen pro Jahr deutlich mehr Geld in die Hand nehmen müsste.
Bleibt also Option drei: Da vor allem die gestiegenen Preise für Wärmepumpen der Grund für das hohe Angebot gewesen seien, wurde an dieser Stellschraube gedreht, um ein maximal gutes Ergebnis zu bekommen. Für die nächstkleinere Variante könnten nach Einschätzung des Planungsbüros zwei Lüftungsgeräte mit je 8.000 m3/h zum Einsatz kommen. Neben der hier vorhandenen erhöhten Ausfallsicherheit wird hier durch die Reduzierung der erforderlichen Wärmepumpen samt Verbindungen, reduziertem Kanalbau und anderen Faktoren eine Kostenersparnis von rund 240.000 Euro erreicht.
Auch diese neue Lüftungstechnik biete die Möglichkeit der Kühlung, sodass in jedem Fall eine Verbesserung der Luftqualität in der GWN-Arena zu erwarten sei. In der Konsequenz könnten aber auch zukünftig lediglich Veranstaltungen mit maximal 800 Personen zugelassen werden. Die aktuell stattfindenden zwei Veranstaltungen pro Jahr mit Größenordnung 1.100 Personen wären weiterhin unzulässig und müssten über eine alternative Lüftungslösung geregelt werden.
Der Rat folgte einstimmig der Einschätzung der Verwaltung, sich für diese Variante zu entscheiden, auch wenn der Kostenrahmen mit rund 114.000 Euro noch immer leicht überschritten werde. Diese Deckungslücke könnte mit den durch das Infrastrukturgesetz NRW zur Verfügung gestellten Mitteln geschlossen werden. Wenn möglich sollen die Arbeiten in den Sommerferien über die Bühne gehen.
KOMMENTARE
Jeder Nutzer dieser Kommentar-Funktion darf seine Meinung frei äußern, solange er niemanden beleidigt oder beschimpft. Sachlichkeit ist das Gebot. Wenn Sie auf Meinungen treffen, die Ihren Ansichten nicht entsprechen, sehen Sie von persönlichen Angriffen ab. Die Einstellung folgender Inhalte ist nicht zulässig: Inhalte, die vorsätzlich unsachlich oder unwahr sind, Urheberrechte oder sonstige Rechte Dritter verletzen oder verletzen könnten, pornographische, sittenwidrige oder sonstige anstößige Elemente sowie Beschimpfungen, Beleidigungen, die illegale und ethisch-moralisch problematische Inhalte enthalten, Jugendliche gefährden, beeinträchtigen oder nachhaltig schädigen könnten, strafbarer oder verleumderischer Art sind, verfassungsfeindlich oder extremistisch sind oder von verbotenen Gruppierungen stammen.Links zu fremden Internetseiten werden nicht veröffentlicht. Die Verantwortung für die eingestellten Inhalte sowie mögliche Konsequenzen tragen die User bzw. deren gesetzliche Vertreter selbst. OA kann nicht für den Inhalt der jeweiligen Beiträge verantwortlich gemacht werden. Wir behalten uns vor, Beiträge zu kürzen oder nicht zu veröffentlichen.