SOZIALES
11.500 Euro: Inner Wheel Club Gummersbach stärkt soziale Projekte
Gummersbach - nina + nico, das Johannes Hospiz Oberberg und der Stupperhof in Drolshagen freuten sich über eine großzügige Spende.
Von Iva Pflitch und Peter Notbohm
Bereits seit über einem Vierteljahrhundert engagiert sich der „Inner Wheel Club Gummersbach“ für soziale Projekte in der Region. Ob mit dem Adventsbasar auf Schloss Ehreshoven, einem großen Event für die oberbergischen Tafeln in der Halle 32 oder der kontinuierlichen Arbeit an der Grundschule Bernberg, wo zweimal im Monat ein gemeinsamer Nachmittag mit den Kindern gestaltet wird, ist das stete Ziel der Frauenvereinigung Gelder für den guten Zweck zu sammeln und sich auch selbst sozial zu engagieren.
„Unser Höhepunkt ist es, die Spenden dort anzubringen, wo es sinnhaft ist und wo Bedarf ist, sodass Menschen in der Region unterstützt werden“, sagte Club-Präsidentin Anne Ferchau am Mittwoch im Rahmen einer Spendenübergabe in den Räumlichkeiten von nina + nico. Wichtig sei den Inner Wheel Club-Mitgliedern dabei die Nähe zu den Projekten und eine langjährige Zusammenarbeit.
Zu den langjährigen Profiteuren zählt der Gummersbacher Verein nina + nico, der seit 30 Jahren eine Beratungsstelle für von sexualisierter, psychischer und physischer Gewalt betroffene Mädchen, Jungen und Frauen anbietet. Mit der Rekordspendensumme in Höhe von 10.000 Euro unterstützt Inner Wheel Gummersbach diese Arbeit. Ferchau betonte die Bedeutung des Vereins: „Es sind enorm wichtige Themen, die sie an verschiedenen Stellen begleiten.“
Den gestiegenen Bedarf an Beratungen machte auch Monica Weispfennig, Vorsitzende von nina +nico, deutlich. Waren es 1999 noch 255 Beratungen, die der Verein durchgeführt habe, stehe man inzwischen bei über 10.000 Beratungen. Die Finanzierung sei dabei nicht immer einfach gewesen, erzählte Weispfennig: „Ohne Inner Wheel hätte wir es wahrscheinlich nicht geschafft zu überleben. In Notzeiten wussten wir immer, da werden wir unterstützt.“
Auch beim Johannes Hospiz Oberberg, das Menschen begleitet, die nur noch eine sehr kurze Lebenszeit haben, durfte man sich über eine Spende in Höhe von 1.000 Euro freuen. Das Geld soll für die Ausbildung von Trauerbegleitern genutzt werden. „Der Bedarf wird größer und die finanziellen Mittel beschränkter, man ist also auf Spenden angewiesen“, erklärte die Vorsitzende Dr. Gundula Rogos, dass sich der eigenständige Verein ohne Dachverband selbst finanzieren müsse.
Zwar bekomme man für Begleitung der Betroffenen eine gewisse Refinanzierung, die Familien befänden sich aber häufig ebenfalls in Notsituationen. Ein Problem sei auch die Schnelllebigkeit der Gesellschaft, berichtete Rogos: „Im Bekanntenkreis kehrt man häufig schnell in den normalen Alltagsmodus zurück. Betroffene fallen aber in ein Loch. Für diese Menschen fühlen wir uns auch zuständig.“
500 Euro durfte Gruppenleiter Jörg Höfer vom Stupperhof Drolshagen entgegennehmen. Hierbei handelt es sich um eine Jugendwohngruppe, die Jugendlichen ab 14 Jahren, die kein Elternhaus mehr haben, ein Zuhause bietet. Ziel ist es, junge Menschen in die Selbständigkeit zu führen. Das geschieht unter anderem durch das von den Jugendlichen geführte Café, wo selbstgebackene Torten und Kuchen angeboten werden. „Angesichts knapper öffentlicher Kassen ist diese Spende mehr als ein Tropfen auf heißem Stein“, sagte Höfer. Er erklärte, dass Jugendämter sich zunehmend auf ihre Pflichtleistungen zurückziehen. Daher ist auch der Stupperhof dankbar für jede Spende, um auch künftig Reittherapien oder das ein oder andere Fahrrad finanzieren zu können.
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