POLITIK

Mehrere Windräder auf Kalamitätsflächen geplant

Red; 19.05.2026, 10:22 Uhr
Foto: Simon Weber/Wald und Holz NRW --- Blick auf eine Kalamitätsfläche nahe der Nutscheid. Geschädigte Waldflächen wie diese sollen für die Errichtung von Windenergieanlagen genutzt werden.
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Mehrere Windräder auf Kalamitätsflächen geplant

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Red; 19.05.2026, 10:22 Uhr
Waldbröl - Landesbetrieb Wald und Holz NRW informiert über Projektbeginn für Windenergieprojekt in der Nutscheid - Mit der installierten Leistung sollen 25.000 Haushalte versorgt werden können - Es soll nicht das einzige Projekt an dieser Stelle sein.

Im Bereich des Höhenzugs Nutscheid ist die Entwicklung eines Windparks geplant. Auf Flächen der Stadt Waldbröl sowie der Gemeinden Windeck und Ruppichteroth sollen mehrere Windenergieanlagen entstehen, wie die Kommunen in einer gemeinsamen Mitteilung schreiben. Im Gespräch ist ein Projekt in der Nutscheid schon länger (OA berichtete), zuletzt wurde es aber ruhig. Nun sei die Realisierung des Windparks mit dem aktualisierten Regionalplan ermöglicht worden, der für diesen Teil der Nutscheid entsprechende Windenergiebereiche ausweist. Dabei sind laut Mitteilung zwei Projekte in der Mache.

 

Ein Projekt werde auf landeseigenen Flächen umgesetzt, wie der Landesbetrieb Wald und Holz NRW mitteilt. Die anvisierten Waldflächen seien durch Schädlingsbefall, Stürme und Trockenheit geschädigt. Sie sollen nun "gezielt für den Energiegewinn und den Klimaschutz" genutzt werden. Vor allem geschädigte Fichtenwaldflächen (Kalamitätsflächen) würden für die Errichtung von Windenergieanlagen genutzt und zusätzliche Eingriffe "auf das absolut notwendige Maß" begrenzt. Durch die Höhe moderner Anlagen überragten die Rotoren die Baumkronen deutlich, so der Landesbetrieb.

 

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Die Windenergieanlagen sollen "in den kommenden Jahren" auf landeseigenen Waldflächen in der Nutscheid "unter den strengen Leitlinien einer möglichst waldschonenden Bauweise und der transparenten Einbindung der Region, den Anforderungen des Natur- und Artenschutzes und der wirtschaftlichen Tragfähigkeit gebaut werden", heißt es weiter.

 

Informationen dazu, wie viele Anlagen gebaut werden sollen, zu Spezifikationen wie der Höhe der Windräder oder zu einem Zeitplan finden sich in den Mitteilungen des Landesbetriebs oder den Kommunen noch nicht. Lediglich, dass es "mehrere" Anlagen sein sollen, ist diesen zu entnehmen. Der Landesbetrieb schreibt zudem von einer installierten Leistung von rund 40,8 Megawatt, mit denen die geplanten Anlagen Strom für etwa 25.000 Haushalte erzeugen könnten.

 

Im Vorfeld des Projektstarts habe Wald und Holz NRW ein Bieterverfahren umgesetzt, um einen geeigneten Projektierer für die landeseigenen Flächen zu identifizieren. Den Zuschlag erhielt Iberdrola. "Wichtig bei der Erteilung des Zuschlags war für die Landesforstverwaltung ein Unternehmen zu finden, das ein Gesamtkonzept vorlegen konnte, welches allen Anforderungen der wirtschaftlichen Tragfähigkeit und des Natur- und Artenschutzes gerecht wird", heißt es weiter.

 

Die umliegenden Kommunen werden finanziell an dem Projekt beteiligt,schreibt der Landesbetrieb. Sie sollen unter anderem von gesetzlich geregelten Zahlungen profitieren. "Auch die regionale Wertschöpfung soll gestärkt werden."

 

Neben dem Landesbetrieb mit der Iberdrola als Projektierer gibt es laut den Kommunen noch ein weiteres Projekt in der Nutscheid. Dabei fassen private Waldgenossenschaften mit dem Energieversorger
und Projektierer Statkraft Germany die Planung für mehrere Windenergieanlagen ins Auge. "Voraussetzung für die Umsetzung des Vorhabens ist die vertragliche Zustimmung der Flächeneigentümer. Sie stellen ihre Grundstücke für die Nutzung der Windenergie zur Verfügung und arbeiten dabei mit Projektentwicklern zusammen, die die Planung und Umsetzung fachlich eng begleiten", erklären die Kommunen.

 

Derzeit werden verschiedene Fachgutachten erstellt, beispielsweise zu
Umwelt- und Artenschutz, Schall oder Schattenwurf. Diese Untersuchungen sind Voraussetzung für die späteren Genehmigungsverfahren. Im weiteren Planungsprozess wollen sich die drei Kommunen für eine maximale kommunale Teilhabe an den Projekten einsetzen, um einen möglichst großen Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort zu gewährleisten, heißt es weiter.

 

Mitspracherecht haben die Kommunen aber kaum noch. Nachdem die Öffentlichkeit, die Träger öffentlicher Belange und damit auch die Kommunen an der Ausweisung der Windenergiebereiche durch die Bezirksregierung beteiligt wurden, beschränkt sich die Rolle der Kommunen nun auf die Begleitung der planungs- und genehmigungsrechtlichen Verfahren im Rahmen ihrer Zuständigkeiten. Durch die Ausweisung der Windenergiebereiche im Regionalplan kommt den Kommunen innerhalb dieser Flächen keinerlei Steuerungsfunktion mehr zu, stellen die Kommunen klar.

 

Umso wichtiger sei allen Beteiligten, insbesondere den drei Kommunen, ein offener Umgang mit dem Projekt. "Daher werden Bürgerinnen und Bürger im weiteren Verlauf regelmäßig über den Stand der Planungen informiert." Geplant seien unter anderem Informationsangebote, bei denen Fragen gestellt und Hintergründe erläutert werden können.

KOMMENTARE

1

Transparenz gleich null
Wenn's steht steht es .
Mach das mal mit einem Haus

D.Rappes, 21.05.2026, 07:31 Uhr
2

Und was ist mit dem Hochmoor wenn die Fläche mit Betonfundamenten so groß wie Fußballfelder versiegelt wird?

Bille G., 21.05.2026, 07:33 Uhr
0 von 800 Zeichen
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