POLITIK
Berufskolleg soll Abwärme aus Lindlar geliefert bekommen
Oberberg - Aus den mit Deponie- und Biogas betriebenen Blockheizkraftwerken am Entsorgungszentrum Leppe in Lindlar soll die Abwärme nutzbar gemacht werden - Das Projekt "WärmeEngel" von Kreis, BAV und TH kostet 1,5 Millionen Euro, von denen 80 Prozent gefördert werden.
Überschüssige Wärme sinnvoll nutzen und das Klima schützen: das ist
das Prinzip des „WärmeEngels“. Ziel des Projekts ist es, die Abwärme aus den mit Deponie- und Biogas betriebenen Blockheizkraftwerken am Entsorgungszentrum Leppe in Lindlar nutzbar zu machen und mit Hilfe eines innovativen Speichersystems zu transportieren, wie der Oberbergische Kreis mitteilt. Dieses soll zur Beheizung des Berufskollegs Dieringhausen in Gummersbach eingesetzt werden, mit dem Ziel, die
CO2-Emissionen öffentlicher Gebäude zu reduzieren.
Das Projekt findet im Rahmen der Regionale 2025 Bergisches RheinLand im Förderaufruf „Das Beste aus beiden Welten – klimagerechte, urbane Energielösungen“ statt. Der WärmeEngel ist ein gemeinsames Vorhaben des Oberbergischen Kreises, des Bergischen Abfallwirtschaftsverbands (BAV) und der TH Köln. Rund 1,5 Millionen Euro umfasst das Projekt. Nach erfolgreicher Antragstellung wurde hierfür ein Zuwendungsbescheid aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erteilt. Die Förderung beträgt 80 Prozent und wird von der Europäischen Union sowie dem Land Nordrhein-Westfalen bereitgestellt, so der Kreis weiter.
WärmeEngel funktioniert nach dem Prinzip von Taschenwärmern: Wärme wird in mobilen Latentwärmespeichern aufgenommen, per LKW transportiert und vor Ort in die Heizsysteme eingespeist. Im Rahmen des Demonstrationsprojekts soll das Berufskolleg Dieringhausen dann größtenteils mit grüner Wärme versorgt werden. Mit einem jährlichen Wärmebedarf von 910.000 Kilowattstunden gehört es zu den größten öffentlichen Wärmeverbrauchern im Oberbergischen Kreis. Das
Berufskolleg liegt rund 16 Kilometer vom Entsorgungszentrum Leppe entfernt.
„Jetzt, da die Förderung steht, können wir den WärmeEngel offiziell starten. Unser Ziel ist klar: Wir wollen zeigen, wie mobile Energielösungen im ländlichen Raum funktionieren und gleichzeitig den CO2-Ausstoß öffentlicher Gebäude deutlich senken.“, sagt Frank Herhaus, Dezernent für Planung, Regionalentwicklung und Umwelt des Oberbergischen Kreises.
Der Bergische Abfallwirtschaftsverband übernimmt die Bereitstellung der Abwärme, die Beladung der mobilen Speicher am Entsorgungszentrum Leppe sowie die komplette Logistik des Wärmetransports.
„Die Förderzusage bestätigt: Unsere überschüssige Abwärme kann jetzt gezielt genutzt werden. Wir bringen Energie genau dorthin, wo Sie gebraucht wird. Ein wichtiger Beitrag für die regionale Energiewende“, sagt Elena Eßer vom BAV. Die TH Köln ist für die Entwicklung der Mess- und Bewertungskonzepte verantwortlich. Dazu zählen die Implementierung der Messtechnik an Wärmequelle und -senke, die Datenauswertung sowie die anschließende energetische Gesamtbewertung des Systems. „Mit der Bewilligung können wir nun zeigen, dass klimaneutrale Wärme auch ohne klassische Wärmenetzte bereitgestellt werden kann – ein innovatives Modell für ländliche Regionen“, so Prof. Dr. Thorsten Schneiders von der TH Köln.
Nach erfolgter Förderbewilligung wird aktuell ein Ingenieurbüro beauftragt, um die notwendigen baulichen Maßnahmen zu planen und umzusetzen. Der offizielle Projektstart war der 1. März, die baulichen Maßnahmen am Entsorgungszentrum Leppe und am Berufskolleg Dieringhausen sollen bis Mitte nächsten Jahres realisiert werden. Damit kann der WärmeEngel als mobiles Wärmetransportsystem nun offiziell ins Rollen kommen.
KOMMENTARE
Jeder Nutzer dieser Kommentar-Funktion darf seine Meinung frei äußern, solange er niemanden beleidigt oder beschimpft. Sachlichkeit ist das Gebot. Wenn Sie auf Meinungen treffen, die Ihren Ansichten nicht entsprechen, sehen Sie von persönlichen Angriffen ab. Die Einstellung folgender Inhalte ist nicht zulässig: Inhalte, die vorsätzlich unsachlich oder unwahr sind, Urheberrechte oder sonstige Rechte Dritter verletzen oder verletzen könnten, pornographische, sittenwidrige oder sonstige anstößige Elemente sowie Beschimpfungen, Beleidigungen, die illegale und ethisch-moralisch problematische Inhalte enthalten, Jugendliche gefährden, beeinträchtigen oder nachhaltig schädigen könnten, strafbarer oder verleumderischer Art sind, verfassungsfeindlich oder extremistisch sind oder von verbotenen Gruppierungen stammen.Links zu fremden Internetseiten werden nicht veröffentlicht. Die Verantwortung für die eingestellten Inhalte sowie mögliche Konsequenzen tragen die User bzw. deren gesetzliche Vertreter selbst. OA kann nicht für den Inhalt der jeweiligen Beiträge verantwortlich gemacht werden. Wir behalten uns vor, Beiträge zu kürzen oder nicht zu veröffentlichen.