POLITIK
Temporeduzierung: Politik stellt sich hinter Anwohner
Waldbröl – Antrag der Grünen für Maßnahmen in Escherhof wird im Bauausschuss einstimmig verabschiedet – Zuvor schauten sich die Mitglieder die Situation vor Ort an – Nun soll die Stadt das Gespräch mit Kreis und Landesbetrieb Straßen suchen.
Von Lars Weber
Es waren nur ein paar Minuten, die sich die Mitglieder des Bauausschusses der Stadt Waldbröl im starken Hagelschauer an der Westerwaldstraße (L 324) in Escherhof direkt an der Bushaltestelle aufhielten, wo morgens und mittags rund 25 Kinder die Landstraße queren müssen. Die Minuten reichten aber aus, um den Eindruck zu stärken, den die Politiker auch aufgrund des Engagements und der Schilderungen der Anwohner vor Ort bereits hatten. Wenn zwei dicke Lkw kurz hintereinander mit deutlich mehr als den erlaubten 50 Stundenkilometern an einem vorbeibrausen – und es weitere Autos ihnen gleichtun – hinterlässt dies eben Eindruck. Die Fahrzeigführer machten alle nur halbherzig den Versuch, von den außerorts erlaubten 100 km/h herunterzubremsen. Und so war die spätere Abstimmung im trockenen und warmen Bürgersaal dann auch nur Formsache: Dem Antrag der Grünen-Fraktion auf verschiedene Maßnahmen zur Temporeduzierung und zur Erhöhung der Sicherheit in Escherhof wurde einstimmig zugestimmt. Ob jedoch tatsächlich etwas passiert, müssen nun Gespräche zwischen der Stadt und dem Kreis sowie dem Landesbetrieb Straßen klären, die für die Straßen zuständig sind.
Vor der Entscheidung hatte die Anwohnerin Eva Rose die Politik nochmals für die Situation der Bewohner in Escherhof sensibilisiert. Sie selbst hat drei Kinder, zwei von ihnen sind bereits schulpflichtig, und wohnt direkt an der Bushaltestelle im Ort. Im Kindesalter verunglückte sie selbst schwer an der Straße – und die Escherhofer hätten seitdem regelmäßig weitere Unfälle entlang der L 324 beobachten müssen. Auch wenn die Polizei selbst speziell Escherhof nicht als Unfallhäufungspunkt führt (OA berichtete), möchten die Anwohner nicht darauf warten, dass vor ihrer Haustür eines ihrer Kinder schwer verunfallt, bis etwas an der Situation verändert wird. Dass der Ort durchaus im Fokus ist, merke man, dass dort häufiger geblitzt werde – „allerdings immer nur, wenn alle schon auf ihrem Bürostuhl sitzen“, wie Rose sagt. Die gefährlichen Situationen im morgendlichen Berufsverkehr würden nicht beobachtet.
Im Antrag formulieren die Grünen, für welche Abschnitte die Stadt nun mit Kreis und Landesbetrieb über Maßnahmen diskutieren soll, um dort die Geschwindigkeit zu reduzieren. Dabei geht es um die Westerwaldstraße, von der Morsbacher Straße Kreuzung Westerwaldstraße (L324) bis hin zum Ortsschild Escherhof sowie für den Bereich Ortseingang/Ausgang Escherhof. Außerdem geht es um den Abschnitt im weiteren Verlauf bis zur Kreuzung Lützinger Weg/Ortseingang Lützingen.
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[Viele Fahrzeuge erreichen den Ortseingang mit den bis dahin erlaubten Tempo 100 - bremsen aber nur ungenügend auf Tempo 50 herunter, so der Eindruck der Anwohner.]
„Wirksame Mittel für eine Geschwindigkeitsreduzierung in diesem Bereich könnten Mittelinseln als Überquerungshilfe, ein fest installiertes Geschwindigkeits-Messgerät im Ortsbereich Escherhof und reflektierende Aufkleber im Bushaltestellenbereich sein." Die Anwohner sprechen sich darüber hinaus für Tempo 30 im Ort aus. Im weiteren Verlauf sollte zudem laut Grüne für den Bereich Westerwaldstraße, Kreuzung Lützinger Weg, die Geschwindigkeitsanordnung von derzeit 70 km/h bis Escherhof fortgeführt werden, "nicht wie derzeit 100 km/h vor dem Ortseingang von Escherhof“, heißt es dazu im Antrag.
Anwohnerin Rose möchte auch nicht das „Totschlagargument“ gelten lassen, dass es sich um eine Landstraße handelt. In Rossenbach und an der Klus seien auch Änderungen möglich gewesen. Nun muss abgewartet werden, wie die zuständigen Behörden reagieren. Die Stadt hatte das Straßenverkehrsamt des Kreises bereits kontaktiert und auch zur Sitzung eingeladen. Ein Besuch habe nicht geklappt, zumindest eine erste schriftliche Reaktion wurde laut Fachbereichsleiter Jan Kiefer von den Kollegen aus Gummersbach schonmal in Aussicht gestellt.
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