POLITIK

Ortskern nimmt konkretere Formen an

ls; 26.03.2026, 16:30 Uhr
Foto: Gemeinde Marienheide.
POLITIK

Ortskern nimmt konkretere Formen an

ls; 26.03.2026, 16:30 Uhr
Marienheide – Ingenieurbüro stellte Umbaupläne für Dr.-Oscar-Kayser-Platz vor – In weiteren Bauphasen folgen Tiefgarage und Heierplatz – Geringe Resonanz bei Händlertreffen – Baumsatzung abgelehnt.

Von Leif Schmittgen

 

In drei Phasen soll die Umgestaltung des Marienheider Ortskerns bis Ende 2028 abgeschlossen sein. Die Zeitachse und die Bauabschnitte präsentierte gestern Klaus Marenbach vom Wiehler Ingenieurbüro Donner & Marenbach im Bau-, Planungs-, Umwelt- und Klimaausschuss. Damit nimmt der letzte Teil des sogenannten Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) nun konkrete Formen an. Die Ausschreibung der Gewerke für den Dr.-Oscar-Kayser-Platz startet demnach in den kommenden Wochen, gefolgt von einem Umbau bis zum Ende des aktuellen Jahres. Entstehen werden auf dem Areal 26 neue Parkplätze sowie vier weitere Stellflächen – zwei Behindertenplätze und zwei weitere mit in der Erde eingelassener Lademöglichkeit für Elektrofahrzeuge.

 

„Je nach Auslastung können diese Lademöglichkeiten noch einmal erweitert werden“, so Marenbach. Entsprechende Vorbereitungen werden bereits getroffen. Die bestehende Zufahrt soll erhalten bleiben, zur Bahnhofstraße wird es eine Zufahrtsmöglichkeit an Markttagen geben. Diese bleibt aber während der übrigen Zeit durch Poller erschlossen. Eingegrenzt und umrandet wird das Areal mit Grünflächen bzw. Pflanzen im Außenbereich. Für die dann wegfallenden Stellplätze bleiben der benachbarte Heierplatz und die darunterliegende Tiefgarage zunächst unangetastet. Parallel soll dann im Sommer aber die Feinplanung für die Areale beginnen. In zwei Phasen, aber einem planerischen Bauabschnitt, wird dann der Heierplatz ab 2027 umgestaltet, ehe die Tiefgarage (nicht Teil des ISEK) modernisiert wird.

 

WERBUNG

Ende 2028 soll dann die komplette Ortskernumgestaltung erledigt sein. Die Pläne waren Mitte März den Einzelhändlern vorgestellt worden. Nur zwei der Geschäftsleute waren der Einladung gefolgt. Mehr Resonanz erhofft sich die Verwaltung von einem Bürgerinformationsabend, der am 23. April um 18 Uhr eingeplant ist.

 

Ausschuss kompakt

 

  • Mehrheitlich hat sich das Gremium für die „Marienheider Leitlinien“ ausgesprochen. Diese sollen nach der Einführung des sogenannten Bauturbos für Klarheit sorgen. Demnach soll der Wohnungsbau zunächst bis 2030 ohne Bauanträge möglich sein, um die Nachfrage nach Wohnraum schneller zu befriedigen. Um aber „wildes Bauen“ zu verhindern, hat die Gemeinde den Elf-Punkte-Plan mit Richtlinien aufgestellt.
     
  • Chancenlos blieb dagegen der Verwaltungsversuch zur Etablierung einer Baumsatzung. Nach dieser hätten Grundstückseigentümer nach Überschreiten gewisser Maße von Baumstämmen eine individuelle Fällgenehmigung bei der Gemeinde einholen müssen. Ziel ist der Erhalt von Bäumen. Nach Meinung aller Fraktionsvertreter mit Ausnahme von Bündnis 90/Die Grünen würden die Vorschriften zu „Nachbarschaftskriegen“ und Klagewellen der Verwaltung führen. Zumal eine Kontrolle personell nicht zu stemmen sei. Melanie Kempen von der Verwaltung nannte Morsbach als ein funktionierendes Beispiel, es habe nur sieben Beschwerden binnen eines Jahres nach Einführung der Baumsatzung gegeben. Die Satzung wurde mehrheitlich angenommen. Stattdessen wolle man schützenswerte Bäume katalogisieren, um sie zu erhalten.

WERBUNG