TIPPS

Social Media erreicht immer mehr Menschen: Was das für Unternehmen vor Ort bedeutet

EXTERNER BEITRAG; 03.09.2026, 12:51 Uhr
Symbolfoto: Marius Berthelsen from Pixabay.
TIPPS

Social Media erreicht immer mehr Menschen: Was das für Unternehmen vor Ort bedeutet

EXTERNER BEITRAG; 03.09.2026, 12:51 Uhr
Soziale Netzwerke gehören für immer mehr Menschen zum Alltag. Dabei sind längst nicht mehr nur Jugendliche und junge Erwachsene auf Instagram, Facebook und Co. unterwegs.

Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes nutzten im Jahr 2025 rund 59 Prozent der 16- bis 74-Jährigen in Deutschland soziale Medien aktiv. 2021 waren es noch 47 Prozent.

 

Auch ältere Altersgruppen holen auf. Bei den 55- bis 64-Jährigen stieg der Anteil innerhalb dieses Zeitraums von 29 auf 42 Prozent. Unter den 65- bis 74-Jährigen erhöhte er sich von 15 auf 25 Prozent. Für Unternehmen bedeutet das: Wer über soziale Netzwerke kommuniziert, erreicht dort zunehmend Kunden verschiedener Generationen.

 

Social Media ist längst kein reines Jugendthema

 

Für regionale Betriebe kann diese Entwicklung interessant sein. Ein Handwerksunternehmen, ein Restaurant oder ein Fachgeschäft muss schließlich nicht Millionen Menschen erreichen. Oft geht es darum, bei potenziellen Kunden aus der eigenen Umgebung sichtbar zu bleiben.

Das bedeutet allerdings nicht, dass andere digitale Kanäle überflüssig werden. Eine aktuelle Webseite und die Auffindbarkeit über Suchmaschinen bleiben wichtig. Wie lokale Unternehmen ihre Stärken generell besser ins Internet übertragen können, zeigt auch der Oberberg-Aktuell-Beitrag „Lokale Stärke, digitale Reichweite: Online wachsen in der Region“.

 

Social Media kann diese Präsenz ergänzen. Unternehmen haben dort die Möglichkeit, häufiger Einblicke zu geben und direkter mit Kunden in Kontakt zu kommen.

 

Nicht jede Plattform passt zu jedem Betrieb

 

Entscheidend ist zunächst die Frage, wo die eigene Zielgruppe tatsächlich unterwegs ist. Laut ARD/ZDF-Medienstudie 2025 erreicht Instagram 40 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren mindestens wöchentlich. Facebook kommt auf 31 Prozent, TikTok auf 20 Prozent.

 

Trotzdem wäre es wenig sinnvoll, allein aufgrund solcher Zahlen gleichzeitig auf allen Plattformen aktiv zu werden. Instagram eignet sich beispielsweise gut für Bilder und kurze Videos, während Facebook gerade bei regionalen Themen, Veranstaltungen und älteren Zielgruppen weiterhin eine Rolle spielen kann. TikTok bietet vor allem Möglichkeiten für kurze Videos und spricht überdurchschnittlich viele jüngere Menschen an. LinkedIn ist hingegen stärker auf berufliche Kontakte und Geschäftskunden ausgerichtet.

 

Für viele kleinere Unternehmen können ein oder zwei konsequent gepflegte Kanäle völlig ausreichen.

 

Regionale Nähe kann ein Vorteil sein

 

Nicht jeder Social-Media-Beitrag benötigt aufwendige Kameratechnik oder eine professionelle Produktion. Gerade lokale Unternehmen besitzen etwas, das große, anonyme Marken erst mühsam herstellen müssen: Nähe.

Ein Handwerksbetrieb kann beispielsweise ein abgeschlossenes Projekt präsentieren oder einen Blick in die Werkstatt ermöglichen. Ein Restaurant kann neue Gerichte, Mitarbeiter oder Vorbereitungen in der Küche zeigen. Für Einzelhändler bieten sich neue Produkte, saisonale Angebote oder Tipps aus dem eigenen Fachgebiet an.

 

Auch häufig gestellte Kundenfragen liefern gute Themen. Wer erklärt, berät oder einen interessanten Einblick in den Arbeitsalltag gibt, bietet seinen Followern einen konkreten Mehrwert.

 

Regelmäßigkeit statt täglicher Beiträge

 

Ein häufiger Grund, warum kleinere Betriebe vor Social Media zurückschrecken, ist der vermeintlich hohe Zeitaufwand. Doch täglich neue Beiträge zu veröffentlichen, ist keineswegs zwingend erforderlich.

Wichtiger ist ein Rhythmus, der dauerhaft zum Unternehmen passt. Ein oder zwei vorbereitete Beiträge pro Woche können sinnvoller sein als eine kurze Phase mit täglicher Aktivität, auf die anschließend monatelang nichts mehr folgt.

 

Hilfreich ist ein einfacher Themenplan. Wiederkehrende Formate wie ein „Tipp der Woche“, ein aktuelles Projekt, eine häufige Kundenfrage oder die Vorstellung eines Mitarbeiters erleichtern die Planung. Fotos und kurze Videos lassen sich zudem häufig direkt im Arbeitsalltag aufnehmen.

 

Wann externe Unterstützung sinnvoll sein kann

 

Grundlegende Social-Media-Aktivitäten können viele Unternehmen selbst organisieren. Die Anforderungen steigen jedoch, wenn mehrere Plattformen parallel betreut, regelmäßig Videos produziert oder bezahlte Werbekampagnen geplant und ausgewertet werden sollen. Auch die Beantwortung von Kommentaren und Nachrichten benötigt bei wachsender Reichweite Zeit.

 

Fehlen dafür intern die Kapazitäten, kann die Beauftragung einer Social-Media-Agentur eine Möglichkeit sein. Wer sich zunächst über unterschiedliche Angebote informieren möchte, findet beispielsweise eine Übersicht verschiedener Social-Media-Dienstleister, in der Agenturen und deren Schwerpunkte gegenübergestellt werden. Eine solche Orientierung ersetzt allerdings nicht die eigene Prüfung, welche Leistungen tatsächlich benötigt werden und welches Budget dafür zur Verfügung steht.

 

Erst das Ziel festlegen, dann posten

 

Bevor ein neues Profil eingerichtet oder der nächste Kanal eröffnet wird, sollten Unternehmen deshalb drei einfache Fragen beantworten: Wen möchten wir erreichen? Was soll Social Media für uns leisten? Und wie viel Zeit können wir dauerhaft investieren?

 

Die Ziele können sehr unterschiedlich sein. Ein Betrieb möchte vielleicht neue Auszubildende auf sich aufmerksam machen, ein anderer Veranstaltungen bekannt machen oder Kunden regelmäßig über Neuigkeiten informieren. Für wieder andere stehen Anfragen und die Bekanntheit in der eigenen Region im Vordergrund.

 

Dabei sollte der Erfolg nicht ausschließlich an Likes oder Followerzahlen gemessen werden. Website-Aufrufe, Nachrichten, Bewerbungen, konkrete Anfragen oder direkte Reaktionen von Kunden können für einen regionalen Betrieb wesentlich aussagekräftiger sein.

 

Die wachsende Social-Media-Nutzung eröffnet damit auch Unternehmen vor Ort neue Möglichkeiten. Entscheidend ist jedoch nicht, auf möglichst vielen Plattformen vertreten zu sein. Eine klare Zielgruppe, passende Inhalte und ein realistischer Aufwand sind meist die bessere Grundlage für eine Präsenz, die langfristig funktioniert.

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