SPORTMIX

Endstation Halbfinale: Bischmisheim zu stark für den BCW

Red; 19.04.2026, 11:25 Uhr
Foto: Andreas Lamsfuß --- Der 1. BC Wipperfeld schied im Halbfinale des Final Four gegen Saarbrücken-Bischmisheim aus.
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Endstation Halbfinale: Bischmisheim zu stark für den BCW

Red; 19.04.2026, 11:25 Uhr
Wipperfürth – Badminton-Bundesligist 1. BC Wipperfeld muss den Traum vom Deutschen Meistertitel begraben: Im Halbfinale unterlagen die Oberberger den Final-Four-Gastgebern deutlich (AKTUALISIERT).

Die Überraschung ist ausgeblieben: Der ersatzgeschwächte 1. BC Wipperfeld ist im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft am favorisierten 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim, gleichzeitig Ausrichter des Final Four, gescheitert – und das ziemlich deutlich. Bereits nach fünf Partien war die Messe in der Saarbrücker Joachim-Deckarm-Halle gelesen.

 

Im 1. Herren-Doppel machten Marvin Seidel und Frederik Søgaard kurzen Prozess mit Christopher und Matthew Grimley, siegten glatt in drei Sätzen (11:4, 11:9, 11:8). Ungleich enger ging es im 1. Herren-Einzel zu. Wipperfelds Léo van Gysel lag gegen Mark Caljouw zwar schnell mit 0:2-Sätzen hinten, startete dann aber eine Aufholjagd und schaffte den 2:2-Ausgleich. In entscheidenden Durchgang hatte Caljouw die besseren Nerven und behielt die Oberhand (11:5, 11:8, 6:11, 7:11, 11:6).

 

Ebenfalls über die volle Distanz ging das Frauen-Doppel. Kristin Kuuba und Lucia Rodriguez Garcia konnten sich eine 2:1-Führung erarbeiten, doch Isabel Lohau und Sara Thygesen wendeten noch das Blatt (9:11, 11:6, 6:11, 11:6, 11:7).

 

Den einzigen Punkt für den BCW verbuchte Samuel Hsiao im 2. Herren-Einzel gegen Jonas Scheller. Satz eins ging in der Verlängerung an den Wipperfelder, der das Geschehen im zweiten Abschnitt fast nach Belieben diktierte. Danach geriet allerdings Sand ins Getriebe. Schaller verkürzte und hatte im vierten Durchgang Satzbälle zum 2:2-Ausgleich, doch Hsiao behielt die Ruhe und gewann (11:13, 3:11, 11:8, 10:12).

 

Line Hojmark Kjaersfeldt hätte noch einmal für etwas mehr Spannung sorgen können, fand aber gegen die Bulgarin Kaloyana Nalbantova nie zu ihrem Spiel. Lediglich den zweiten Satz konnte die Dänin für sich entscheiden, im weiteren Verlauf zog Nalbantova aber wieder die Zügel an und brachte den entscheidenden Punkt für die Saarländer unter Dach und Fach (11:5, 12:14, 11:7, 11:7). Im Finale am morgigen Sonntag trifft Bischmisheim auf Titelverteidiger Dortelweil, der sich auf dem Parallelfeld mit 4:2 gegen Blau-Weiß Wittorf durchsetzte.

 

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BCW-Vereinsvorsitzender Andreas Lamsfuß gratulierte den Bischmisheimern zum Finaleinzug, haderte aber ein wenig mit den knappen Niederlagen im Frauen-Doppel sowie im 1. Herren-Einzel. „Der Gegner war bei den Herren nicht ganz so stark wie erwartet besetzt, daher wäre es durchaus etwas möglich gewesen. Auch bei Line hatten wir einen Sieg erwartet. Es gibt aber so Tage, da spielst du einfach gegen eine Wand.“

 

Bitter aus Sicht der Wipperfelder, dass man ausgerechnet beim Final Four auf den Weltranglisten-33. Nhat Nguyen sowie Arnaud Merklé, beide für gewöhnlich eine Bank im Herren-Einzel, verzichten musste. Sie fehlten genauso verletzungsbedingt wie die deutsche Nationalspielerin Thuc Phuong Nguyen, die ebenfalls zu den Stammkräften gehört. Auch das Comeback von Mark Lamsfuß war nicht möglich.

 

Dass die Topspieler nicht zur Verfügung standen, sei eine Folge des engen internationalen Turnierkalenders. Die Akteure sind praktisch im Dauereinsatz und können kaum regenerieren. „Die Spieler sind überbelastet. Da müssen wir uns für die Zukunft andere Lösungen einfallen lassen, sonst wird die Badminton-Bundesliga ausgeblutet“, betont Lamsfuß.

 

Obwohl es wie im Vorjahr „nur“ zum Halbfinale reichte – seinerzeit scheiterte Wipperfeld überraschend an Wittorf -, zog der Teamchef ein positives Saisonfazit. „Wir haben ein großartiges Team und trotz der Niederlage gegen Bischmisheim lässt niemand den Kopf hängen“, so Lamsfuß.

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