POLITIK
Weniger Fluglärm über Lindlar?
Lindlar – Bis 2030 dürfen auch nachts Flugzeuge am Flughafen Köln/Bonn starten und landen – In Lindlar lehnt man eine Entfristung der Nachtflugbeschränkungen ab.
Der Flughafen Köln/Bonn gehört zu den wenigen deutschen Airports, an denen auch nachts Flugzeuge starten und landen dürfen – allerdings mit Einschränkungen. Doch die gültige 24/7-Betriebsgenehmigung des Verkehrsdrehkreuzes ist befristet bis zum 31. Oktober 2030. Am 10. März dieses Jahres hat die Flughafen Köln/Bonn GmbH beim Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen als zuständiger Genehmigungsbehörde einen Antrag auf Entfristung der bestehenden Nachtflugbeschränkungen gestellt.
Das Ministerium hat sich daraufhin mit einem Schreiben an die Kommunen im Umkreis des Flughafens gewandt – darunter auch Lindlar. Obwohl gesetzlich allein eine Beteiligung der Fluglärmkommission nach Paragraf 32b Luftfahrtgesetz vorgesehen sei, möchte das Ministerium den vom Fluglärm betroffenen Kommunen so die Möglichkeit geben, selbst bis zum 17. Juli eine Stellungnahme abzugeben.
Wie Bürgermeister Sven Engelmann gestern in einer Sitzung des Gemeinderates mitteilte, hat die Gemeinde bereits Ende Mai in Abstimmung mit den Fraktionsvorsitzenden in einem Schreiben an Minister Oliver Krischer Stellung zu dem Vorhaben des Flughafens bezogen. Darin hat Engelmann deutlich gemacht, dass Lindlar durch die Nachtflüge stark betroffen sei. Mit Blick auf den Fluglärm und die Gesundheit der Bevölkerung hält die Gemeinde deshalb an den Einschränkungen fest.
„Das ist ein wichtiges Signal. Wir sind mit der Entfristung nicht einverstanden“, sagte Engelmann heute im Gespräch mit OA. Der Rathauschef denkt aber auch, dass das vermutlich „wenig Aussicht auf Erfolg“ hat. Falls der Airport auch über den 31. Oktober 2030 hinaus eine Genehmigung für einen 24-Stunden-Betrieb erhält, soll auch das mit Einschränkungen verbunden sein, appelliert der Bürgermeister.
In seinem Scheiben regt Engelmann dazu an, dass am Flughafen Köln/Bonn zwischen 23 Uhr und 6 Uhr keine Passagierflugzeuge verkehren und die „lautesten Frachtmaschinen“ vom Nachtflugbetrieb ausgeschlossen werden sollen. Außerdem bringt Engelmann eine Bürgerbeteiligung ins Spiel, die Erstellung einer aktuellen Gesundheitsstudie zur Risikoabwägung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Fluglärm sowie Vorschläge für „einen fairen Ausgleich“ zwischen den wirtschaftlichen Interessen des Flughafens und den vom Fluglärm betroffenen Bürgern.
KOMMENTARE
1
Erstaunlich das die Stadt Lindlar da so aktiv ist, während Wiehl da scheinbar die Füße still hält.
Drabenerhöhe: Der Ort selbst befindet sich auf rund 320 bis 360 Metern über Normalnull.Durch die enorme Höhenlage von Drabenderhöhe schrumpft der tatsächliche Abstand zwischen den Hausdächern und dem Flugzeug und donnern gefühlt direkt über die Firste.
Alpe: Liegt exakt im Volllast-Startkorridor der schwersten Maschinen (wie die vollgetankten UPS B747-Frachter), die nach dem Start in Köln-Bonn geradeaus durchbeschleunigen müssen. Sie fliegen hier mit einer sehr niedrigen Steigrate aufgrund des Gewichts mit maximaler Triebwerksleistung.
In Alpe fängt sich der tieffrequente Lärm der Transportflugzeuge in den Tälern und Hängen und hallt dort länger nach.
2
Wo bleiben die Einsprüche der anderen Gemeinden wie Engelskirchen und Gummersbach?
Seitdem immer größere Flugzeuge nachts starten und landen ist der Fluglärm kaum noch auszuhalten!
TomE
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Vielleicht sollten die Leute einfach mal weniger online bestellen, dann müssten auch nicht so viele Frachtflugzeuge fliegen. Es geht halt nicht immer alles....
Tobias, 03.07.2026, 10:46 Uhr4
Aber alle wollen doch mit dem Flugzeug in den Urlaub,oder?
Ich glaube Lindlar hat genug andere Probleme
5
Der fluglärm hat in lindlar drastisch zugenommen.
Ursula Baumeister , 03.07.2026, 15:45 UhrLinks zu fremden Internetseiten werden nicht veröffentlicht. Die Verantwortung für die eingestellten Inhalte sowie mögliche Konsequenzen tragen die User bzw. deren gesetzliche Vertreter selbst. OA kann nicht für den Inhalt der jeweiligen Beiträge verantwortlich gemacht werden. Wir behalten uns vor, Beiträge zu kürzen oder nicht zu veröffentlichen.