POLITIK

Nach Ratsentscheidung: Solarpark Asbachtal auf der Kippe?

lw; 10.04.2026, 19:00 Uhr
Visualisierung: RheinEnergie AG --- Die große Anlage oberhalb von Oberasbach wird nicht wie geplant entstehen. Der Rat entschied sich dagegen.
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Nach Ratsentscheidung: Solarpark Asbachtal auf der Kippe?

lw; 10.04.2026, 19:00 Uhr
Morsbach – Bei der Sitzung vor der Osterpause wurde eine von drei Flächen in anonymer Abstimmung gestrichen – Statt 16,8 würden nur noch 8,3 Hektar von Rheinenergie und AggerEnergie projektiert – Freude im Asbachtal – Rheinenergie nun in Gesprächen, wie es weitergeht.

Von Lars Weber

 

Mit einem Paukenschlag hatte sich die Morsbacher Politik in die Osterferien verabschiedet. Auf der Tagesordnung standen bei der aktuellen Sitzung die Bebauungspläne sowie die Änderungen der Flächennutzungspläne für die drei Flächen des seit einigen Jahren geplanten Solarparks Asbachtal. Fanden bei der Abstimmung im Bauausschuss noch alle Flächen trotz klarer Kritik der BFM-UBV eine Mehrheit, schob der Rat bei seiner Zusammenkunft im Rathaus den Planungen der Projektierer, der Rheinenergie und der AggerEnergie, einen Riegel vor. Die Politiker strichen in anonymer Abstimmung, die durch Johannes Schlechtingen (Grünen) beantragt worden war, bei 14 zu neun Stimmen mit dem Solarpark Asbachtal II die größte Photovoltaik-Freifläche. Die Kritiker des großen Parks im Asbachtal freuen sich nun, dass ihrer Argumentation gefolgt wurde. Die Rheinenergie muss nun rechnen: Lohnt sich die Entwicklung der verbliebenden zwei Flächen?

 

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Im Verlauf der Planungen ist der Solarpark in den vergangenen Jahren immer weiter zusammengeschrumpft, erst von 30 auf 20, und zuletzt von 20 auf 16,8 Hektar. Gründe dafür waren unter anderem die Abstände zur Wohnbebauung und Naturschutzgründe. Drei Flächen waren vorgesehen. Oberhalb von Oberasbach sollte das größte PV-Areal entstehen mit zuletzt 8,5 Hektar. Eine weitere Fläche ist entlang der L 344 mit 2,8 Hektar angedacht, eine dritte bei Überasbach und Lichtenberg, unterhalb von Montaplast, mit 5,5 Hektar. Die Gesamtleistung sollte bei 14 MWp liegen. Nun freilich, nach der Entscheidung des Morsbacher Rats, sieht die Lage anders aus. Die größte Fläche ist raus. Von 16,8 Hektar bleiben nun nur noch 8,3 Hektar und 7,6 MWp Leistung.

 

Bei der Rheinenergie finden nun Gespräche statt. „Wir prüfen derzeit intern sowie in enger Abstimmung mit der AggerEnergie, ob und wie das Projekt unter den nun gegebenen Umständen umgesetzt werden kann“, heißt es auf OA-Nachfrage. „Eine abschließende Entscheidung dazu gibt es noch nicht. Fest steht allerdings, dass die deutliche Reduzierung der Flächen die Wirtschaftlichkeit des Projekts massiv beeinträchtigen würde.“ Eine Entscheidung solle „zeitnah“ erfolgen.

 

Erleichterung herrschte bei und nach der Sitzung bei den Kritikern der Anlage im Asbachtal, wie auch Norbert Schindler aus Niederasbach vom sogenannten „Vorbereitungsteam“ auf OA-Nachfrage bestätigte. Das „Vorbereitungsteam“ hatte seit Bekanntwerden der Pläne mit verschiedenen Aktionen seine Kritik an dem Projekt geäußert. Betont hatten sie stets, dass sie nicht generell gegen PV-Freiflächenanlagen seien, ihnen das Projekt in ihrem Tal aber schlicht zu überdimensioniert erscheine und dem vom Rat beschlossenen Energiehandlungsleitfaden entgegenstehe.

 

Norbert Schindler aus Niederasbach freute sich, dass der Rat dieser sachlichen Argumentation nun auch bei der größten Fläche gefolgt sei. „Das haben wir natürlich positiv aufgenommen.“ Zumal sie überzeugt sind, dass die Energieerzeugung in der Gemeinde auf viele Füße gestellt werden könne, da aufgrund der ausgewiesenen Flächen im Regionalplan noch Windräder auf Morsbacher Gebiet entstehen werden. „Mit diesem Mix wären wir zufrieden.“

 

Die Flächen I und III des Solarparks Asbachtal schickte der Rat mit mehrheitlichen Entscheidungen in die nächste Phase des Planverfahrens, wo nun die nächste Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden und Träger öffentlicher Belange ansteht. Spannend wird in diesem Zusammenhang nun aber natürlich zuvorderst, wie sich die RheinEnergie letztlich entscheidet.

 

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