POLITIK

Rückzieher vom Rückzieher: Solarpark Asbachtal soll nun doch kommen

lw; 29.09.2026, 15:36 Uhr
Visualisierung (Archiv): RheinEnergie AG --- Die große Anlage oberhalb von Oberasbach wurde in den Plänen um 4.000 Quadratmeter verkleinert und um 55 Meter vom Dorf weggerückt.
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Rückzieher vom Rückzieher: Solarpark Asbachtal soll nun doch kommen

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lw; 29.09.2026, 15:36 Uhr
Morsbach – Pläne der größten von drei Flächen wurden leicht angepasst – Nun gab es eine politische Mehrheit – Projekt von Rheinenergie und AggerEnergie wird nun weiter geplant.

Von Lars Weber

 

Es war ein Paukenschlag, als der Morsbacher Rat Anfang April der nächsten Plaungsphase für die größte von drei Photovoltaikflächen im Rahmen des viel diskutierten und kritisierten Solarparks Asbachtal in anonymer Abstimmung die Zustimmung verweigerte (OA berichtete). In der Folge sahen die Projektierer, die Rheinenergie und die AggerEnergie, das Gesamtprojekt nicht mehr als wirtschaftlich umsetzbar an. Der Planungsprozess für die Flächen I und III, die jeweils noch politische Mehrheiten bekommen hatten, wurde eingefroren. Die Gesamtpläne verschwanden in der Schublade. So schien es zumindest. Die CDU brachte nun in Abstimmung mit den Projektierern die verkleinerte Fläche II erneut per Antrag in den Rat ein – und erhielt eine Mehrheit. Das Großprojekt liegt also wieder auf dem Tisch und der Planungsprozess geht weiter. Die Kritiker zeigen sich „maßlos enttäuscht“.

 

Ein kurzer Blick zurück: Im Verlauf der Planungen ist der Solarpark in den vergangenen Jahren immer weiter zusammengeschrumpft, erst von insgesamt 30 auf 20, und dann im Frühjahr von 20 auf 16,8 Hektar. Gründe dafür waren unter anderem die Abstände zur Wohnbebauung und Naturschutzgründe. Drei Flächen sind vorgesehen. Eine Fläche ist entlang der L 344 mit 2,8 Hektar angedacht, eine dritte bei Überasbach und Lichtenberg, unterhalb von Montaplast, mit 5,5 Hektar.  Oberhalb von Oberasbach sollte das größte PV-Areal entstehen. Als im April gegen diese Fläche gestimmt wurde, hatte sie eine Größe von 8,5 Hektar.

 

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An dieser Größe wurde nun ein weiteres Mal gedreht, wie aus den Unterlagen hervorgeht und die Rheinerergie auch auf Nachfrage bestätigt. Die ursprünglich vorgesehene Fläche des Solarparks II sei nochmals um rund 4.000 Quadratmeter reduziert worden. Es bleiben also noch 8,1 Hektar. Die Gesamtgröße mit den Flächen I und III beträgt also 16,4 Hektar. Die Gesamtleistung wird nun bei etwas weniger als den ursprünglich anvisierten 14 MWp liegen.

 

Gleichzeitig zu der Gebietsreduzierung wurde die Modulfläche beim Solarpark II punktuell um rund 55 Meter weiter von der Ortslage Oberasbach abgerückt. Darüber hinaus sei die Integration eines Batteriespeichers in der Planung konkretisiert worden. Seitens des Investors wurde die „klare Absicht“ bekundet, einen Batteriespeicher am Standort zu errichten. Ein Umstand, der einige Gremiumsmitglieder in ihrer Entscheidung beeinflusst haben soll, den Plänen nun doch zuzustimmen. Die konkrete Realisierung des Batteriespeichers steht allerdings unter dem Vorbehalt der Zustimmung beziehungsweise der Abstimmung mit dem zuständigen Netzbetreiber, der Westnetz. Konkrete Verhandlungen mit dem Netzbetreiber würden aber erst aufgenommen, sobald die erforderliche planungsrechtliche Grundlage für das Vorhaben geschaffen ist.

 

Eine Diskussion zum Thema gab es trotz des bislang kontrovers gesehenen Themas und vieler Zuschauer bei der Sitzung keine mehr. Diese hatte schon im Ausschuss stattgefunden. Die Abstimmung im Rat war dann deutlich. 17 Ja-Stimmen standen sechs Gegenstimmen und zwei Enthaltungen gegenüber. Dementsprechend werden die Planungen für alle drei Flächen nun wieder aufgenommen und dort fortgesetzt, wo sie aufgehört haben. Als nächstes steht eine weitere Offenlage an und die Möglichkeit für die Öffentlichkeit, erneut Stellung zu den Plänen zu nehmen. „Die Unterlagen werden nun vorbereitet“, so die Rheinenergie. Bis zum Ende des Jahres soll die Offenlage starten.

 

Bei anwesenden Bürgern in der Sitzung herrschte Unverständnis darüber, dass der Solarpark nun wieder auf der Tagesordnung auftauchte. Bürgermeister Jan Schumacher betonte, dass dies formal möglich sei. Nach einer gescheiterten Abstimmung müssen sechs Monate vergehen und zudem eine veränderte Beschlusslage vorliegen. Beide Voraussetzungen seien bei dem CDU-Antrag erfüllt gewesen.

 

Seit Bekanntwerden der Pläne für das Großprojekt gehörte das „Vorbereitungsteam“, eine Gruppe engagierter Anwohner aus den Dörfern rund um den Freiflächensolarpark, zu den Kritikern der Anlage im Asbachtal. Betont hatten sie stets, dass sie nicht generell gegen PV-Freiflächenanlagen seien, ihnen das Projekt in ihrem Tal aber schlicht zu überdimensioniert erscheine und dem vom Rat beschlossenen Energiehandlungsleitfaden entgegenstehe. Beim „Vorbereitungsteam“ zeigt man sich „maßlos enttäuscht“ über die Situation, die Abstimmung im Rat und die Morsbacher Politik, wie Norbert Schindler aus Niederasbach gegenüber OA sagte. Diese Woche wollen sich die engagierten Bürgerinnen und Bürger zusammensetzen, um zu beraten, wie der Protest weitergehen könnte. Für Schindler klar ist bereits, dass die kommende Offenlage genutzt werde, um nochmals ihre Argumente und Bedenken in aller Deutlichkeit auf den Tisch zu legen. Auch bei den Erwiderungen darauf wollen sie genau hinschauen.  

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