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Historische Chance: Bergneustadt fiebert dem Final Four entgegen

pn; 28.05.2026, 15:00 Uhr
Foto: Thomas Wirczikowski ---- Der TTC Schwalbe Bergneustadt will in Frankfurt beim Final Four Turnier um die Deutsche Meisterschaft überraschen.
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Historische Chance: Bergneustadt fiebert dem Final Four entgegen

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pn; 28.05.2026, 15:00 Uhr
Bergneustadt – Am Wochenende findet die Finalrunde um die Deutsche Meisterschaft in Frankfurt statt – Der TTC Schwalbe Bergneustadt ist erstmals seit sieben Jahren wieder in den Playoffs – Topspieler Benedikt Duda gibt sich optimistisch.

Von Peter Notbohm

 

Benedikt Duda hat schon einige internationale Turniere und auch Medaillen bei Europa- und Weltmeisterschaften gewonnen. Trotzdem fiebert der Tischtennis-Topstar dem Wochenende ganz besonders entgegen. Erstmals seit sieben Jahren steht die aktuelle Nummer 13 der Weltrangliste mit seinem Heimatverein TTC Schwalbe Bergneustadt wieder in den Playoffs um die Deutsche Meisterschaft. Für Bergneustadt ist es die Krönung der besten Saison der Vereinsgeschichte. Mit 30:14 Punkten schlossen die Oberberger die Hauptrunde der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) ab – so gut wie noch nie.

 

In der Süwag Energie ARENA in Frankfurt kämpfen am Samstag Bergneustadt, Rekordchampion Borussia Düsseldorf, Champions League-Sieger 1. FC Saarbrücken TT und der SV Werder Bremen um den Einzug ins Endspiel um die Trophäe. „Mit meinem Heimatverein den Titel zu gewinnen, wäre der Wahnsinn“, sagt Duda. So weit denken will der 32-Jährige aber eigentlich noch gar nicht: „Wir schauen von Spiel zu Spiel. Erst einmal müssen wir das Halbfinale spielen. Wenn wir ins Endspiel einziehen sollten, ist alles offen. Wir fahren auf jeden Fall mit breiter Brust nach Frankfurt.“

 

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Die Oberberger gelten als Außenseiter in der Mainmetropole, in der über 6.000 Zuschauer erwartet werden. Schon Platz drei in der Hauptrunde war eine kleine Sensation. Denn während andere Clubs sich mehrere Topspieler im Kader leisten, baut man auf dem Bursten seit Jahren auf mannschaftliche Geschlossenheit und die Form des Bergneustädter Eigengewächses als Führungsspieler. „Wir haben nicht die finanziellen Mittel wie andere Clubs. Daher ist das mit Bergneustadt etwas ganz Besonderes“, sagt Duda. Die Saison hat aus seiner Sicht gezeigt, dass eine funktionierende Mannschaft viel ausmacht.

 

Das Aushängeschild bleibt aber der Nationalspieler, der mit einer 25:8-Einzelbilanz die Spielerrangliste der abgelaufenen Saison anführt. Den Einzug in die Playoffs sieht er auch als Bestätigung der Arbeit in Bergneustadt. Das gesamte Team hat sich im vergangenen Jahr noch einmal höhere Standards gesetzt und noch intensiver trainiert. Duda strotzt vor dem Wochenende jedenfalls vor Selbstvertrauen: „Der Einzug in die Playoffs zeigt die Entwicklung, die ich auch als Führungsspieler hingelegt habe. Als bester Spieler der Saison will ich den Gegner zeigen, dass sie an mir vorbei müssen, um hier zu gewinnen.“

 

Gegner im Halbfinale ist um 13 Uhr Borussia Düsseldorf (live auf DYN). Der Hauptrundensieger (38:6 Punkte) spielte im ersten Jahr nach dem Karriereende von Tischtennis-Legende Timo Boll eine Topsaison. In Düsseldorf verlor Bergneustadt im November mit 1:3, in der heimischen Burstenhalle im Januar mit 2:3 nach einer 2:0-Führung. „Wir müssen uns trotz der zwei Niederlagen nicht verstrecken. Das waren keine Klatschen. Wir hatten unsere Chancen, die Spiele zu gewinnen und können mit breiter Brust an den Tisch gehen“, sagt Duda.

 

Dass die Düsseldorfer Bergneustadt als Playoff-Gegner gewählt haben, hat in Bergneustadt niemanden überrascht. Als Hauptrundensieger durfte das Team aus der Landeshauptstadt zwischen dem Schwalbe-Team und dem Vierten Saarbrücken wählen. Die titellosen Bergneustädter scheinen auf den ersten Blick der vermeintlich leichteste Gegner zu sein. Beim TTC rechnet man damit, dass Düsseldorf mit der bestmöglichen Aufstellung aus Dudas sehr gutem Freund und Nationalmannschaftskollegen Dang Qiu, dem schwedischen Topstar Anton Källberg und dem Ex-Bergneustädter Kanak Jha auflaufen wird. Alternativen wären der Chinese Yongyin Li und der Norweger Borgar Haug

 

Duda hat zuletzt die Mannschaftsweltmeisterschaft gespielt, wo Deutschland im Viertelfinale am späteren Finalisten Japan scheiterte. Anschließend hatte der Nationalspieler eine Woche pausiert und am vergangenen Wochenende zudem geheiratet. Adrien Rassenfosse (TTBL-Bilanz 3:9) schied mit Belgien bereits in der Runde der letzten 32 gegen Japan aus. Leo de Nodrest (TTBL-Bilanz 8:8) war zuletzt beim WTT Contender Lagos (Nigeria) an der Platte und kam im Mixed bis ins Endspiel. Schwalbe-Publikumsliebling Romain Ruiz (TTBL-Bilanz: 16:7) holte sich derweil Selbstvertrauen bei einem Turnier in Prag.

 

Der Deutsche Meister wird in diesem Jahr erstmals im Final Four-Modus ausgespielt. Zuvor wurden die Halbfinals in Hin- und Rückspiel ausgetragen. Duda begrüßt den neuen Modus, da er den Spielern im engen internationalen Terminplan eine längere Pause gewährt. Das Endspiel findet am Sonntag um 13 Uhr statt. Einen kleinen Vorteil wird am Wochenende Werder Bremen haben, da in Frankfurt auf Donic-Tischen und mit Nittaku-Bällen gespielt wird. Material, das man in Bergneustadt nicht unbedingt liebt. Das Schwalbe-Team bereitet sich seit dieser Woche intensiv auf das Turnier vor, wird am Freitag an den Main reisen und in Frankfurt das Abschlusstraining absolvieren. In Bergneustadt hofft man jedenfalls, dass man die Hotelzimmer bis zum Sonntag nicht umsonst gebucht hat. 

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