TIPPS

Hilfe im Alltag: Wie kann ich älteren Familienangehörigen helfen?

EXTERNER BEITRAG; 30.12.2025, 14:17 Uhr
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Symbolfoto: sabinevanerp auf Pixabay.
TIPPS

Hilfe im Alltag: Wie kann ich älteren Familienangehörigen helfen?

EXTERNER BEITRAG; 30.12.2025, 14:17 Uhr
Ältere Angehörige besser begleiten heißt, den Alltag gemeinsam zu organisieren, ihnen Sicherheit zu geben und dabei stets auch die eigenen Grenzen im Blick zu haben. Wer Schritt für Schritt vorgeht und sich nicht allein verantwortlich fühlt, kann gut helfen und sich nicht überfordern.

Hilfe im Alltag konkret planen

 

Am besten beginnt man mit einer Bestandsaufnahme. Welche Arbeiten kommen regelmäßig auf, wo gibt es Unsicherheiten, wo funktioniert es noch gut? Mögliche Bereiche sind Einkauf und Kochen, Haushalt, Begleitung zu Ärzten, Organisation der Medikamente oder Unterstützung bei Formularen oder Anträgen.


Hilfe im Alltag könnte etwa so aussehen:

 

  • feste Einkaufstage, an denen gemeinsam eingekauft oder Lieferdienste organisiert werden
  • festes Schema für die Arzneimittel, etwa Medikamentenplan, Tablettenbox mit Wocheneinteilung
  • gemeinsame Vorratshaltung durch Vorbereiten von Mahlzeiten, die sich leicht aufwärmen lassen
  • Begleitung zu Arztterminen, um Informationen mitzuschreiben und Absprachen zu klären

 

Wichtig ist, die eigenen Möglichkeiten realistisch einzuschätzen. Ergänzend stehen dann auch von außen Hilfsangebote zur Verfügung. Qualifizierte Alltagsbegleiter oder Betreuungskräfte können bei Spaziergängen, bei der Beschäftigung, bei Arztbesuchen oder auch im Haushalt hilfreich sein. Die entsprechend notwendige Qualifikation richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben des SGB XI. Dies zeigen z. B. auch entsprechende Programme zur Alltagsbegleiter Ausbildung.

 

Nähe, Gespräche und Rituale

 

Unterstützung ist nicht nur praktische Hilfe, sondern auch verlässliche Nähe. Regelmäßige Besuche oder Telefonate bringen Struktur in den Tag und vermitteln, dass man nicht allein ist. Feste Rituale, z. B. ein wöchentlicher gemeinsamer Spaziergang, ein bestimmter Tag für organisatorische Fragen oder ein regelmäßiger Videoanruf mit den weiter entfernt lebenden Angehörigen, helfen bei der Orientierung.

Offene Fragen helfen, Missverständnisse zu vermeiden. „Wobei möchtest du gern selbständig bleiben?“ oder „Wo wäre es eine Erleichterung, wenn jemand hilft?“ machen deutlich, dass Unterstützung angeboten und nicht aufgezwungen werden soll. Angehörige können gleichzeitig aber auch mitteilen, welche Aufgaben sie zuverlässig übernehmen können und wo ihre eigenen Grenzen sind.

Aktivitäten sollten sich an Interessen und Biographie orientieren. Lesen, Musik, leichte Gartenarbeit, Fotos sortieren fördern Erinnerungen und Struktur, ohne zusätzlich unter Druck zu setzen.

 

Eigene Grenzen wahrnehmen und ernst nehmen

 

Viele Angehörige übernehmen scheibchenweise immer mehr und hohe Belastung geht auf Dauer mit körperlichen oder psychischen Beschwerden einher, z. B. mit Schlafstörungen, anhaltender Erschöpfung, depressiven Symptomen. Erste Anzeichen sind das Gefühl, ständig unter Zeitdruck zu stehen, kaum Pausen zu haben, eigene Kontakte und Hobbys beiseitezuschieben.

Es ist in Ordnung, wenn nicht jede Aufgabe selbst verrichtet werden kann. Eine kluge Verteilung im Familienkreis, bei der klar ist, wer welche Bereiche betreut, Termine, Finanzen, Hausbesuche oder Telefonate, kann hilfreich sein. Bereits kleine Entlastungen, etwa ein Nachmittag pro Woche oder die regelmäßige Übernahme bestimmter Wege durch andere, können viel bewirken.

Wer über Pflegekassen, Pflegestützpunkte, kommunale Beratungsstellen seine eigene Tätigkeit mit professionellen Diensten verknüpfen kann, wird begreifen, dass niemand die Versorgung allein tragen muss, dass Entlastungsleistungen ausdrücklich vorgesehen sind.

 

Externe Hilfe bewusst einbeziehen

 

Die Pflegeversicherung stellt viele Bausteine bereit, die Angehörige entlasten. Dazu gehören der Entlastungsbetrag, die Verhinderungs- und Kurzzeitpflege, die Tages- oder Nachtpflege, die zeitweise Betreuung bereitstellt. Dies alles lässt sich mit der Unterstützung durch Angehörige verbinden, so dass genug Luft bleibt für Erholung, Beruf und eigene gesundheitliche Vorsorge.

Hilfsangebote für alte Angehörige heißt nicht, alles allein tun! Wer die eigenen Möglichkeiten realistisch einschätzt, Hilfen von außen in Anspruch nimmt und die Verantwortung auf viele Schultern verteilt, kann die Betreuung eine lange Zeit aufrechterhalten und alles daran setzen, dass neben der Pflege auch Zeit und Muße bleibt für schöne Dinge miteinander.

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