SOZIALES
„Diese Förderung darf nie eingestellt werden“
Gummersbach – Arbeitsmarktintegration für junge Menschen – Caritas Oberberg stellt Projekte vor.
Von Leyla Issa
Die Caritas Oberberg veranstaltete heute den Aktionstag „Arbeitsmarkt“ im Sozialkaufhaus und dem Bergischen Marktplatz in Gummersbach. Er fand im Rahmen der landesweiten Aktionstage „Aktiv für Arbeit“ der Freien Wohlfahrtspflege NRW statt und diente der Präsentation von Projekten, die Menschen die Eingliederung in die Arbeitswelt erleichtern sollen. Dazu stellten die Fachkoordinatoren Markus Augsburger und Yaser Abu-Hantash zwei Projekte zur Integration junger Menschen in den Arbeitsmarkt vor. Eingeladen waren unter anderem Dr. Carsten Brodesser, Bundestagsabgeordneter des Oberbergischen Kreises, und Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit. Ziel der Veranstaltung sei es, Politik, Fachpraxis und Teilnehmer miteinander ins Gespräch zu bringen, so die Caritas.
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Brodesser sprach über die aktuellen Herausforderungen der Arbeitsmarkt- und Integrationspolitik. Unter anderem ging er darauf ein, dass auf immer mehr Rentner immer weniger Arbeitnehmer kommen. „Die Demographie schlägt mit voller Wucht zu“, so der Bundestagsabgeordnete. Eine Situation, die sich in den kommenden Jahren noch verschärfen wird. Drei Punkte stellte Brodesser heraus: die Leistungskürzungen im sozialen Bereich, eine kontinuierliche Finanzierung von Projekten und die Förderung von Sprachkenntnissen. Denn: „Sprache ist eine elementare Voraussetzung, um arbeiten zu können“, stellte Brodesser zur Eingliederungsarbeit der Caritas heraus.
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Der Jugendmigrationsdienst (JMD) unterstützt Menschen mit Migrationshintergrund vom zwölften bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres in ihrer schulischen Laufbahn und bei dem Start ins Berufsleben. Die Beratung ist kostenlos. Außerdem führt der JMD in Zusammenarbeit mit dem Kaufmännischen Berufskolleg auf dem Hepel und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ein Modellprojekt durch. Dieses soll an Sprachkurse des BAMF für Auszubildende anknüpfen. Berufsbezogene Sprachförderung wird dabei mit sozialpädagogischer Begleitung verbunden. Abu-Hantash erläuterte, dass das „Ziel ist, mit diesen Sprachkursen Probleme früh zu erkennen, Krisen vorzubeugen und Abbrüche zu vermeiden“.
Die Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) bietet jungen Menschen berufliche Orientierung und unterstützt sie beim Übergang in die Ausbildung, den Beruf oder die weiterführende Bildung. Vor zehn Jahren seien die Hauptprobleme der Teilnehmer Schulmüdigkeit und fehlende Motivation gewesen. „Die Schwierigkeiten haben sich verändert. Heute sind es psychische Probleme, soziale Ängste, Sucht und Depressionen, die die jungen Menschen belasten“, führte Augsburger aus. Hinzu kämen fehlende Sozialkompetenzen durch die Corona-Pandemie und Schulden, so Birgit Pfisterer, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Caritas Oberberg. In den vergangenen vier Jahren lag die Vermittlungsquote bei 90 Prozent, wobei nur zehn Prozent der Teilnehmer nach sechs Monaten abgebrochen haben. Die Abbruchsquote lag insgesamt bei 27,3 Prozent. Das Projekt habe das Ziel, die Teilnehmer darin zu bestärken, ihren Weg zu gehen, statt sich von anderen entmutigen zu lassen. „Diese Förderung darf nie eingestellt werden“, verkündete Augsburger.
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Abschließend unterstrich Pfisterer die Bedeutung vorteilhafter Rahmenbedingungen für die vorgestellten Projekte der Caritas Oberberg. „Diese Arbeit funktioniert nur durch verlässliche Beziehungsarbeit.“ Wichtig sind ihrer Meinung nach eine Kooperation zwischen Politik und Wirtschaft, weniger Bürokratie, langfristige Förderungen und mehr Zeit für Menschen. „Das müsste auch im Interesse der Wirtschaft sein. Wir brauchen Fachkräfte“, sagte Pfisterer. „Jeder, den wir zurücklassen, ist ein Misserfolg für die Wirtschaft.“
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