SPORTMIX
Lokalmatadore dominieren bei Rasi-Cross-Hitzeschlacht
Nümbrecht – Rund 2.000 Besucher verfolgten an zwei Tagen die Rennen auf den Wiesen in Brünglinghausen – 38 Teilnehmer aus Europa gingen an den Start.
Von Lars Weber
Laut, schnell und staubig ist es an diesem Wochenende auf den Wiesen in Nümbrecht-Brünglinghausen, der oberbergischen Heimat des Rasi-Cross, zugegangen. Nach dem bislang letzten Rasi-Cross-Treffen 2023 hatte das im internationalen Renngeschehen mitmischende Team B1 wieder junge und alte Fans eingeladen, um spannende Wettbewerbe in mehreren Klassen zu verfolgen. Über das Wochenende verteilt kamen laut Veranstalter bis zu 2.000 Besucher. Eine Resonanz, mit der das Team B1 sehr zufrieden war. Und auch die Ergebnisse passten, dominierten doch die Lokalmatadoren Leon Lindner, Jannes Klitscher und Lukas Hämmersbach das Fahrerfeld.
Bei Temperaturen über 30 Grad wurden die Rennen zur Hitzeschlacht. Wie Marco Lindner im OA-Gespräch berichtete, musste die 700 Meter lange Strecke ordentlich bewässert werden, um die Staubentwicklung unter Kontrolle zu halten. Dabei bekamen die Organsatiren kräftig Hilfe von den Landwirten, die auch ihre Flächen für die Veranstaltung zur Verfügung stellen. Und auch das Unwetter am Freitag ging nicht spurlos an Brünglinghausen vorüber. Der starke Wind habe ein Gerüst umgeweht. Bis zum Start am Samstag konnten die Helfer – am Wochenende packten etwa 60 mit an – alles wieder herrichten.
Damit war alles bereitet für spannende Rennen, für die 38 Teilnehmer gemeldet waren. Neben deutschen Fahrern waren auch Engländer, Schweizer, Niederländer, Franzosen, Belgier und Luxemburger dabei. Im Vergleich zu früheren Veranstaltungen waren dies weniger Starter. „Das hat mit dem neuen Termin zu tun“, erklärt Marco Lindner. Sonst ging die Veranstaltung im Herbst über die Bühne. Jetzt, im Sommer, hatten weniger Fahrer Platz in ihrem Terminkalender.
Nach einem freien Training standen am Samstagabend die 90-Minuten-Rennen an, die bei der Hitze natürlich besonders herausfordernd waren. In der Klasse Superstandard zeigte Leon Lindner vom Team B1, weshalb er gerade die Wertung in der Deutschen Meisterschaft anführt, und siegte vor Fahrern aus Belgien und Frankreich.
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In der offenen Klasse (Zwei-Zylinder) triumphierte mit Lukas Hämmersbach ebenfalls ein Team B1-Vertreter. Begünstigt war der Sieg von einem Motorschaden am Fahrzeug von Spitzenfahrer Stefan Simon, der zu dieser Zeit noch in Führung gelegen hatte. In der offenen Klasse (Ein-Zylinder) siegte Leo Klug aus Kaiserslautern.
Am Sonntag ging es dann in die Sprint-Wettbewerbe. Auch hier zeigte das Team B1 starke Leistungen. In der Klasse Superstandard gelang es Jannes Klitscher, alle fünf Rennen für sich zu entscheiden. Damit war ihm der Tagessieg sicher. In der offenen Klasse (Zwei-Zylinder) durfte sich Lukas Hämmersbach über den nächsten Sieg freuen. In der offenen Klasse (Ein-Zylinder) gewann Norman Schütz aus Kaiserslautern.
Auch wenn die Rasi-Cross-Maschinen nicht auf der Strecke waren, hatten die Veranstalter für Programm gesorgt. Eingestreut über den Tag gab es für die Zuschauer E-Moto-X Rennen zu sehen. Für die jungen Gäste stand ein Trampeltreckerrennen an, das wieder bestens ankam.
Wann das nächste Rasi-Cross-Treffen in Brünglinghausen ansteht, ist noch nicht raus. Dafür geht die Saison direkt am kommenden Wochenende weiter mit Rennen in Schellenberg. Dort möchte Leon Lindler wichtige Punkte in der Deutschen Meisterschaft (ERWM) sammeln, um seine Führung zu behalten.
Auch der Nachwuchs ist am Start
Mitten im Geschehen war laut einer Mitteilung auch der zwölfjährige Paul Schmitz aus Waldbröl. Nach seinem ersten Renneinsatz im Frühjahr in Bayern nahm er nun erstmals an der Veranstaltung in Brünglinghausen teil. In Absprache mit allen Teilnehmern und durch eine Warnweste über seiner Schutzkleidung besonders kenntlich gemacht, absolvierte Paul das Langstreckenrennen gemeinsam mit seinen Eltern als Team.
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[Foto: privat.]
Auf dem von seinem Großvater Michael Rank vorbereiteten Traktor schlug sich der Nachwuchsfahrer beachtlich und erreichte nach 90 Rennminuten souverän das Ziel, heißt es weiter. Auch am Sonntag ging Paul in mehreren Sprintrennen an den Start und behauptete sich dabei respektabel gegen die deutlich ältere Konkurrenz. Am Ende durfte er sich über einen Sonder-Pokal freuen.
Während viele Motorsportler ihre Karriere im Kartsport beginnen, hat Paul eine andere Leidenschaft entdeckt: den Renntraktor. Gemeinsam mit seinem Opa schraube er regelmäßig an seinem Fahrzeug. Wenn technische Probleme auftreten, steht ihm zudem Stefan Simon, ehemaliger Deutscher Meister im Rasenmäher-Traktor-Sport, mit Rat und Tat zur Seite.
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