POLITIK
Kreishausanbau: Weniger Glas an der Fassade
Gummersbach – Im Rahmen des Kreisbauausschusses berichtete Dezernent Felix Ammann von ersten Ergebnissen der Arbeitsgruppe beim Aufspüren von Einsparpotenzialen für das Millionen-Projekt – Liegenschaftskonzept bekommt eine Beschlussempfehlung.
Von Lars Weber
Im Rahmen des Wahlkampfs im vergangenen Jahr war die angestrebte Zentralisierung der Kreisverwaltung in einem neuen Anbau in der Moltkestraße das bestimmende Thema. Mit dem Projekt möchte der Kreis seinen Angestellten moderne Arbeitsplätze bieten, die teils noch in ganz Gummersbach verteilt in sanierungsbedürftigen Räumen ihre Aufgaben erledigen. Gerade das große Jugendamt soll von dem Neubau profitieren. Innerhalb der Debatte hatte der Anbau aufgrund seiner Fassade zwischenzeitlich von der Opposition den Namen „Glaspalast“ verpasst bekommen. Seit der Wahl hat sich viel verändert. Zum Beispiel ist die SPD von der Opposition in die Koalition mit der CDU gegangen. In diesem Zuge kündigten die beiden Partner schon an, das 90-Millionen-Euro-Projekt ausgiebig auf Einsparpotenziale prüfen zu wollen. Diese Aufgabe ist inzwischen aufgenommen worden. Ein Ergebnis: Es wird weniger Glas in der Fassade geben. Darüber hat Baudezernent Felix Ammann in der jüngsten Bauausschusssitzung des Kreises informiert. Auch eine Beschlussempfehlung zum Thema Zentralisierung gab es.
Inzwischen sei der Bauantrag für das Projekt bei der Stadt Gummersbach eingereicht worden. Zeitgleich laufe dort das B-Planverfahren, um die Voraussetzungen für den Anbau zu schaffen. In der Zwischenzeit habe sich die neu gebildete Arbeitsgruppe zum wiederholten Male getroffen, um gemeinsam mit den Planern über Einsparpotenziale zu sprechen. Zur Erinnerung: Inzwischen besteht das Vorhaben nicht mehr aus drei, sondern nur noch aus einem Bauabschnitt. Dieser Anbau soll ein Investitionsvolumen von 90 Millionen Euro nicht übersteigen. Dafür liegt ein Kreistagsbeschluss vor.
Um dies sicherzustellen, sollten Einsparmöglichkeiten gesucht werden – und sie wurden gefunden, so Ammann. „Wir haben uns jede Position angeschaut, vom Dach bis zum Toilettenpapierhalter.“ Einige Beispiele, die identifiziert worden seien, nannte Ammann. Dazu gehört die Gebäudehülle und die Fenster. Insgesamt soll nun weniger Glas und mehr Blech verbaut werden. Weiter wurde eine mobile Trennwand in einem Konferenzbereich weggekürzt. Der Schallschutz in den Büros soll „nur“ noch den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, nicht mehr darüber hinausgehen. Bei den Außenanlagen soll außerdem an der Qualitätsschraube gedreht werden, zum Beispiel beim Pflaster. Und auch in der Bauausführung, zum Beispiel bei Themen wie Kranstellung oder den aufzustellenden Container sollen Euros gespart werden.
Unter dem Strich liege die aktuelle Kostenprognose bei 89 Millionen Euro. Alle Möglichkeiten ausreizen wolle der Kreis noch nicht, auch im Hinblick auf die Verhandlungsposition im Ausschreibeverfahren für einen Generalunternehmer.
Im Koalitionsvertrag von CDU und SPD verankert war auch die Erarbeitung eines Liegenschaftskonzepts. Denn mit dem Wegfall der weiteren Bauabschnitte möchte die Politik die ungenutzten Altbauten (vor allem aufgrund der Brandschutzbestimmungen) am Hochhaus in den Blick nehmen und prüfen, ob diese nicht mit einer Sanierung und einem Umbau wieder nutzbar gemacht werden können. Auch das Gebäude des Gesundheitsamts soll innerhalb dieses Konzepts betrachtet werden. „Wir wollen jetzt loslegen“, so Ammann. Hierzu sei es zwingend notwendig, externe Leistungen wie Schadstoffgutachten oder die Gebäudezustandserfassung oder die weiterführende Bedarfsermittlung zu beauftragen. Hierfür werden 180.000 Euro fällig. Die Prüfungen soll zeigen, welchen Handlungsbedarf es bei den Gebäuden gebe für einen Erhalt. Fallen sie positiv aus, sollen hier 10 Millionen Euro aus den NRW-Infrastrukturmitteln eingesetzt werden.
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